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FC Bayern bei Inter im CL-Rückspiel

Ein letztes Mal San Siro? Legendäres Mailand-Stadion spaltet die Stadt

Der FC Bayern könnte ein letztes Mal im Giuseppe-Meazza-Stadion spielen. Dem legendären Stadion droht der Abriss – das spaltet die Stadt.

München – Der letzte Auftritt ist gelungen.

Keinen Monat ist es her, dass Leroy Sané, Leon Goretzka, Joshua Kimmich und der derzeit verletzte Jamal Musiala im Giuseppe-Meazza-Stadion aufgelaufen sind. 60.334 Zuschauer waren am Mailänder Abend dabei, als die vier Bayern im Trikot der deutschen Nationalmannschaft Italien mit 2:1 besiegt haben, man sprach nach diesem Erfolg freilich von einer „magischen Nacht“.

Das galt in diesem Fall aus deutscher Sicht für das Ergebnis auf dem Platz, aber es gilt in diesem Stadion, das man so schön als „La Scala del calcio“ (deutsch Das Opernhaus des Fußballs) bezeichnet, sowieso immer.

Was wird aus Sane? Vertragslaufzeiten der Bayern-Stars

Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2025 den Kasten des Rekordmeisters hüten.
Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2026 den Kasten des Rekordmeisters hüten. © IMAGO/Maik Hölter/TEAM2sportphoto
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029.
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sven Ulreich hat ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.
Auch Sven Ulreich hat inzwischen ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.  © IMAGO/Wolfgang SCHNEBLE / SVEN SIMON
Daniel Peretz bei seiner Bayern-Vorstellung
Daniel Peretz (li.) kam im Sommer 2023 von Maccabi Tel Aviv nach München und unterschrieb bis 2028. © IMAGO/FC BAYERN MUENCHEN
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028.
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028. © Langer / Imago Images
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete.
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28.
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28. © Revierfoto / Imago Images
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB 2023 Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028.
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028. © IMAGO/Ulmer
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet.
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet. © ANP / Imago Images
Tarek Buchmann bei der Teamvorstellung des FC Bayern München
Der FC Bayern und Innenverteidiger-Talent Tarek Buchmann einigten sich beim ersten Profivertrag auf eine Laufzeit bis 2026. © IMAGO/Mladen Lackovic
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro 2023 ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister.
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister. © IMAGO/Revierfoto
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert.
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert. © Boris Schumacher/imago
Das aktuelle Arbeitsverhältnis von Dayot Upamecano mit dem FC Bayern würde 2026 enden.
Die Vertragslaufzeit von Dayot Upamecano beträgt noch über drei Jahre. Das aktuelle Arbeitsverhältnis mit dem FC Bayern würde 2026 enden.  © Markus Fischer/imago
Nach der Vertragsverlängerung im Juni 2024 ist Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic bis 2029 gebunden.
Nur einen Monat nach Krätzig erhielt Aleksandar Pavlovic seinen ersten Profivertrag in München, auch er soll bis mindestens 2027 bleiben. © UWE KRAFT / Imago
Nach langem Hin und Her ist klar: Joshua Kimmich bleibt bis 2029 beim Rekordmeister.
Joshua Kimmich darf immer häufiger mit der Kapitänsbinde auflaufen. Das Arbeitspapier des Nationalspielers ist bis 2029 datiert.  © Imago
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028.
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028. © Lackovic / Imago Images
Der Vertrag von Konrad Laimer, ebenfalls 2023 ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit.
Der Vertrag von Konrad Laimer, ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit. © IMAGO/Markus Fischer
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.  © Danilo Di Giovanni/imago
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026.
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026. © IMAGO/Silas Schueller/DeFodi Images
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert.
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert. © Mladen Lackovic/imago
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.  © Frank Hoermann/Sven Simon
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch zwei Jahre länger gebunden – bis 2027.
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch ein Jahr länger gebunden – bis 2027. © Memmler/imago
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029.
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029. © Sebastian Frej / Imago Images
Harry Kane bei einem Spiel des FC Bayern München
Mit einer angeblichen Ablöse von rund 100 Millionen Euro plus möglichen Boni ist Harry Kane der teuerste FCB-Einkauf der Geschichte. Sein Kontrakt läuft bis 2027. © IMAGO/Ulmer
Thomas Müller bleibt Münchner. Im Dezember 2023 verlängerte das Urgestein und unterschrieb einen neuen Vertrag bis zum Ende der Saison 2024/25.
Bis 2025 ist ebenfalls der Ur-Bayer Thomas Müller an die Münchner gebunden.  © ULMER/imago
Stürmer Serge Gnabry ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.
Um Serge Gnabry gab es zuletzt immer wieder Wechsel-Gerüchte. Er ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.  © Martin Hangen/imago

FC Bayern bei Inter Mailand: Ein letztes Mal San Siro?

Das San Siro ist von einem Mythos umgeben, den auch das Team von Vincent Kompany im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals an diesem Mittwoch genießen sollten. Denn mit Blick auf bisher vier Auftritte gegen Inter im größten Stadion Italiens seit 1988 lässt sich leicht ausrechnen, dass der nun kommende womöglich der letzte für den deutschen Rekordmeister sein könnte.

„Sie wollen mein Büro abreißen“, sagt Tancredi Palmeri, zum Lachen ist dem renommierten Journalisten (u.a. Sportitalia TV, CNN, Gazzetta Dello Sport) dabei nicht zumute, im Gegenteil. Die Pläne der beiden Mailänder Clubs Inter und AC sind ausgereift: läuft alles wie von den Eigentümern erhofft, befindet sich die Spielstätte San Siro derzeit in ihrem letzten Akt. Das Giuseppe-Meazza-Stadion nähert sich langsam aber sicher seinem Verfallsdatum.

Das legendäre Stadion in Mailand, das Guiseppe-Meazza in San Siro, soll abgerissen werden.

Bis Juli muss alles in trockenen Tüchern sein

Nach vier großen Umbaumaßnahmen und 100 Jahren (Baujahr: 1926) soll Schluss sein, ein Neubau für anderthalb Milliarden Euro ist angedacht. Und allein die Vorgeschichte zeigt, wie sehr die Pläne die Stadt spalten. Seit Jahren steht das Projekt zur Debatte, nun, wo der zweite Tribünenrang 70 Jahre nach seiner Fertigstellung im Juli diesen Jahres zum Kulturgut werden würde, „tickt die Uhr“, sagt Palmeri.

Drei Monate bleiben noch, um das Gelände der Stadt abzukaufen und über US-amerikanische Investmentsfonds ein San Siro 2.0 zu errichten. Vorbild: Juventus Turin, das 2011 neu gebaut hat und seitdem neun Mal Meister wurde.

„Die Leute hier denken, neue Infrastruktur bringt Geld. Und Geld bringt Erfolg“, sagt Palmeri. Was in der simpel klingenden Formel aber vergessen wird: „Dass die Magie des San Siro einmalig ist.“ Palmeri, 44, hat vier Europa- und vier Weltmeisterschaften miterlebt, zwei Mal die Copa America begleitet, aber über das Stadion in seiner Wahlheimat sagt er: „Jeder, der hier das erste Mal ist, ist geschockt.“ Im positiven Sinne, versteht sich. „In Nächten wie jener, die nun auch am Mittwoch ansteht, ist dieses Stadion mit keinem anderen zu vergleichen.“

Hat Angst um sein „Büro“: Journalist Tancredi Palmeri rechnet mit dem Neubau.

Palmeri: „Unser zweites Wahrzeichen“

In München spricht man gerne vom Champagner-Publikum, in Mailand sagt man, man müsse sich für das Spektakel fast einen Smoking anziehen. Und trotzdem wird es laut, sehr laut. „Die Fans fallen hier fast aufs Feld. Sie werden schreien und singen.“

Gänsehaut ist innen garantiert, Eindruck macht das Stadion aber schon von außen. Palmeri ist sich sicher: „Würde man in 100 Städten der Welt 100 Bilder vom San Siro verteilen: jeder würde es erkennen.“ Die elf spiralförmigen Treppentürme alleine sind einmalig: „Neben dem Dom ist das unser zweites Wahrzeichen.“

Vielen Mailändern blutet das Herz. Aber vielleicht gibt es im letzten Akt ja noch eine Art Extra-Magie. Bisher hat Bayern im San Siro gegen Inter immer gewonnen. Diesmal, sagt Palmeri, „stehen die Chancen bei 60:40 für uns.“ Vielleicht wäre es nach einem Sieg gegen die Unbezwingbaren leichter, den Vorhang fallen zu lassen.

Auch wenn es dann, wenn nach der Eröffnung der Olympischen Spiele 2026 begonnen und wohl ab 2031 im neuen Prunkbau gespielt wird, so sein wird „wie überall sonst“.

Hanna Raif

Rubriklistenbild: © IMAGO/Roger Petzsche

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