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Vor der Jahreshauptversammlung

Herbert Hainer enthüllt die wahre Macht von Hoeneß und Rummenigge beim FC Bayern

Herbert Hainer möchte Präsident des FC Bayern bleiben. Im exklusiven Interview spricht er über seine Pläne und die Rolle von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge.

München – Es läuft beim FC Bayern – und damit soll an diesem Wochenende nicht Schluss sein. Auf dem Rasen geht‘s am Samstag (18.30 Uhr) gegen Bayer Leverkusen um den nächsten Sieg, daneben am Sonntag (10.30 Uhr) auf der Jahreshauptversammlung im BMW Park um die Wiederwahl von Herbert Hainer (71). Der Präsident hat viel vor in den kommenden drei Jahren – wie er im großen Interview verrät.

Herr Hainer, seit dem Pokalspiel wissen wir: der FC Bayern kann auch Rückstände drehen. Ist die Brust seit der Reise nach Köln noch breiter als zuvor?
Wir haben eine starke Mannschaft, die bisher nicht nur alle Herausforderungen meistert, sondern dabei auch die Fans begeistert. Aber wir sind jetzt gerade erst im Herbst - die Titel werden im Frühjahr vergeben, und dann wird eine breite Brust entscheidend. Man sieht die Handschrift von Vincent Kompany, da ist viel Überzeugung im Spiel, alles hat sich noch einmal weiterentwickelt.
Herbert Hainer
Was erwartet die Fans bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung am Sonntag?
Die Veranstaltung steht im Zeichen von „125 Jahre FC Bayern“; unter anderem gibt es eine Ausstellung inklusive Foto-Spots mit Exponaten aus unserer Vereinsgeschichte. Seit zwei Jahren verzeichnen wir einen historischen Mitgliederzuwachs, was zeigt, dass der Verein auch abseits der Spielfelder viel richtig macht. Um unseren Willen zum Austausch zu unterstreichen, veranstalten wir am Tag zuvor erneut ein Weißwurstfrühstück im BMW Park, zu dem sich 1000 Mitglieder angemeldet haben, 200 wurden ausgelost. Das Präsidium wird da sein, dazu unter anderen unser Sportvorstand Max Eberl. Auch da werden wir darüber reden, welche Themen es für den Sonntag gibt.

„Das Thema rot-weiße Trikots wird zum Beispiel wohl wieder kommen“

Sie schlafen also gut?
Ich habe generell einen guten Schlaf. Auch vor der Jahreshauptversammlung 2021 habe ich gut geschlafen - das Ausmaß hatte man vorher nicht so absehen können. Dass wir damals Fehler gemacht haben, haben wir offen eingeräumt. 2022 wussten wir dann, dass wir gut vorbereitet sind.
Wie blicken Sie heute zurück auf dieses Stahlbad?
Wir haben 2021 viel gelernt. Gleich am nächsten Tag habe ich die Mitglieder angerufen, die auf der JHV nicht mehr zu Wort gekommen sind. Seitdem besuche ich noch regelmäßiger Fanclubs, dazu haben wir Dialogformate eingeführt und nun unser Ehrenamtsprogramm „Pack Ma’s“ sowie unsere Bewegungsförderung „Zam Aktiv“ für Kitas und Schulen. Unsere Mitglieder sollen sich aktiv einbringen. Allein 2025 haben wir 19 Veranstaltungen mit über 2170 Teilnehmern bei über 10.000 Anmeldungen organisiert. Die Mitglieder fühlen sich wertgeschätzt – und uns tut der Austausch gut.
Trotzdem gibt es immer wieder Überraschungen bei den Wortmeldungen.
Das Thema rot-weiße Trikots wird zum Beispiel wohl wieder kommen. Wobei man da diese Saison sagen muss: Unsere Trikots sind ja rot-weiß. Vielleicht gefallen sie nicht jedem, aber laut Verkaufszahlen kommen sie bei vielen auch gut an. So oder so sind wir aber für die nächste Saison optimistisch: das neue Trikot wird gefallen. Und die Frage von Hansi Gehrlein nach Freibier wird vermutlich auch kommen (lächelt).
Wie bereiten Sie sich auf das Thema Jerome Boateng vor?
Der Verein hat sich dazu geäußert, Jerome Boateng auch. Nach einem konstruktiven Austausch wurde entschieden, dass diese Hospitanz nicht stattfinden wird. Grundsätzlich sind wir bei jedem Thema, das auf der JHV angesprochen wird, für Austausch bereit.

Musiala und Olise wählen Flitzer, Bischof allein unterwegs – die neuen Autos der Bayern–Stars

Sven Ulreich wählte den SQ6 e-tron in Magnetgrau aus.
Sven Ulreich wählte den SQ6 e-tron in Magnetgrau aus. © Karl Scholten/Audi
Alphonso Davies bevorzugt den RS e-tron GT performance in Mythosschwarz Metallic.
Alphonso Davies bevorzugt den RS e-tron GT performance in Mythosschwarz Metallic. © Karl Scholten/Audi
Aleksandar Pavlovic nutzt nun den Audi Q6 SUV e-tron in Magnetgrau. Hier machte er noch eine Probefahrt mit einem anderen Auto.
Aleksandar Pavlovic nutzt nun den Audi Q6 SUV e-tron in Magnetgrau. Hier machte er noch eine Probefahrt mit einem anderen Auto. © Karl Scholten/Audi
Serge Gnabry gab vor der Autoübergabe noch Unterschriften. Der Offensivspieler entschied sich für den Audi Q8 SUV TFSI e in Gletscherweiß Metallic.
Serge Gnabry gab vor der Autoübergabe noch Unterschriften. Der Offensivspieler entschied sich für den Audi Q8 SUV TFSI e in Gletscherweiß Metallic. © Karl Scholten/Audi
Auch Manuel Neuer unterschrieb fleißig Jacken und Shirts. Der Torhüter nahm außerdem den Audi Q8 SUV TFSI e in Mythosschwarz Metallic entgegen.
Auch Manuel Neuer unterschrieb fleißig Jacken und Shirts. Der Torhüter nahm außerdem den Audi Q8 SUV TFSI e in Mythosschwarz Metallic entgegen. © Karl Scholten/Audi
Leon Goretzka erhielt den Audi Q8 SUV TFSI e in Mythosschwarz Metallic.
Leon Goretzka erhielt den Audi Q8 SUV TFSI e in Mythosschwarz Metallic. © Karl Scholten/Audi
Auch ein Teamfoto mit Audi wurde am Ende noch geschossen.
Auch ein Teamfoto mit Audi wurde am Ende noch geschossen. © Karl Scholten/Audi
Die Keeper des FC Bayern München schossen noch ein Teamfoto vor dem Rennauto.
Die Keeper des FC Bayern München schossen noch ein Teamfoto vor dem Rennauto. © Karl Scholten/Audi
Eintracht Frankfurt v FC Bayern München - Bundesliga
Auch Luis Díaz darf sich über einen neuen Wagen freuen. © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images
Bangkok, Thailand - December 1, 2019: The silver Audi Q8 55 TFSI Quattro showcase at the Thailand In
Der Kolumbianer ist seit seinem Wechsel nach München, wie Manuel Neuer, in einem Audi Q8 SUV TFSI e unterwegs. Damit sind die beiden Stars aber nicht alleine. © Copyright: xICKEDAx via imago-im
Fussball / FC Bayern München vs. FC Paphos - Abschlusstraining
Auch Jonathan Tah… © IMAGO/Mladen Lackovic
München, Deutschland 13. Juli 2023: Fussball, Herren, Saison 2023/2024, FC Bayern München, Säbener Strasse, Trainingsgel
…und Konrad Laimer fahren dieses Modell. © IMAGO/Ulrich Wagner
FC Bayern auf dem Oktoberfest 2025
Neuzugang Nicolas Jackson hat sich ebenfalls für diesen Typ entschieden, wählte als Farbe ein schickes mythosschwarz metallic. © FC Bayern Muenchen Clubfotograf
2025 Formula One Spanish Grand Prix
Superstar Harry Kane fährt das identische Modell und der identischen Farbe. © IMAGO/Jay Hirano
e-Car Powerstation at FC Bayern Munich Allianz Arena in Munich, Germany, Aug 27, 2022.
Neben Díaz fahren zwei weitere Spieler diesen Audi in Daytonagrau Perleffekt. © IMAGO
Fussball, Herren, Champions League, Saison 2025/2026, FC Bayern München, Abschlusstraining
Es sind die Verteidiger Min-jae Kim… © IMAGO/Ulrich Wagner
FC Augsburg - FC Bayern München
…und Sascha Boey. © IMAGO/Revierfoto
Fussball 1. Bundesliga FC Bayern Muenchen - FC St. Pauli 3-2
Hiroki Ito entschied sich als einziger Spieler für eine ganz besondere Farbe. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Sein Audio erscheint in waitomoblau metallic.
Sein Audio erscheint in waitomoblau metallic. © Imago
Paris Saint-Germain v FC Bayern Munchen - FIFA Club World Cup 2025 Quarter-final
Für Jamal Musiala war sein Auto während seiner Verletzungsphase und seiner eingeschränkten physischen Mobilität besonders wichtig. © IMAGO/Latin Sport Images
Audi RS e-tron GT electric sports car at the dark background. Almaty, Kazakhstan - January 10, 2023.
Der Offensivspieler bewegt sich einem Audi RS e-tron GT Performance durch München. © Medvedsky.kz via imago-images.de
GER, FC Bayern Muenchen vs. RB Leipzig, Fussball, Bundesliga, 15. Spieltag, Spielzeit 2024/2025, 20.12.2024.
Dieses Gefährt passt auch zu einem anderen jungen Superstar der Bayern: Michael Olise. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Heike Feiner
Fussball / FC Bayern München / Training
Tom Bischof ist seit Sommer auch ein Spieler des FC Bayern München und wählte als einziger Profi ein ganz besonders Modell. © IMAGO/Mladen Lackovic
Illustration picture shows an Audi Q4 40 Sportback e-tron at the press opening of the 100th edition of the Brussels Moto
Der junge Kicker wählte den Audi Q4 Sportback 40 e-tron in Mythosschwarz Metallic. © IMAGO/ERIC LALMAND
Audi ist seit 2002 Partner des FC Bayern, seit 2011 Anteilseigner und stattet die Stars jährlich mit schicken Wagen aus.
Audi ist seit 2002 Partner des FC Bayern, seit 2011 Anteilseigner und stattet die Stars jährlich mit schicken Wagen aus. © Imago
Das soziale Engagement ist in den vergangenen Jahren enorm ausgebaut worden, in unserer globalen Welt führt das hier und da zu Reibungspunkten. Nimmt man den Vorwurf der Doppelmoral bewusst in Kauf – oder sollte man einen Gang zurückschalten?
Der Sport steht beim FC Bayern immer an erster Stelle. Aber Persönlichkeiten wie Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß haben in diesem Verein eine starke soziale Verantwortung etabliert, und gerade in Zeiten, in denen zersetzende Kräfte unsere Demokratie aushöhlen, kann der Sport verbinden. Daher dürfen wir gerade jetzt nicht nachlassen! Der FC Bayern hat durch seine Strahlkraft eine Verantwortung, unsere Spielerinnen und Spieler sind Vorbilder, zu denen viele Menschen weltweit aufschauen. Dass es bei über 410.000 Mitgliedern mal Kontroversen gibt, ist logisch. Aber diesen stellen wir uns.

Bayern-Präsident Hainer mahnt vor Stillstand

Man hat hier im Hause ja eine gute Streitkultur…
Auf jeden Fall. Wobei es beim Thema soziale Verantwortung des Vereins ja keinen Dissens geben kann.
Wer ist Ihr liebster Streit-„Gegner“?
Es ist ganz generell normal, dass nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen herrschen kann. Denn man kommt ja nicht weiter, wenn alle immer das gleiche Lied singen.
Sie sind viel an der Säbener Straße, selten daheim. Ihr Satz: „Zuhause wartet niemand mehr auf mich“ hat zuletzt berührt. Wie haben Sie nach dem Tod ihrer Frau zurück ins Leben gefunden?
Der FC Bayern hat mir in dieser Zeit sehr geholfen, das ist richtig. Es wird immer viel davon geredet, dass ein Verein eine Heimat ist, der Menschen Halt gibt. Wir möchten das vorleben – und ich habe es selbst erlebt. Für mich ist das keine Phrase. Aber ich kann mich auch beschäftigen, wenn beim FC Bayern mal nichts stattfindet. Ich versuche, viel Sport zu treiben, bin ein geselliger Typ und weiß, dass man Freundschaften pflegen muss. Sonst steht man irgendwann alleine da.
Reflektieren Sie bei Ereignissen wie einer Wiederwahl bewusst? Also: wo stand der FC Bayern vor drei Jahren, wo steht er heute, wo soll er in drei Jahren stehen?
Wir dürfen uns auf keinen Fall ausruhen! Die Herausforderungen werden nicht kleiner angesichts der Möglichkeiten der europäischen Konkurrenz mit ihren finanzstarken Fremdinvestoren. Wir wollen unabhängig bleiben, dafür müssen wir auch an Stellschrauben im Profibereich drehen, zum Beispiel an den Gehaltsstrukturen. Denn wir wollen nicht bei der Bank betteln, wenn wir einen Harry Kane verpflichten wollen. Es geht darum, zu bewahren, was uns stark macht – und zu erneuern, was uns weiterbringt.
Wie lange dauert es denn, das Gehaltsgefüge im Kader wieder zu normalisieren?
Max Eberl und Christoph Freund arbeiten daran. Einige Verträge laufen aus, einige wollen wir gern verlängern, neue Spieler kommen hinzu. Man muss gemeinsam Lösungen finden. Aber wir sind auf einem guten Weg.
Dayot Upamecano könnte den FC Bayern verlassen.
Wie sehen Sie den Fall Dayot Upamecano in diesem Kontext?
Max hat ja schon gesagt, dass wir gerne mit ihm verlängern wollen. Es muss immer für beide Seiten passen.
Eine Botschaft an Upamecano?
Ganz allgemein müssen wir unserer Linie treu bleiben. So ist ja auch der Transfersommer zu bewerten. Es gab Überlegungen, noch den einen oder anderen Spieler zu holen. Aber wir haben gesagt: Der Kader passt, wie er ist – und bietet die Möglichkeit, junge Spieler einzubinden. Denn Eigengewächse gehören zur Erfolgsformel des FC Bayern, siehe aktuell Lennart Karl. Das ist übrigens auch ein drängendes Thema bei den Fans. Da geht es um Identität.
Der FC Bayern versteht sich gerne als Familie. Was sagen denn die Fans mit Blick auf die Kluft zur Premier League: Lieber auf Erfolg verzichten – und dafür den Werten treu bleiben?
Ich bin der Meinung, dass wir mit unserer Philosophie punkten können. Es muss unser Ziel sein, Erfolg zu haben, ohne unsere DNA zu vernachlässigen. Wenn es heißt, es kommen keine Stars mehr zu uns, muss man nur mal unseren Kader anschauen, der mit internationalen Top-Spielern gespickt ist. Ein weiteres Beispiel ist, dass Vincent Kompany seinen Vertrag so frühzeitig verlängert. Durch seinen Erfolg bei uns weckt er das Interesse von internationalen Topklubs, die mehr Geld zur Verfügung haben als wir. Aber was der FC Bayern in die Waagschale wirft, ist überzeugend. Für unsere DNA gibt es kein Preisschild und keine Ablösesumme. Die hat man oder man hat man nicht.

„Beim FC Bayern ist alles nochmal eine Nummer größer“

Es stehen ja drei Trophäen auf dem Podium – von Frauen, Männern und Basketballern.
Diese drei Meisterschaften machen uns stolz, denn genau das ist unser Anspruch. Ich habe immer gesagt, dass ich der Präsident für alle sein möchte, daher freut mich das: Dieses bayerische Triple ist uns noch nie gelungen. Trotzdem ist unser Hunger nicht gestillt.
Gilt das auch für die Finanzen?
Jan-Christian Dreesen wird dieses Jahr wieder die Zahlen präsentieren – ich denke, wir können zufrieden sein.
Dabei ging lange die Angst rum, dass die Zahlen in der abgelaufenen Saison rot sind. Wieso wurde Alarm geschlagen?
Das Signal nach draußen, dass es nicht einfacher wird, ist bewusst gesendet worden. Denn jeder muss wissen: Auch uns fallen die gebratenen Tauben nicht in den Mund. Wir fangen aber jetzt nicht an, an der Säbener Straße das Obst für die Belegschaft zu streichen, wir versuchen eher, an den großen Hebeln anzusetzen: Transfererlöse, Verträge, Infrastruktur.
Max Eberl hat fleißig Spieler verkauft und Gehälter eingespart. Hat er im Herbst 2025 ein besseres Standing als im Herbst 2024?
Beim FC Bayern ist alles nochmal eine Nummer größer, es gibt viele starke Persönlichkeiten und damit auch mal Diskussionen. Aber all die Spekulationen, die da immer wieder mal aufkamen, darf man nicht zu hoch hängen. Es war beispielsweise seine Initiative, Vincent Kompany und Michael Olise zu verpflichten. Diese beiden machen uns jeden Tag Freude.
Was denken Sie als Chef eigentlich, wenn sich mal wieder ein Ex-Boss öffentlich äußert?
(lächelt) Nach 20 Jahren im Aufsichtsrat beim FC Bayern und sechs Jahren als Präsident kann man die Dinge schon einordnen. Wir sind unheimlich froh, dass wir Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge im Aufsichtsrat haben und wären ja schlecht beraten, wenn wir sie nicht im Boot hätten. Ich hoffe, dass uns die beiden noch lange erhalten bleiben. Ihr Wissen ist unersetzlich. Wenn Karl-Heinz Rummenigge oder Uli Hoeneß bei einem Verein oder einem Spieler anrufen, hat das ein enormes Gewicht – natürlich hat niemand sonst aus unserem Aufsichtsrat so eine Wucht in der Fußballwelt wie die beiden, und das hilft uns immer wieder. Es hat den FC Bayern immer ausgezeichnet, auch ehemalige Spieler einzubinden.

Matthäus nur der Letzte: Fehden von Uli Hoeneß haben beim FC Bayern lange Tradition

Uli Hoeneß leitet seit Jahrzehnten die Geschicke des FC Bayern München. In dieser Zeit hat der Bayern-Patron schon häufig mit seinen Äußerungen für Ärger gesorgt.
Uli Hoeneß leitet seit Jahrzehnten die Geschicke des FC Bayern München. In dieser Zeit hat der Bayern-Patron schon häufig mit seinen Äußerungen für Ärger gesorgt.  © IMAGO/DeFodi Images/MIS
Jüngstes Beispiel ist die Fehde mit TV-Experte und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Die Wurzeln des Streits liegen im Bayern-Transferpoker um Nick Woltemade.
Seinen jüngsten Streit erlebt der Bayern-Patron mit TV-Experte und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Die Wurzeln des Streits liegen im Bayern-Transferpoker um Nick Woltemade. © IMAGO/HMB-Media/Ulrich Wagner
Matthäus hatte dem ehemaligen VfB-Stürmer einen Marktwert von 80 bis 100 Millionen Euro attestiert. Hoeneß reagierte daraufhin mit der Beleidigung, Matthäus habe „nicht alle Tassen im Schrank“. Kurze Zeit später legte er nach: „Wir haben uns wenig zu sagen, weil ich festgestellt habe, dass er noch keine neue Tasse gefunden hat“.
Matthäus hatte dem ehemaligen VfB-Stürmer einen Marktwert von 80 bis 100 Millionen Euro attestiert. Hoeneß reagierte daraufhin mit der Beleidigung, Matthäus habe „nicht alle Tassen im Schrank“. Kurze Zeit später legte er nach: „Wir haben uns wenig zu sagen, weil ich festgestellt habe, dass er noch keine neue Tasse gefunden hat“. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Das konnte Matthäus wiederum nicht auf sich sitzen lassen. In seiner Sky-Kolumne erwiderte er:  „Das meiste von dem, was Uli gesagt hat, habe ich als peinlich empfunden.“
Das konnte Matthäus wiederum nicht auf sich sitzen lassen. In seiner Sky-Kolumne erwiderte er: „Das meiste von dem, was Uli gesagt hat, habe ich als peinlich empfunden.“  © IMAGO/Sebastian Bach
Einen legendären Schlagabtausch lieferte sich Uli Hoeneß 1989 auch schon mit Christoph Daum. Daum hatte zuvor über den damaligen Bayern-Trainer Jupp Heynckes gelästert.
Einen legendären Schlagabtausch lieferte sich Uli Hoeneß 1989 auch schon mit Christoph Daum. Daum hatte zuvor über den damaligen Bayern-Trainer Jupp Heynckes gelästert. © SVEN SIMON via www.imago-images.de
Im ZDF-Sportstudio trafen Daum und Hoeneß (hier mit Jupp Heynckes) wenig später aufeinander und lieferten sich einen verbalen Schlagabtausch. Das kuriose Streit-Interview sollte noch lange und sehr intensiv nachwirken.
Im ZDF-Sportstudio trafen Daum und Hoeneß (hier mit Jupp Heynckes) wenig später aufeinander und lieferten sich einen verbalen Schlagabtausch. Das kuriose Streit-Interview sollte noch lange und sehr intensiv nachwirken. © IMAGO / Ferdi Hartung
Nach Daums Tod im August 2024 sagte Hoeneß: „Christoph Daum ist sein ganzes Leben keinem Disput aus dem Weg gegangen, aber wir beide haben vor langer Zeit unseren Frieden gemacht, und die Nachricht von seinem Tod macht auch mich sehr betroffen.“
Nach Daums Tod im August 2024 sagte Hoeneß: „Christoph Daum ist sein ganzes Leben keinem Disput aus dem Weg gegangen, aber wir beide haben vor langer Zeit unseren Frieden gemacht, und die Nachricht von seinem Tod macht auch mich sehr betroffen.“ © IMAGO / Revierfoto
Zoff hatte Hoeneß auch mit seinem ehemaligen Mitspieler und langjährigem Freund Paul Breitner. Breitner hatte Hoeneß und die FCB-Führung nach der legendären Wut-PK 2018 kritisiert.
Zoff hatte Hoeneß auch mit seinem ehemaligen Mitspieler und langjährigem Freund Paul Breitner. Breitner hatte Hoeneß und die FCB-Führung nach dessen Wut-PK 2018 kritisiert. © IMAGO/Lackovic/Jan Huebner
Breitner wurde daraufhin als Ehrenspielführer von der Ehrentribüne des FCB verbannt. „Ich habe mit Paul Breitner gebrochen, als ich aus dem Gefängnis kam - und das war‘s für mich“, gab Hoeneß zu Protokoll.
Breitner wurde daraufhin als Ehrenspielführer von der Ehrentribüne des FCB verbannt. „Ich habe mit Paul Breitner gebrochen, als ich aus dem Gefängnis kam - und das war‘s für mich“, gab Hoeneß zu Protokoll. © IMAGO/Sportfoto Zink / Wolfgang Zink
Zur Erleichterung vieler Bayern-Fans haben sich die beiden Streithähne mittlerweile aber wieder vertragen. „Wir haben uns ausgesprochen vor einiger Zeit und das Kriegsbeil ist total begraben“, sagte Uli Hoeneß 2023.
Zur Erleichterung vieler Bayern-Fans haben sich die beiden Streithähne mittlerweile aber wieder vertragen. „Wir haben uns ausgesprochen vor einiger Zeit und das Kriegsbeil ist total begraben“, sagte Uli Hoeneß 2023. © IMAGO/Dave Bedrosian
Die Wut-PK, die der Auslöser für die Breitner-Verbannung war, sollte übrigens auch für mächtig Furore sorgen. Die Bayern-Führung rund um Hoeneß, Rummenigge und Salihamidžić legte einen denkwürdigen Auftritt hin.
Die Wut-PK, die der Auslöser für die Breitner-Verbannung war, sollte übrigens auch für mächtig Furore sorgen. Die Bayern-Führung rund um Hoeneß, Rummenigge und Salihamidžić legte einen denkwürdigen Auftritt hin. © Frank Hoermann/SVEN SIMON
Dort gingen die Bayern-Bosse hart mit den Medien ins Gericht – Rummenigge zitierte dabei sogar das Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Für Kopfschütteln sorgte allerdings Hoeneß, als er sich Ex-Spieler Juan Bernat vorknöpfte und die Auftritte des Spaniers im Bayern-Trikot heftig, teils unter der Gürtellinie, kritisierte.
Dort gingen die Bayern-Bosse hart mit den Medien ins Gericht – Rummenigge zitierte dabei sogar das Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Für Kopfschütteln sorgte allerdings Hoeneß, als er sich Ex-Spieler Juan Bernat vorknöpfte und die Auftritte des Spaniers im Bayern-Trikot heftig, teils unter der Gürtellinie, kritisierte. © IMAGO / Sven Simon
„Die würde ich heute nicht mehr so machen. Da haben wir eindeutig Fehler gemacht – auch im Verhältnis zu den einen oder anderen Journalisten“, gab Hoeneß angesprochen auf die PK mittlerweile zu. Der Auftritt sei als „Appell an die Mannschaft“ geplant gewesen, letztlich aber nach hinten losgegangen.
„Die würde ich heute nicht mehr so machen. Da haben wir eindeutig Fehler gemacht – auch im Verhältnis zu den einen oder anderen Journalisten“, gab Hoeneß mittlerweile zu. Der Auftritt sei als „Appell an die Mannschaft“ geplant gewesen, letztlich aber nach hinten losgegangen. © IMAGO/Jan Huebner
Auch die Trennung vom damaligen Bayern-Sportdirektor Oliver Kahn verlief nicht ganz ohne Nebengeräusche. „Die Berufung von Oliver Kahn als Vorstandsvorsitzender war ein großer Fehler“, sagte Hoeneß: „Und als ich erkannt habe, dass er das nicht kann, habe ich mit Karl-Heinz Rummenigge gesprochen und das geändert.“
Auch die Trennung vom damaligen Bayern-Sportdirektor Oliver Kahn verlief nicht ganz ohne Nebengeräusche. „Die Berufung von Oliver Kahn als Vorstandsvorsitzender war ein großer Fehler“, sagte Hoeneß: „Und als ich erkannt habe, dass er das nicht kann, habe ich mit Karl-Heinz Rummenigge gesprochen und das geändert.“ © IMAGO / Michael Weber
Dabei konnte sich Hoeneß auch eine Spitze gegen die Arbeitseinstellung Kahns nicht verkneifen. „Oliver Kahn hat kürzlich in einem Interview gesagt: ‚Ein CEO muss nicht 24 Stunden am Tag arbeiten.‘ Da habe ich drauf geantwortet: ‚Zwölf Stunden sollten es aber schon sein.‘“
Dabei konnte sich Hoeneß auch eine Spitze gegen die Arbeitseinstellung Kahns nicht verkneifen. „Oliver Kahn hat kürzlich in einem Interview gesagt: ‚Ein CEO muss nicht 24 Stunden am Tag arbeiten.‘ Da habe ich drauf geantwortet: ‚Zwölf Stunden sollten es aber schon sein.‘“ © IMAGO / Future Image
Oliver Kahn wurde von dem Hoeneß-Nachtreten offenbar überrascht. „Ehrlich gesagt, bin ich verwundert darüber“, meldete er sich zu Wort. „Der FC Bayern und ich hatten im Sommer vereinbart, dass wir dieses Kapitel freundschaftlich schließen wollen und ich auch in Zukunft gerne Teil der Bayern-Familie bleibe.“
Oliver Kahn wurde von dem Hoeneß-Nachtreten offenbar überrascht. „Ehrlich gesagt, bin ich verwundert darüber“, meldete er sich zu Wort. „Der FC Bayern und ich hatten im Sommer vereinbart, dass wir dieses Kapitel freundschaftlich schließen wollen und ich auch in Zukunft gerne Teil der Bayern-Familie bleibe.“ © IMAGO/osnapix / Michael Titgemeyer
Dass Uli Hoeneß sich mit Kritik nicht zurückhält, musste auch Thomas Tuchel schmerzlich erfahren. Kurz vor dem Champions-League-Halbfinale gegen real Madrid erklärte Hoeneß, dass Tuchel bei Misserfolgen lieber neue Spieler fordere, als die eigenen zu verbessern.
Dass Uli Hoeneß sich mit Kritik nicht zurückhält, musste auch Thomas Tuchel schmerzlich erfahren. Kurz vor dem Champions-League-Halbfinale gegen real Madrid erklärte Hoeneß, dass Tuchel bei Misserfolgen lieber neue Spieler fordere, als die eigenen zu verbessern. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Trotz großer Kritik hielt der Bayern-Patron an seiner Aussage fest. Tuchel reagierte verständlicherweise verärgert auf die Vorfürfe. Diese seine „absolut haltlos.“ Er fügte an: „Ich fühle mich in meiner Trainerehre verletzt.“
Trotz großer Kritik hielt der Bayern-Patron an seiner Aussage fest. Tuchel reagierte verständlicherweise verärgert auf die Vorfürfe. Diese seine „absolut haltlos.“ Er fügte an: „Ich fühle mich in meiner Trainerehre verletzt.“ © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Ob Die Toten Hosen damit gerechnet haben? 1999 attackierte Hoeneß die Düsseldorfer Band, nachdem sie ihren Song „Ich würde nie zum FC Bayern München gehen“ veröffentlicht hatten.
Ob Die Toten Hosen damit gerechnet haben? 1999 attackierte Hoeneß die Düsseldorfer Band, nachdem sie ihren Song „Ich würde nie zum FC Bayern München gehen“ veröffentlicht hatten. © IMAGO/Christoph Hardt
Uli Hoeneß fand das Lied natürlich gar nicht toll. Er sagte zu dem erfolgreichen Song: „Das ist der Dreck, an dem unsere Gesellschaft irgendwann ersticken wird.“
Uli Hoeneß fand das Lied natürlich gar nicht toll. Er sagte zu dem erfolgreichen Song: „Das ist der Dreck, an dem unsere Gesellschaft irgendwann ersticken wird.“ © Roland Krivec/DeFodi.de
Und sogar die Bayern-Fans bekamen einst ihr Fett weg. Bei der Jahreshauptversammlung im November 2007 wütete Hoeneß mit hochrotem Kopf gegen die schlechte Stimmung im Stadion: „Dafür seid ihr doch dafür verantwortlich und nicht wir. Das ist doch unglaublich.“
Und sogar die Bayern-Fans bekamen einst ihr Fett weg. Bei der Jahreshauptversammlung im November 2007 wütete Hoeneß mit hochrotem Kopf gegen die schlechte Stimmung im Stadion: „Dafür seid ihr doch dafür verantwortlich und nicht wir. Das ist doch unglaublich.“ © IMAGO / Frinke
Zur Kritik an den hohen Ticketpreisen in der Allianz Arena sagte er: „Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid? Dafür dass wir uns hier seit Jahren den Arsch aufreissen. Dass wir dieses Stadion hingestellt haben. Aber das hat 340 Millionen Euro gekostet. Und das ist nun mal mit sieben Euro in der Südkurve nicht zu finanzieren.
Zur Kritik an den hohen Ticketpreisen in der Allianz Arena sagte er: „Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid? Dafür dass wir uns hier seit Jahren den Arsch aufreissen. Dass wir dieses Stadion hingestellt haben. Aber das hat 340 Millionen Euro gekostet. Und das ist nun mal mit sieben Euro in der Südkurve nicht zu finanzieren. © IMAGO / MIS
Am Tag nach seinem Ausraster sieht er sich zu einem öffentlichen Brief gezwungen. „Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, bei mir sind die Sicherungen durchgebrannt.“ Dennoch stellt er klar: „Natürlich stehe ich zu meinen Aussagen. Ich bin der Meinung, dass wir diese Vorwürfe nicht verdient haben.“
Am Tag nach seinem Ausraster sieht er sich zu einem öffentlichen Brief gezwungen. „Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, bei mir sind die Sicherungen durchgebrannt.“ Dennoch stellt er klar: „Natürlich stehe ich zu meinen Aussagen. Ich bin der Meinung, dass wir diese Vorwürfe nicht verdient haben.“ © IMAGO / MIS
Die Rivalität mit dem damaligen Werder-Manager Willi Lemke galt jahrelang als eine der größten Feindschaften im deutschen Fußball. Während Hoeneß seinen Bremer Kontrahenten als „Volksverhetzer“ titulierte, nannte Lemke Hoeneß den „Totengräber des Fußballs“.
Die Rivalität mit dem damaligen Werder-Manager Willi Lemke galt jahrelang als eine der größten Feindschaften im deutschen Fußball. Immer wieder lieferten sich die beiden hitzige Verbal-Duelle. © IMAGO/Kicker/Liedel/teutopress
Nach vielen Jahren versöhnten sich Hoeneß und der mittlerweile verstorbene Lemke aber. Hoeneß habe dabei den ersten Schritt getan.
Nach vielen Jahren versöhnten sich Hoeneß und der mittlerweile verstorbene Lemke aber. Hoeneß habe dabei den ersten Schritt getan. © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON
Könnte man den Fall andersrum aufrollen: Ex-Spieler zunächst in den Aufsichtsrat holen – und sie so für die Aufgabe als Vorstand vorbereiten?
Oder in den Verwaltungsbeirat. Wenngleich wir wissen, dass Profis des FC Bayern heute nach der Karriere in der Regel ausgesorgt haben. Da müssen sie viel Leidenschaft und Herzblut mitbringen und den Willen, ihren Verein wirklich weiterzuentwickeln, Tag für Tag. Aber ehemalige Spieler verkörpern etwas, das man nicht kaufen kann: Identifikation. Ein mahnendes Beispiel ist Manchester United, das ich immer geschätzt habe: Alex Ferguson war zwar kein Spieler, aber eine Identifikationsfigur. Seitdem er weg ist, haben sie leider große Probleme.
Wer fasziniert Sie aktuell auf dem Platz eigentlich mehr: Harry Kane oder Manuel Neuer?
Beide sind ein Phänomen. Harry Kane hat eine Heatmap wie ein 18-Jähriger. Und Manuel Neuer ist mit 39 Jahren weiter einer der besten Torhüter der Welt.
Harry Kane - Bayern-Stürmer Harry Kane traf gegen den 1. FC Köln zweimal. Seine Freude vermochte der ARD-Kommentator nicht teilen.
Bei Kane wird es Gespräche geben. Wie ist der Zeithorizont?
Man merkt hier jeden Tag, wie wohl er sich fühlt. Harry weiß, dass er bei Bayern alle Titel gewinnen kann. Den Rest wird man sehen.
Und Manuel Neuer bleibt noch Ihre ganze nächste Amtszeit?
Wenn er weiter so gut hält, warum nicht? (lacht)
Ist bei Ihnen eigentlich 2028 Schluss?
Jetzt hoffe ich erstmal, gewählt zu werden. Es ist eine Ehre und es macht mir viel Freude, Präsident des FC Bayern sein zu dürfen. Bei einem Treffen mit unserem Teens Club fragte mich neulich eine Jugendliche, ob ich noch einmal Präsident eines anderen Vereins werden möchte. Das kann ich definitiv ausschließen (lacht). Mein Herz schlägt rot – schon seit den Zeiten von Franz Beckenbauer.
Unser tz-Reporterteam: Manuel Bonke und Hanna Raif (v. l.) und Herbert Hainer in der Mitte

Interview: Hanna Raif und Manuel Bonke

Rubriklistenbild: © IMAGO

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