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Nach Rauswurf und Ausraster-Vorwurf
Kahn vs. Hainer: Aussage gegen Aussage - jetzt kündigt der Ex-Boss weitere Gespräche an
Der Entlassung von Oliver Kahn beim FC Bayern folgte ein öffentlicher Schlagabtausch über die Tage vor dem Spiel in Köln. Die Aussagen unterscheiden sich massiv.
München - Nach dem Rauswurf von Oliver Kahn beim FC Bayern ist es zwischen den Münchner Bossen und dem Titan zu einem öffentlichen Schlagabtausch gekommen. Der Grund: Nach der Partie in Köln, bei der sich der FCB zum Meister krönte, kam es zu widersprüchlichen Aussagen, warum Kahn nicht mit in die Domstadt gereist war. Der 53 Jahre alte ehemalige Torhüter kündigte nun aber ein klärendes Gespräch an.
Oliver Kahn
Alter:
53 Jahre (15. Juni 1969)
Ehemalige Profi-Stationen:
Karlsruher SC, FC Bayern München
Spiele für den FC Bayern:
632
FC Bayern informierte Donnerstag Salihamidzic und Kahn über Rauswurf
Am Donnerstag hatten die Verantwortlichen des FC Bayern sowohl Hasan Salihamidzic als auch Oliver Kahn über ihre Entlassung informiert. „Wir wollten es den beiden Betroffenen früh genug sagen, damit sie die Zeit haben, damit umzugehen“, sagte Präsident Herbert Hainer auf der Pressekonferenz bei der Vorstellung von Kahn-Nachfolger Jan-Christian Dreesen. Während Salihamidzic die Nachricht „sehr, sehr gut“ aufgenommen habe, lief es mit Kahn offenbar nicht so gut.
„Es war sehr emotional, wir konnten uns am Ende des Tages nicht einvernehmlich mit ihm einigen“, erklärte Hainer. Daraufhin habe sich der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung am Freitag zusammengefunden und über die Abberufung Kahns entschieden. „Aufgrund dieser Situation konnte er am Samstag nicht mit nach Köln gehen.“ Nach einem weiteren Gespräch am Freitag, das „sehr sachlich und ruhig“ gewesen sei, habe Kahn dann am Samstagmittag laut Hainer mitgeteilt, dass er eine Sommergrippe habe und im Bett liege.
Kahn stellte die Situation auf Twitter jedoch etwas anders dar. Demnach sei es ihm „untersagt“ gewesen, mit der Mannschaft nach Köln zu reisen und zu feiern. Wenige Minuten vor der PK dementierte Kahn via Twitter ebenfalls, dass er bei seiner Entlassung „ausgerastet“ sei, wie zuvor einige Medien berichteten.
Während Hainer also von einem „emotionalen“ Gespräch und einer „nicht einvernehmlichen“ Trennung sprach, behauptete Kahn, es habe ein „ruhiges und sachliches“ Gespräch gegeben. Die Entscheidung, er könne nicht mit zum Spiel nach Köln, habe er am Samstagmorgen erhalten.
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Kahn kündigt Gespräch mit FC-Bayern-Verantwortlichen an
Nun lenkt Kahn aber ein und kündigte ein klärendes Gespräch mit der Vereinsführung an. „Wir werden uns – wenn alles abgekühlt ist – zusammensetzen und in Ruhe über alles sprechen“, sagte der 53-Jährige gegenüber der Bild. Sein Verhalten nach der Trennung verteidigte er: „Dass ich enttäuscht bin, gestern nicht mehr bei der Mannschaft gewesen zu sein, kann sicher jeder nachvollziehen.“
Als gescheitert sieht sich Kahn nach zwei Jahren als Vorstandschef beim FC Bayern aber nicht an. „Ich habe diese Verantwortung übernommen, weil ich dem Club etwas zurückgeben wollte“, sagte der langjährige Bayern-Torhüter. „Das war nach der sehr erfolgreichen Zeit mit Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge keine einfache Aufgabe.“
Auf seine Zeit bei den Münchnern blickt Kahn dennoch mit positiven Gefühlen zurück. „Der Club befindet sich aktuell in einer Übergangsphase, die immer schwierig ist und in der auch mal Fehler passieren. Auch wenn die aktuelle Situation gerade nicht einfach ist, überwiegen für mich die vielen großartigen Erlebnisse mit dem FC Bayern bei Weitem die negativen“, sagte er. „Das wird sich auch durch die Irritationen der letzten Tage nicht ändern.“ (msb/dpa)