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„Satz mit X“
Nicht nur Hoeneß: Weiterer Bayern-Boss empört über Schiedsrichter in Leverkusen
Die Verärgerung beim FC Bayern über die Schiedsrichterleistung beim 1:1 in Leverkusen ist nach wie vor groß. Nach Ehrenpräsident Uli Hoeneß meldet sich auch der aktuelle Präsident Herbert Hainer zu Wort.
Am Ende zu neunt erkämpfte sich der FC Bayern ein Unentschieden im Bundesliga-Topspiel bei Bayer Leverkusen. Chefcoach Vincent Kompany zeigte sich nach der Partie stolz auf die „mentale Leistung“ seiner Jungs. Auf das Schiedsrichterteam war er jedoch nicht gut zu sprechen. Jonathan Tah sah „viele fragwürdige Entscheidungen gegen uns“, Sportvorstand Max Eberl beklagte, dass quasi jede 50:50-Entscheidung zuungunsten des Rekordmeisters ausgefallen sei.
Mehrere strittige Szenen sorgten bei den Bayern für großes Unverständnis – allen voran die Gelb-Rote Karte gegen Luis Díaz sowie ein aberkanntes Tor von Harry Kane. Bereits unmittelbar nach dem Spiel hatte Ehrenpräsident Uli Hoeneß deutlich schärfere Worte als die sportlich Verantwortlichen gewählt: „Das war die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe.“
Die zwei großen Aufreger des Topspiels
Auch Klubpräsident Herbert Hainer meldet sich nun gegenüber der BILD zu Wort. Der 71-Jährige wählt dabei ähnlich wie Hoeneß deutliche Worte – außergewöhnlich für den sonst eher zurückhaltenden Bayern-Boss: „Normalerweise kommentiere ich Schiedsrichter nicht“. Nach der Partie in der BayArena macht er jedoch eine Ausnahme. Schiedsrichter Christian Dingert habe „einen gebrauchten Tag“ erwischt. Hainer bringt dabei seine große Unzufriedenheit auf den Punkt: „Satz mit X, das war wohl nix!“
Ausgesprochen bitter für die Bayern: Nach dem Spiel räumte Dingert selbst ein, dass er die Gelb-Rote Karte gegen Díaz nach Ansicht der Fernsehbilder nicht mehr gegeben hätte. Eberl rechnete dies dem Referee hoch an, für Hainer ist diese späte Erkenntnis zwar „aller Ehren wert“, ärgerlicherweise könne dies allerdings am Spielverlauf nichts mehr ändern.
Einser und Fünfer bei Platzverweis-Drama: Die Bayernstars in der Einzelkritik gegen Leverkusen
Im Zentrum der Diskussion stehen zwei entscheidende Spielsituationen der zweiten Halbzeit, in welche die Bayern bereits in Unterzahl starteten. Nicolas Jackson war noch vor dem Halbzeitpfiff nach einem harten Einsteigen gegen Martin Terrier regelkonform vom Platz gestellt worden. Dass dies in der Bundesliga jedoch nicht einheitlich bewertet wird, hatten die Münchner zwei Wochen zuvor nach einem vergleichbaren Foul von Nico Schlotterbeck gegen Josip Stanišić im Clásico erfahren müssen.
In der 61. Minute erzielte der kurz zuvor eingewechselte Harry Kane ein Tor, nachdem er in der Entstehung aus kürzester Distanz den Ball an den angelegten Arm bekommen hatte. Auf VAR-Intervention entschied Dingert auf Handspiel – der Treffer zählte nicht.
Noch größer war die Aufregung allerdings in der Schlussphase. In der 84. Minute ging Luis Díaz nach einem leichten Kontakt mit Keeper Janis Blaswich im Bayer-Strafraum zu Boden. Der Schiedsrichter wertete die Aktion unmittelbar als Schwalbe, und zeigte dem Bayern-Stürmer die Gelb-Rote Karte. Eine (zu schnelle) Entscheidung: Dingert räumte nach Sicht der TV-Bilder selbst ein, dass seine Einschätzung falsch gewesen sei.