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Trainierte ihn in Köln
Neuer-Erbe beim FC Bayern? Urbig-Förderer spricht Klartext
Uwe Gospodarek gilt als Förderer von Jonas Urbig. Nun erklärt der Ex-Bayern-Torhüter, warum sein ehemaliger Schützling Manuel Neuer beerben kann.
München – Uwe Gospodarek kennt beide Seiten der Medaille. Als junger Keeper erlebte er in den 90ern beim FC Bayern hautnah mit, wie schwer es ist, sich im Schatten von starken Torhütern zu behaupten. Heute blickt der 52-Jährige auf seinen ehemaligen Schützling Jonas Urbig – und sieht durchaus das Potenzial für eine große Karriere beim deutschen Rekordmeister.
„Jonas bringt perspektivisch alles mit: Er ist am Fuß sehr gut, er hat eine saubere Technik, ist beweglich, mutig, schnell und hat ein gutes Spielverständnis“, erklärt Gospodarek im Interview mit Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports. Der ehemalige Torwarttrainer des 1. FC Köln arbeitete bei den Geißböcken mit Urbig zusammen und formte den heute 22-Jährigen entscheidend mit.
Uwe Gospodarek traut Jonas Urbig beim FC Bayern die Neuer-Nachfolge zu
„Es bleibt abzuwarten, wie sich das beim FC Bayern entwickelt und ob Manuel nochmal verlängert – davon hängt alles ab.“ Genau diese Ungewissheit macht Urbigs Situation so spannend. Nach dem 4:0 gegen Brügge deutete Neuer an, dass die Zeit an ihm nagt: „Ich muss auf meine Knochen achten. Es ist schon spät und das merke ich jetzt schon wieder.“
Der 39-Jährige lächelte verschmitzt: „Es gibt gute – und bessere Tage.“ Vor dem Paris-Spiel schob er nach: „Ich bin da total entspannt. Wichtig wird auch sein, wie es mir geht. Ich lasse mir über den Winter hinweg Zeit.“ Immerhin: Das Verhältnis zwischen Neuer und Urbig ist gut. Der Kapitän fungiert als Mentor für seinen möglichen Nachfolger – ein Luxus, den Gospodarek damals nicht hatte. Die Zeiten waren eben seinerzeit andere.
Festival-Organisator, Marketing-Direktor und U17-Coach – Das machen die Weltmeister von 2014 heute
Die Parallelen sind dennoch unübersehbar. Auch Gospodarek musste sich einst hinter Raimond Aumann und später Oliver Kahn einreihen. „Der direkte Austausch mit Olli war tatsächlich begrenzter als erwartet“, erinnert er sich an die Saison 1994/95. „Dennoch konnte man bereits damals Olivers außergewöhnlichen Ehrgeiz und sein immenses Potenzial erkennen.“
Weil auf Dauer kein Weg an Kahn vorbeiführen sollte, verließ Gospodarek den FC Bayern. Diese Erfahrungen prägen Gospodareks Blick auf Urbigs Situation. Der Schlüssel liegt für ihn in der Spielpraxis: „Training allein reicht nicht aus. Betrachtet man die Statistiken der weltbesten Torhüter, zeigt sich ein klares Muster: Sie alle begannen bereits in sehr jungen Jahren zu spielen.“
„Job-Sharing“ zwischen Manuel Neuer und Jonas Urbig
Regelmäßige Einsätze seien daher „von entscheidender Bedeutung für angehende Weltklasse-Torhüter“. Zuletzt kam Urbig in Mönchengladbach und Köln zum Zug. Bereits im Februar dieses Jahres hatte Neuer verraten, dass es mit Urbig in Zukunft ein „Job-Sharing“ geben werde.
„Es ist so, dass es eine Absprache gibt“, hatte Neuer damals verlauten lassen: „Wir versuchen natürlich, dass sich der Jonas weiter entwickeln kann und das kann er ja nur, wenn er auch spielt.“ Doch Gospodarek warnt vor dem enormen Druck. „Im Torwart-Leben gibt es immer Phasen oben und unten“, weiß er aus eigener Erfahrung.
Die Geschichte lehrt: Nach Kahns Abgang 2008 suchte Bayern drei Jahre vergeblich nach einem adäquaten Nachfolger, ehe Neuer kam. Für Gospodarek steht fest: Urbig hat das Zeug, um durchzustarten – wenn die Zeit reif ist. Diese Überzeugung bestärkt ihn auch in seinem eigenen Werdegang als Torwarttrainer. Nach seinem beendeten Engagement beim 1. FC Köln ist Gospodarek auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.
„Ich strebe definitiv eine Rückkehr in den Bereich an, in dem ich bereits tätig war. Aktuell laufen entsprechende Gespräche, und ich bin optimistisch, dass sich eine Lösung findet“, sagt er. Er wolle „auf höchstmöglichem Niveau arbeiten, da ich bereits unter Beweis gestellt habe, dass ich auf diesem Niveau erfolgreich tätig sein und Spieler auf die nächste Stufe heben kann“. Für Gospodarek käme auch ein Engagement im Ausland infrage.