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„Das ist krank“
Nach Upamecano-Poker mit Bayern: Sammer will „Spielerberater abschaffen“
Der frühere FCB-Sportvorstand Matthias Sammer ist ein Mann der klaren Worte. Aus gegebenen Anlass attackiert er das Berater-System im Profi-Fußball nun scharf.
München – Der frühere Bayern-Sportvorstand (2012-2016) und heutige TV-Experte Matthias Sammer zweifelt das derzeitige Berater-System im Profi-Fußball an und fordert im Sky-Talk „Sammer & Basile – Der Hagedorn Talk“ gar dessen Abschaffung. Der fast einjährige Vertragspoker des FC Bayern mit den Beratern von Dayot Upamecano lieferte ihm dafür aktuell ein besonders warnendes Beispiel.
Für lange Zeit schien der Verbleib des französischen Vizeweltmeisters Upamecano an der Säbener Straße auf der Kippe zu stehen, obwohl der Spieler selbst regelmäßig betonte, wie wohl er und seine Familie sich beim Verein und in der Stadt München fühlen würden. Erst als die Verantwortlichen des Rekordmeisters den Druck auf den 27-Jährigen noch einmal erhöhten, hat dieser sich nun offenbar für eine Vertragsverlängerung entschieden. Ob Upamecano dabei seine Berater Moussa Sissoko und Marco Lichtsteiner mit einbezog, ist nicht bekannt.
Sammer im Upamecano-Poker auf Seiten der FCB-Verantwortlichen
Nach Sky-Informationen hatte sich zuvor monatelang ein regelrechter Machtkampf zwischen dem FC Bayern und Upamecanos Beratern abgespielt. Trotz der klaren Tendenz des Innenverteidigers für eine Kontraktverlängerung pokerten Sissoko und Lichtsteiner offenbar ohne Rücksicht auf Verluste weiter. Ein Vorgehen, das beim deutschen Rekordmeister, speziell bei Uli Hoeneß, der die beiden Berater zuletzt scharf kritisierte, für zunehmende Verärgerung sorgte.
Der Bayern-Patron hatte in der Vergangenheit schon das eine oder andere Sträußchen mit den immer mächtiger werdenden Spielerberatern ausgefochten. Speziell der Israeli Pini Zahavi, der 2021 David Alaba, 2022 Robert Lewandowski und im letzten Jahr Leroy Sané aus München weggelotst hatte, gilt unter diesen als sein „spezieller Freund“, den er auch schon einmal als „Piranha“ bezeichnet hat.
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Nun schaltet sich der 58-jährige Matthias Sammer in die Diskussion ein. Im Sky-Talk „Sammer & Basile – Der Hagedorn Talk“ fordert der heutige BVB-Berater sogar das Aus für die umstrittenen Agenten.
Auf die Frage von Moderator Riccardo Basile „Würdest Du Dir wünschen, dass die Spieler ohne Berater fungieren würden?“, hat der frühere FCB-Boss eine klare Antwort parat: „Ja, ich würde sie abschaffen. Erstens verdienen sie zu viel Geld. Zweitens sind sie unnötig und drittens schafft das keine Konstellation, die gut ist zwischen Spieler und Verein. Das ist nicht gut.“
Sammer begründet seine Forderung noch genauer: „Da sitzt ein Sportvorstand, ein Sportdirektor, mit einem Berater zusammen. Sie sprechen über die wichtigste Person, die ist möglicherweise gar nicht dabei…“ Dabei bezieht sich Sammer auf den Spieler, der wie im Fall von Upamecano bei den Verhandlungen regelmäßig nicht anwesend ist. „Der, der das aber aushandelt (als der oder die Berater) verdient das Dreifache vom Jahresgehalt von dem, der hier sitzt (gemeint ist der Sportvorstand des Vereins). Das ist doch schon mal krank!“
Die zunehmende Machtfülle der Spielerberater ist tatsächlich ein erstaunliches Phänomen im Profi-Fußball. Seit vielen Jahren wird sie von den Vereinsverantwortlichen, aber auch den Fußballfans heftig kritisiert. Aber es tritt keine Besserung ein, ganz im Gegenteil. Denn wie Sammer völlig zurecht behauptet: Das Verhältnis zwischen der Vereinsseite (Verantwortliche, Anhänger) und der Spielerseite leidet unter der Geldgier der Berater häufig erheblich, ist mitunter kaum mehr zu kitten.