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Sehr früh auf dem Weg zur Legende

Nach Spitzenspiel gegen BVB: Warum die Anhänger des FC Bayern Kompany verehren

Beim FC Bayern ist Vincent Kompany bereits auf dem besten Weg, einer der beliebtesten Trainer des Rekordmeisters der jüngsten Zeit zu werden.

München - Jupp Heynckes wurde als Trainer des FC Bayern erst in seiner dritten Amtszeit (2011-2013) an der Säbener Straße als Triple-Trainer so richtig populär und endgültig zur Legende, als er aus dem verdienten Ruhestand kommend im Herbst 2017 von Carlo Ancelotti eine strauchelnde Mannschaft übernahm und noch einmal zu einer souveränen Meisterschaft führte.

Überschwängliches Lob von Sammer für Kompany, stolze FCB-Fans

Pep Guardiola wurde verehrt, aber nicht wirklich geliebt. Hansi Flick zwar geliebt, aber längst nicht von allen FCB-Fans, spätestens dann nicht mehr, als er lieber Bundestrainer wurde als weiterhin die Bayernprofis zu trainieren.

Den anfangs als Lehrling verlachten 38-jährigen Vincent Kompany umgibt dagegen eine ganz spezielle Aura.

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Matthias Sammer, einst selbst an der Säbener Straße als höchst erfolgreicher Sportvorstand (2012-2016) und früher Meistertrainer beim BVB (2001/02), lobte den Belgier jüngst anlässlich des PSG-Spiels in den höchsten Tönen: „Es hat sich viel geändert. Das spricht aber nicht gegen Thomas Tuchel oder die Vorgänger. Es ist eine Versachlichung hier eingetreten. Als 38-Jähriger führt er wie ein 65-Jähriger, wie ein Übervater mit den Merkmalen der Argumentation des Wesentlichen. Er lässt die Nebenkriegsschauplätze weg. Er hat geschafft, diese Mannschaft, diesen Verein zu vereinen.“

Perfekter kann man Vinnies außergewöhnliche Tätigkeit beim zuvor ins Straucheln geratenen Rekordmeister kaum beschreiben. Er hat dem Verein, den Spielern, den Fans schnell wieder die Freude an den FCB-Partien zurückgegeben. Aber das ist bei Weitem nichts alles, nicht einmal das Wichtigste.

Hatte es in den anderthalb Jahren vor seiner Verpflichtung nicht selten Gelegenheit gegeben, über verwirrende, unsouveräne Vorgänge an der Säbener Straße heftig mit dem Kopf zu schütteln, breitet sich jetzt wieder ein riesiger Stolz aus, Mitglied, Anhänger dieses ruhmreichen Klubs zu sein.

Kompany begeistert die Fans nach dem BVB-Spiel

In den letzten zwei Tagen hat Kompany erneut Anschauungsunterricht gegeben, warum Sammers Einschätzung absolut richtig ist und warum ihn eine riesige Mehrheit der Fans so schnell so sehr ins Herz geschlossen hat.

Denn traditionell und wie von den in dieser Hinsicht genervten Anhängern des Rekordmeisters befürchtet, gibt es auch nach dem jüngsten deutschen Clásico in Dortmund wieder zahlreiche Aufreger, die extrem einseitig zu Lasten des FCB ausgeschlachtet werden.

Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com

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Eigentlich sind alles nur Aufregerchen, nicht wirklich der Rede wert, darüber zu diskutieren, wie auch Vincent Kompany auf unterschiedlichen Pressekonferenzen und in Interviews klar und deutlich gemacht hat.

„Das war schlau von Süle“

Den heiß diskutierten Gesichtstreffer bei Niklas Süle vor dem FCB-Ausgleichtreffer kommentierte er mit einem süffisanten Unterton und mit der Betonung, dass er selbst als Profi mit allen Wassern gewaschen war: „Das war schlau von Niklas Süle. Guter Versuch. Aber wir alle wissen: Das war in Ordnung, da weiterzuspielen.“

Niemand mit Fußballerfahrung und -sachverstand kann ihm da nur ansatzweise widersprechen.

Schienbeinschützer-Debatte - wert, darüber zu diskutieren?

Auf der heutigen PK vor dem Leverkusen-Spiel wurde er zu seiner eigenen - gespielten(?) - Überraschung mit zwei weiteren Verfehlungen seiner Spieler konfrontiert.

Die eine reichte sogar bis ins Champions-League-Spiel in der letzten Woche gegen Paris zurück. Michael Olise hatte sich verbotenerweise im Spiel schnell seiner Schienbeinschützer entledigt, woraufhin nach der Partie sogar über UEFA-Sanktionen spekuliert wurde.

Kompany lächelt und moderiert Fragen à la „Hat Olise damit seine Vorbildfunktion verletzt?“ mit der Erklärung weg, dass die heutige Generation der Schützer wesentlich kleiner als zu seiner Zeit sei, weil die Spielregeln verschärft wurden. Auf charmanteste Weise erklärt er damit, dass solche Fragen wenig professionell sind.

Kompany hat keine Tätlichkeit von Sané gesehen

Auch auf die Nachfrage nach der angeblichen Tätlichkeit von Leroy Sané gegen seinen Nationalmannschaftskollegen Pascal Groß zeigte sich der Coach zunächst verwundert: „Ich habe es nicht gesehen, nicht einmal gehört und ich habe das Spiel fast zweimal geschaut.“ Und führt weiter aus: „Aber meistens, wenn die Frage nicht in den ersten fünf Minuten nach dem Spiel kommt, dann war es nicht so schlimm.“

Und lächelt dabei wieder. Kompany hat ein sehr gutes Gespür dafür, wenn es ausschließlich darum geht, Unruhe in den Verein zu bringen. Dieses hatte zuvor nicht jeder Coach an der Säbener Straße. Wenn es ein wichtiges, ernstes Thema geben sollte, wird dies zudem intern gehandhabt. Die Fans feiern diese Vorgehensweise.

Sachlich, ruhig, souverän, sympathisch. Vincent Kompany ist sehr früh auf dem Weg zur Vereinslegende. Ach ja: Leider ist heutzutage dafür beim FC Bayern fast schon das Triple Pflicht ...

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bahho Kara

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