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Auftritt bei CSU-Wahlkampfveranstaltung
Lisa Müller spricht über Fernbeziehung mit Thomas
Die Ehefrau von Bayern-Legende Thomas Müller tritt in Bamberg auf. Die Dressurreiterin spricht über den Stempel als Spielerfrau. Und erklärt, warum die Fernbeziehung notwendig ist.
Seit Sommer 2025 leben Lisa und Thomas Müller getrennt: Er spielt für die Vancouver Whitecaps in Kanada, sie ist in Bayern geblieben. Bei einer Wahlkampfveranstaltung mit CSU-Oberbürgermeisterkandidatin Melanie Huml in Bamberg sprach die Dressurreiterin am Sonntagabend erstmals offen über diese besondere Situation. Rund 150 Gäste in einer Bamberger Bäckerei erlebten eine Lisa Müller, die selbstbewusst und mit Humor über ihr Leben zwischen Sport, Politik und Fernbeziehung berichtete.
„Er als Sportler weiß, wie sehr ich für meinen Sport lebe. Ich als Sportlerin weiß, wie sehr er für seinen Sport lebt“, erklärte die 36-Jährige. Die Entscheidung, nicht mit nach Kanada zu gehen, war für sie alternativlos. Sie kümmert sich weiter um das gemeinsame Gestüt Wettlkam im Münchner Umland und ihre eigene Karriere als Dressurreiterin.
Lisa und Thomas Müller führen Fernbeziehung: Gestüt Wettlkam lässt sich nicht alleine lassen
„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, dass wir auf zwei Kontinenten weiter arbeiten“, räumte Lisa Müller in Bamberg ein. Es sei aber auch nie die Frage gewesen, „dass wir unser Gestüt für ein Jahr alleine lassen“. Die Pferdezucht und ihr Reitsport haben für die 36-Jährige absolute Priorität. Seit 2009 ist sie mit Thomas Müller verheiratet, dem ehemaligen Star des FC Bayern München und Weltmeister von 2014.
Bereits in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hatte Lisa Müller im Januar erklärt, dass ein Umzug nach Vancouver für sie nicht infrage gekommen sei, da sie Turniere reite und dies ihr Beruf sei. Vor kurzem hatte sich auch Thomas Müller im Interview mit der Welt am Sonntag zur Fernbeziehung geäußert. Er gab zu, die Folgen der Zeitverschiebung unterschätzt zu haben. Die neun Stunden Zeitunterschied zwischen Vancouver und Bayern würden den Kontakt nach Hause vor Herausforderungen stellen.
Pferde, Ehefrau Lisa und ein schwerer Schicksalsschlag: So tickt Thomas Müller privat
Doch Lisa Müller sprach in Bamberg nicht nur über die räumliche Distanz zu ihrem Mann, sondern auch über ihre Rolle als Spielerfrau. „Ich habe am Anfang lange versucht, dagegen anzukämpfen und zu sagen: Ich bin mehr, ich kann reiten“, erklärte sie. Doch mittlerweile habe sie ihre Einstellung geändert: „Inzwischen ist es mir egal.“ Mehr noch: Sie finde es sogar „manchmal ganz amüsant“.
Lisa Müller, die kürzlich an ihrem Hochzeitstag öffentlich abrechnete, nutzte bei ihrem Auftritt deutliche Worte. „Ich werde immer für die Dümmste im Raum gehalten. Es ist manchmal auch schön, für das Dummerl gehalten zu werden, dann kann man Menschen mehr beeindrucken, wenn sie mit einem reden“, sagte sie. Die Selbstironie kam beim Publikum gut an und zeigt, wie souverän die Dressurreiterin mittlerweile mit öffentlicher Wahrnehmung umgeht. Die Unterschätzung habe auch Vorteile, wie sie mit einem Augenzwinkern verriet.
Lisa Müller bezeichnet sich selbst als an Wirtschaft und Politik interessiert. Im vergangenen Herbst absolvierte sie ein Schnupperpraktikum im bayerischen Landtag. Die im Landkreis Miesbach aufgewachsene Müller ist nach eigenen Angaben sogar von ihrem Stimmkreis gefragt worden, ob sie nicht als Kandidatin antreten wolle. Doch sie lehnte ab: „Ich bin zu viel Schisser gewesen“, sagte sie. „Ich habe mich nicht getraut, weil ich dachte, ich kenne mich zu wenig aus.“
Klartext auf CSU-Wahlkampfveranstaltung: Lisa Müller als „Dummerl“?
Mit einem Spruch über die Geschlechterverteilung auf ihrem Gestüt erntete Müller Gelächter bei den rund 150 Gästen. Huml wollte von ihr wissen, ob auch viele Jungs auf dem Gestüt seien. „Bei uns sind sehr viele Jungs mit dabei, aber die haben nicht so viel Interesse an Frauen“, meinte Müller augenzwinkernd. „Einen Ehemann lernst du da wenig kennen.“ Trotz der räumlichen Distanz zu Thomas Müller in Kanada verfolgen beide weiter ihre sportlichen Ziele – und unterstützen sich gegenseitig dabei, wie die 36-Jährige in Bamberg deutlich machte. (ck)