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Kuriose Aufforderung an die UEFA
Ex-Schiedsrichter fordert nachträgliche Sperre für Bayern-Stars Kimmich und Olise
Der FC Bayern hat einen grandiosen Sieg gegen Atalanta Bergamo gefeiert. Im Mittelpunkt aber stehen gelbe Karten. Werden zwei FCB-Stars nachträglich gesperrt?
Eigentlich hätte es der 6:1-Sieg des FC Bayern im Achtelfinal-Hinspiel gegen Atalanta Bergamo verdient, ganz für sich allein zu stehen. Zwar feierten die Münchner ihren Sieg, auf die zwei Nebenschauplätze aber hätte man gut und gerne verzichten können. Neben den Verletzungen von Jonas Urbig, Alphonso Davies und Jamal Musiala stehen die Gelben Karten von Joshua Kimmich und Michael Olise im Mittelpunkt. Der Vorwurf: Absicht.
Joshua Kimmich, Michael Olise und Dayot Upamecano gingen gelb-vorbelastet in die Begegnung gegen Atalanta und wussten: Bei einer weiteren Karte wartet eine Sperre im Rückspiel. Kimmich und Olise holten sich den gelben Karton in der Schlussphase ab. Der Franzose trödelte bei einer Ecke, sein Teamkollege wollte einen Freistoß im Mittelfeld immer und immer wieder nicht ausführen.
Ex-Schiedsrichter Gräfe fordert UEFA-Strafe für Bayernstars Kimmich und Olise
Kimmich verriet nach der Partie: Absicht hätte keinesfalls vorgelegen, es habe lediglich an einem freien Anspielpartner gemangelt. Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe will das nicht gelten lassen. Auf X schreibt er: „Ramos wurde deshalb mal für zwei Spiele gesperrt und es wäre deshalb nicht überraschend, wenn das nun auch beide Spieler vom FCB trifft!“ Ramos gab 2019 zu, sich absichtlich Gelb abgeholt zu haben.
Der Unterschied: Kimmich lieferte eine schlüssige Erklärung für die Verwarnung ab. Die UEFA-Disziplinarordnung sieht daher eigentlich keine nachträgliche Sperre vor. „Nun ist das mit Absicht genauso schwierig zu belegen wie beim Handspiel, da man nicht in die Köpfe hineinschauen kann, aber deshalb gibt es eine indirekte Beweisführung“, überlegt Gräfe. Kimmichs Versuch, eine Absicht von der Hand zu weisen, bezeichnet der Ex-Schiri als „clever“.
Siebenmal die Eins: Die Zauber-Bayern gegen Atalanta in der Einzelkritik
Dennoch hält er fest: „Aber die UEFA wird sich daraufhin die Bilder anschauen und feststellen, dass der Ball am Anfang gut spielbar war (Tah war frei)“. Kimmich hätte den Ball „auch lang schlagen können, und da die Bayern sonst auch ganz eng am eigenen Strafraum sowie viel gepresster aufbauen, dürfte insofern die Argumentation nicht überzeugen.“ Für Gräfe ist klar: Beim Stand von 6:0 gibt es keinen Grund für einen derartigen Freistoß.
Daher „wäre alles andere als eine Ermittlung und Sperre überraschend.“ Eine Untersuchung hat die UEFA noch nicht eingeleitet. Ob Kimmichs Argumentation ausreicht, ist also unklar. Sicher sein, so Gräfe, sollte sich Kimmich keineswegs. „Allerdings sitzen bei der UEFA auch keine Amateure und jeder weiß, was dort abgelaufen ist.“ (is)