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Vorwürfe gegen FCB-Aufsichtsrat

Woltemade-„Idioten“-Spruch: Englische Presse keift gegen Rummenigge

Die markigen Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge in der BR-Kultsendung Blickpunkt Sport zum Woltemade-Poker sind nun auch in England angekommen und werden entsprechend kommentiert.

München – Anlässlich seines 70. Geburtstags hatte FCB-Legende Karl-Heinz Rummenigge am Sonntagabend einen Auftritt in der BR-Kultsendung Blickpunkt Sport. Dort wurde er noch einmal zu einem Aufreger-Thema des Transfersommers befragt: Nick Woltemade vom VfB Stuttgart war sich mit dem FC Bayern grundsätzlich darüber einig gewesen, nach München zu wechseln. Die (Rekord-)Angebote des Rekordmeisters waren den Verantwortlichen der Schwaben aber wiederholt zu niedrig ausgefallen. Kurz vor Transferschluss schlug dann der Premier League Klub Newcastle United zu und soll – inklusive Boni – bis zu 90 Millionen Euro an Ablöse zahlen bzw. bezahlt haben.

Jubilar Rummenigge: Für seine kritischen Äußerungen zum Woltemade-Deal befindet er sich nun im Fadenkreuz der englischen Presse.

„Ich habe gesagt: Wir kommen in Größenordnungen rein, die finde ich nicht mehr akzeptabel“, kommentierte der ehemalige FCB-Vorstandsvorsitzende den Deal im TV und ließ sich dabei zu einer durchaus provokanten Aussage hinreißen: „Ich kann denen in Stuttgart nur gratulieren, dass sie einen – ich sage jetzt mal in Anführungszeichen – Idioten gefunden haben, der so viel Geld bezahlt hat – weil das hätten wir in München gesichert nicht gemacht.“

Stuttgart und Newcastle reagieren gelassen auf die Rummenigge-Aussagen

In Stuttgart nahm man Rummenigges Aussage natürlich äußerst gelassen zur Kenntnis. „Wir freuen uns immer über Glückwünsche aus München“, so der Kommentar von VfB-Boss Alexander Wehrle mit einem Augenzwinkern. Die Stuttgarter wurden schließlich vom Europameister von 1980 eher gelobt. Mit dem „Idioten“ – wenn auch in Anführungszeichen – war der Abnehmer auf der Insel gemeint.

Man konnte darauf warten, wann die Antwort auf Rummenigges Kritik von Newcastle United kommt. Der ursprüngliche Traditionsklub mit vier englischen Meisterschaften im frühen 20. Jahrhundert befindet sich seit 2021 mehrheitlich im Besitz des saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund und gehört auch bei zahlreichen englischen Fans zu den verhassten „neureichen“ Vereinen, für die Geld quasi keine Rolle spielt.

Ein Leben für den FC Bayern – Rummenigge-Wechsel bedeutete Zeitenwende für Rekordmeister

Rummenigge Brüder
Karl-Heinz Rummenigge (links) wurde am 25. September 1955 geboren und wuchs im westfälischen Lippstadt auf. Schon als Kind kickte er unermüdlich mit seinen Brüdern Michael und Wolfgang. Auf Bolzplätzen und im heimischen Garten entwickelten die drei ihre Leidenschaft für den Fußball. Dass später mit Michael ein weiterer Rummenigge Profi wurde, zeigt, wie sehr der Sport in der Familie verwurzelt war. Für Karl-Heinz war das Spielen mit den Brüdern die Grundlage für eine Karriere, die ihn bis an die Spitze des Weltfußballs führte. © IMAGO / teutopress
Luftbild, Sportanlage, Stadion SV Lippstadt 08, Liebelt-Arena, Fußballspieler beim Training, Lippstadt, Kreis Soest
Bei Borussia Lippstadt, dem Heimatverein seiner Kindheit und Jugend, schnürte er schon früh die Fußballschuhe. Hier entwickelte er nicht nur seine Grundtechniken, sondern auch die enorme Dynamik und Torgefahr, die ihn später auszeichnen sollten. Mit seinen starken Auftritten in der Westfalenliga spielte er sich ins Blickfeld großer Klubs – der entscheidende Schritt Richtung Profifußball. © IMAGO / Hans Blossey
Karl Heinz Rummenigge FC Bayern München im Porträt
1974 wechselte der damals 18-jährige Karl-Heinz Rummenigge von Borussia Lippstadt zum FC Bayern München. Für eine Ablöse von gerade einmal 18.000 D-Mark holte ihn der Rekordmeister an die Isar – ein Transfer, der sich als Glücksgriff herausstellen sollte. Anfangs musste er sich hinter Weltstars wie Franz Beckenbauer und Gerd Müller einordnen, doch schon bald zeigte sich, dass Rummenigge seinen eigenen Weg zur Vereinslegende gehen würde. © IMAGO / Frinke
Rummenigge
Am 24. August 1974 stand Karl-Heinz Rummenigge erstmals in der Bundesliga für den FC Bayern auf dem Platz. Beim 6:0-Sieg gegen Kickers Offenbach feierte der 18-Jährige sein Debüt im Team der Münchner. © FC Bayern München
FC Bayern München 1 FC Köln Karl Heinz Rummenigge Bayern trifft
Kurz vor seinem 19. Geburtstag beschenkte sich Rummenigge selbst und traf beim 6:3-Heimsieg gegen den 1. FC Köln erstmals in der Bundesliga für den FC Bayern. Der Treffer war der Auftakt zu einer großen Karriere als Torjäger, die ihn bald zu einem der gefährlichsten Angreifer Europas machte. © IMAGO / WEREK
FC Bayern München mit dem Pokal der Landesmeister 1976. Stehend v.l: Trainer Dettmar Cramer, Hans-Josef Kapellmann
1976 feierte der FC Bayern seinen dritten Europapokalsieg (Vorläufer der heutigen Champions League) in Serie nach den Erfolgen von 1974 und 1975. Für Karl-Heinz Rummenigge war es der zweite Titel in diesem Wettbewerb, den er als junger Spieler miterlebte. Die Münchner reihten sich damit in eine exklusive Liste großer Europacup-Dynastien ein – nach Real Madrid mit fünf Titeln am Stück (1956–1960) und Ajax Amsterdam mit drei Erfolgen in Serie (1971–1973). © IMAGO / Horstmüller
Karl Heinz Rummenigge BR Deutschland re im Spiel gegen Wales
Am 6. Oktober 1976 bestritt Karl-Heinz Rummenigge in Cardiff gegen Wales sein erstes Länderspiel für die Bundesrepublik Deutschland. Beim 2:0-Sieg der DFB-Elf wurde der 21-Jährige eingewechselt und sammelte seine ersten Minuten im Nationaltrikot. Es war der Auftakt zu einer langen Karriere in der Nationalmannschaft, die ihn später bis zum Kapitänsamt und ins WM-Finale führen sollte. © IMAGO / Horstmüller
Bayern meister
Nach sechs titellosen Jahren auf nationaler Ebene führte Rummenigge den FC Bayern 1980 endlich wieder zur Deutschen Meisterschaft – die erste seit 1974. Auf dem Münchner Rathausbalkon präsentierte er die Schale den jubelnden Fans am Marienplatz. © IMAGO / Fred Joch
Karl-Heinz Rummenigge erhält die Torjägerkanone und die Auszeichnung zum Fußballer des Jahres
Mit 26 Saisontoren gewann er seine erste von drei Torjägerkanonen als bester Torjäger der Bundesliga und wurde außerdem zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt. Seine Treffer und sein Tempo machten ihn zum dominierenden Angreifer der Liga und zum Gesicht des neuen FC Bayern. © IMAGO / WEREK
Deutschland ist Europameister hi v li Karl Heinz Rummenigge Torwart Harald Toni Schumacher
Bei der darauffolgenden EM 1980 in Italien gewann die deutsche Nationalmannschaft den Titel – Karl-Heinz Rummenigge war einer der Leistungsträger des Teams von Bundestrainer Jupp Derwall. Im Finale von Rom setzte sich die DFB-Elf mit 2:1 gegen Belgien durch. Für Rummenigge war es der größte Triumph im Nationaltrikot. © IMAGO / Sportfoto Rudel
Fussball Weltmeiserschaft 1986 Deutschland - Argentienien Platzwahl und Shake Hands - Diego Maradona
Karl-Heinz Rummenigge führte die deutsche Nationalmannschaft später sowohl 1982 in Spanien als auch 1986 in Mexiko als Kapitän ins WM-Endspiel. Beide Male blieb der große Triumph jedoch verwehrt: 1982 unterlag die DFB-Elf Italien mit 1:3, 1986 scheiterte man mit 2:3 an Argentinien und Diego Maradona.  © IMAGO / Sammy Minkoff
Karl Heinz Rummenigge FC Bayern München wird mit dem Ballon d Or als Europas Fußballer des Jahres
Zum zweiten Mal in Serie wurde Karl-Heinz Rummenigge 1981 mit dem Ballon d’Or als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet – nach 1980 erneut die größte persönliche Ehrung, die ein Spieler in Europa erhalten konnte. Damit bestätigte er eindrucksvoll seinen Status als einer der besten Stürmer seiner Generation und als Aushängeschild des FC Bayern. © IMAGO / Fred Joch
Lattek Rummenigge
Trainer Udo Lattek schließt seinen Kapitän Karl-Heinz Rummenigge innig in die Arme. Im Finale gegen Borussia Mönchengladbach führte Rummenigge den FC Bayern nicht nur als Spielführer aufs Feld, sondern verwandelte im epischen Elfmeterschießen auch den entscheidenden Schuss zum 8:7-Sieg. Für ihn war es nach 1982 der zweite Pokaltriumph mit den Münchnern – und einer seiner letzten großen Momente im Bayern-Trikot. © IMAGO / WEREK
FC Bayern München - Bayer 04 Uerdingen 26.05.1984. Karl-Heinz Rummenigge, links in der Reihe der Mitspieler
Im Sommer 1984 verabschiedete sich Rummenigge nach zehn Jahren im Bayern-Trikot im Münchner Olympiastadion von den Fans. Der Kapitän, Toptorjäger und Publikumsliebling brach zu einem neuen Abenteuer nach Italien auf – mit Standing Ovations und bewegten Momenten als Dank für eine Dekade voller Erfolge. Im roten Trikot bestritt Rummenigge 310 Bundesliga-Spiele und erzielte dabei 162 Treffer. Damit liegt er bis heute auf Rang drei der ewigen Bayern-Torjägerliste, nur übertroffen von Gerd Müller und Robert Lewandowski.  © IMAGO / Horstmüller
rummenigge
Rummenigge wechselte für die damalige Rekordsumme von rund elf Millionen D-Mark zu Inter Mailand. Das habe den FC Bayern laut Uli Hoeneß damals „schuldenfrei gemacht“ und den Transfer von Lothar Matthäus finanziert. Doch danach war immer noch Geld übrig. „Mit der verbleibenden Million ist das Festgeldkonto des FC Bayern entstanden“, erklärte Hoeneß. Das Festgeldkonto begleitet den FC Bayern bis heute. Gemeint ist das Geldpolster, das über Jahre hinweg angespart und konservativ verwaltet wurde. Es verschaffte dem Rekordmeister große Unabhängigkeit, erlaubte Transfers ohne Schuldenaufnahme und wurde zu einem Symbol für wirtschaftliche Stabilität im europäischen Fußball.  © IMAGO / Kicker/Liedel
KARL HEINZ RUMMENIGGE, Inter, Serie A, Inter vs Ascoli 5-1, Milano SERIE A 1984-85 INTER-ASCOLI 5-1
In der Serie A, damals die wohl stärkste Liga der Welt, wurde er sofort als Superstar empfangen. Trotz Verletzungsproblemen hinterließ er mit seiner Technik und Torgefahr auch in Italien Eindruck und war für Inter über drei Jahre eine prägende Figur. © IMAGO / Buzzi
Jun 06 1989 The soccer career of world famous soccer star Karl Heinz Rummenigge ended in Geneva
Nach seiner Zeit in Mailand wechselte Karl-Heinz Rummenigge 1987 in die Schweiz zum Servette FC nach Genf. Dort ließ er seine aktive Laufbahn ausklingen und wurde mit seiner Erfahrung schnell zum Leitfigur für die Mannschaft. 1989 erklärte er schließlich seinen Rücktritt vom Profifußball – das Ende einer Karriere, die ihn vom Bolzplatz in Lippstadt bis an die Spitze des europäischen Fußballs geführt hatte. © IMAGO / ZUMA Press/Keystone
Co Kommentator Karl Heinz Rummenigge (li.) neben ARD Kommentator Heribert Faßbender (beide Deutschland) vor dem Achtelfinale
Nur wenige Monate nach seinem Karriereende stand Karl-Heinz Rummenigge schon wieder im Rampenlicht – diesmal nicht auf dem Rasen, sondern am Mikrofon. Bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien arbeitete er als Experte für das ZDF und begleitete den späteren Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft. Mit seiner Expertise und klaren Analyse machte er schnell deutlich, dass er auch außerhalb des Spielfelds eine starke Stimme des Fußballs war. © IMAGO / WEREK
Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Vizepräsidenten des FC Bayern München: Franz Beckenbauer
Doch schon bald wurde er zu höheren Aufgaben berufen: 1991 begann Rummenigge offiziell seine Funktionärskarriere beim FC Bayern: Gemeinsam mit Franz Beckenbauer wurde er zum Vizepräsidenten des Vereins ernannt. An der Seite von Präsident Fritz Scherer und Manager Uli Hoeneß bildete er das neue Führungsquartett, das die Geschicke des Rekordmeisters leitete. Für Rummenigge war es der Start in die zweite große Karriere – diesmal nicht auf dem Rasen, sondern in der Vereinsspitze. ©  IMAGO / Horstmüller
Rummenigge
Im Jahr 2002 wurde der FC Bayern organisatorisch neu aufgestellt: Der Verein gründete die FC Bayern München AG, um den Klub professioneller und wirtschaftlich schlagkräftiger zu führen. Karl-Heinz Rummenigge übernahm als Vorstandsvorsitzender die operative Verantwortung und bildete mit Uli Hoeneß (Manager) und Franz Beckenbauer (Aufsichtsratschef) ein starkes Führungsdreieck. Unter dieser Leitung entwickelte sich Bayern auch finanziell zu einem europäischen Schwergewicht. © IMAGO / Lackovic
Karl Heinz RUMMENIGGE in der Allianz Arena STADION am 5 3 2005 Karl Heinz RUMMENIGGE
Als Vorstandschef prägte Karl-Heinz Rummenigge maßgeblich den Bau der Allianz Arena. Zusammen mit Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer trieb er das Projekt voran, das dem FC Bayern 2005 ein hochmodernes eigenes Stadion bescherte. Die Arena wurde zum Symbol für den Aufstieg des Klubs in eine neue Dimension – sportlich wie wirtschaftlich. © IMAGO / HJS
Rummenigge
Eine ganz besondere Ehre für die Bayern-Legende: 2007 erhielt Karl-Heinz Rummenigge aus den Händen von Ministerpräsident Edmund Stoiber den Bayerischen Verdienstorden. Mit der Auszeichnung würdigte der Freistaat nicht nur seine sportlichen Erfolge, sondern auch sein Engagement als Repräsentant des FC Bayern. Darüber hinaus hatte Rummenigge als Vorsitzender der European Club Association (ECA) und als Mitglied in UEFA-Gremien großen Einfluss auf die Entwicklung des europäischen Fußballs. ©  IMAGO / Sven Simon
Rummenigge Tripple
Als Vorstandschef führte Karl-Heinz Rummenigge den FC Bayern in eine der erfolgreichsten Phasen der Vereinsgeschichte. Unter Trainer Jupp Heynckes gewann der Klub 2013 als erster deutscher Verein das historische Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League. Zugleich war es der erste Triumph in der Königsklasse seit 2001. © IMAGO / Ulmer
Final Football UEFA Champions League FC BAYERN MUENCHEN - PARIS SAINT GERMAIN (PSG) 1-0 Lisbon, Lissabon, Portugal, 23rd
Sieben Jahre später durfte Rummenigge den ganz großen Triumph erneut miterleben: Unter Trainer Hansi Flick holte der FC Bayern 2020 zum zweiten Mal das Triple. Trotz der besonderen Corona-Umstände mit Geisterspielen und Finalturnier in Lissabon zeigte der Klub, dass er auch in Krisenzeiten sportlich dominieren konnte. Für Rummenigge war es die perfekte Krönung seiner Amtszeit. Im Folgejahr trat er als Vorstandsvorsitzender zurück. © IMAGO / Poolfoto UCL
Karl Heinz Rummenigge BR Deutschland FC Bayern München heiratet Martina Wehling
Neben den Erfolgen auf dem Rasen fand Karl-Heinz Rummenigge auch privat sein Glück: 1978 heiratete er seine Frau Martina in München. Sie wurde zur großen Liebe seines Lebens und begleitete ihn durch alle Höhen und Tiefen seiner Karriere – vom jungen Profi bis hin zum Bayern-Funktionär. © IMAGO / Horstmüller
Rummenigge
Auch Jahrzehnte später treten Karl-Heinz und Martina Rummenigge regelmäßig zusammen in der Öffentlichkeit auf, etwa beim traditionellen Wiesn-Besuch des FC Bayern. © IMAGO / ActionPictures
Sport Themen der Woche KW07 Sport Bilder des Tages KARL-HEINZ RUMMENIGGE DAS AKTUELLE SPORTSTUDIO ZDF MAINZ
Auch nach seinem Rückzug als Vorstandschef ist Karl-Heinz Rummenigge dem Fußball und seinem Herzensverein eng verbunden. Beim FC Bayern sitzt er seit 2023 wieder im Aufsichtsrat und auch beim DFB bringt er seine Erfahrung in die Gremienarbeit ein. Am 25. September 2025 feiert er seinen 70. Geburtstag – ein Anlass, um auf ein Leben voller Erfolge zurückzublicken und zugleich zu sehen, wie er weiter Verantwortung für den Rekordmeister sowie den deutschen Fußball übernimmt. © IMAGO/Martin Hoffmann

Die Reaktion auf Rummenigges Spitze kam jedoch nicht von der Vereinsspitze, sondern von Magpies-Trainer Eddie Howe auf der PK vor dem CL-Spiel in Belgien gegen Union Saint-Gilloise: „Das ist wirklich irrelevant. Der Markt bestimmt die Ablösesummen, nicht unbedingt ein einzelner Verein. Wir sind sehr froh, Nick bei uns zu haben. Er hat sehr stark begonnen in einer schwierigen Zeit für ihn, weil er ohne Training direkt ins Geschehen geworfen wurde, wirklich ohne nennenswerte Zeit mit uns“, lobte dieser eher seinen Neuzugang als dass er den FCB-Boss für sein Statement tadelte.

Ganz anders sieht dies bei der traditionell bissigen englischen Presse aus. Für diese sind die Aussagen ein gefundenes Fressen: „Rummenigge, 70, schlechter Verlierer und Deutschland-Legende, kann die Angelegenheit nicht ruhen lassen. Newcastle wird unbeeindruckt von den sauren Trauben aus Bayern sein“, kommentierte The-Sun-Chefreporter Martin Lipton und wirft dem heutigen FCB-Aufsichtsrat damit vor, neidisch und missgünstig zu sein.

Dabei missachtet Mr. Lipton ganz bewusst die Kernaussage von Rummenigges Kritik an den maßlosen Auswüchsen im Spitzenfußball. Dieser macht sich – wie auch sein jahrzehntelanger Wegbegleiter Uli Hoeneß – große Sorgen, dass die Fußballanhänger sich in absehbarer Zeit von den finanziellen Exzessen abwenden könnten, weil sie Lichtjahre von der eigenen Realität entfernt sind und damit Verständnis und Identifikation verloren gehen. Allerdings können sich tatsächlich auch die beiden FCB-Granden bei ihrer Einschätzung total irren. Zahlreiche heutige Realitäten schienen vor wenigen Jahren noch völlig unmöglich, absurd.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Christopher Neundorf

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