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Auf dem Weg zum 7. Triumph

FC Bayern reif für CL-Sieg: Drei Erkenntnisse aus dem Real-Spiel

CL-Halbfinale: Der FC Bayern hat nach dem Auswärtssieg im Bernabéu auch das Rückspiel gegen Real Madrid für sich entschieden. Drei Erkenntnisse nach dem epischen 4:3.

Die Königlichen jammern nach dem Ausscheiden in ihrem Wettbewerb, die Bayern feiern den verdienten Einzug in das Halbfinale der Champions League gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain. Es ist für den deutschen Rekordmeister längst nicht alles gut gelaufen beim epischen 4:3 gegen den Rekord-Champion. Vielleicht ist gerade das ein Beweis für die Titelreife von Vincent Kompanys Team auf dem Weg zum siebten Königsklassen-Triumph der Vereinsgeschichte.

Olise, Kane, Díaz - das bayerische „Trio Infernale“.

Die Bayern sind nach dem 2:1 im Estadio Santiago Bernabéu mit einer ausgezeichneten Ausgangsbasis ins Rückspiel in der heimischen Arena gestartet. Dass dieses Resultat jedoch alles andere als ein Ruhepolster war, zeigte sich schon nach 37 Sekunden im CL-Viertelfinal-Rückspiel: Ausgerechnet Manuel Neuer, „Man of the Match“ in Madrid, leistete sich bei einem riskanten Pass einen fatalen Lapsus, der zur schnellen Führung der Gäste durch Arda Güler führte.

Charakterstarke FCB-Mannschaft mit unbeirrbarem Willen

Die Münchner schüttelten sich ganz kurz und machten sich – angetrieben von den eigenen frenetischen Fans – sofort daran, das Ergebnis wieder Richtung Halbfinale zu korrigieren. Dabei ließen sie sich bei den erneuten Tiefschlägen durch zwei – von zumindest unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen begünstigten – Real-Tore noch vor der Halbzeit nicht beirren. Sie kämpften lange mit diesen Hypotheken, gingen spät durch Luis Díaz im Gesamtscore in Führung, beließen es aber nicht dabei, sondern drehten sogar auch noch die zweite Partie mit der letzten Aktion durch Michael Olise.

Vincent Kompany hatte bereits zwischen den beiden Viertelfinalspielen für viele überraschend erklärt, dass der Coup im Bernabéu längst nicht mit der bestmöglichen Leistung seiner Mannschaft erreicht worden war. Dies galt auch für das Rückspiel, wie Joshua Kimmich nach der epischen Europapokalschlacht eingestand.

Diaz überragend, Neuer mit Fehler – die Noten zum CL-Kracher Bayern gegen Real

Manuel Neuer: Wurde lange nicht gefordert und lenkte dann einen strammen Schuss von Leverkusens Tella stark am Tor vorbei (52.). War da, wenn man ihn brauchte. Note: 2
Manuel Neuer: Leistete sich einen riesigen Bock vor dem 0:1 und spielte den Ball Arda Güler in die Füße, der nur noch ins leere Tor einschieben musste. Fiel danach zudem mit Unkonzentriertheiten im Passspiel auf. Und auch den zweiten Treffer per Freistoß hätte ein Neuer in Topform gehalten. Immerhin fing sich der Keeper noch und parierte im zweiten Durchgang mehrere Bälle stark. ⇥Note: 4 © IMAGO/Jerry Andre
Konrad Laimer: Hatte auf der linken Seite viel Offensivdrang. Defensiv zudem tadellos. Note: 2
Konrad Laimer: Überzeugte zunächst mit starken Tacklings, bei denen er mehrfach in höchster Not klärte. Hatte dann jedoch immer mehr Mühe mit Vinicius Junior. Insgesamt aber solide.⇥Note: 3  Joshua Kimmich: Bereitete mit seiner Ecke den Ausgleich vor, hatte aber ungewohnte Probleme im Passspiel und brachte mehrere Seitenverlagerungen nicht an den Mann. ⇥Note: 3 © IMAGO/Ulrik Pedersen/DeFodi Images
Dayot Upamecano: Ließ zu Beginn die Chance aufs 1:0 liegen, verteidigte dafür fehlerfrei und gewann mit seinen aggressiven Tacklings zahlreiche Bälle. Note: 2
Dayot Upamecano: Zeigte eine Leistung mit viel Licht und etwas Schatten: Nutzte sein Tempo zunächst defensiv gegen die schnellen Real-Stürmer – und glänzte offensiv mit einem Beckenbauer-esken Sololauf und dem Assist vor dem 2:2. Dann hatte Upamecano jedoch Probleme gegen Mbappé und kam beim 2:3 nicht in den Zweikampf. ⇥Note: 2 © IMAGO/Markus Fischer
Jonathan Tah: Entschied die wichtigen Duelle für sich und hielt Leverkusens Stürmer souverän in Schach. Note: 3
 Jonathan Tah: Hatte gegen den Hochgeschwindigkeitssturm der Königlichen Probleme und ließ zu oft das Zentrum offen. ⇥Note: 4 © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER
Josip Stanisic: Hinterlief immer wieder Olise und schaffte so zusätzliche Anspielstationen. Blieb defensiv konzentriert. Note: 3
Josip Stanisic: Belebte die rechte Seite mit viel Offensivdrang, übertrieb es aber vor dem dritten Gegentor und spielte einen folgenschweren Fehlpass, aus dem das 2:3 durch Mbappé resultierte. ⇥Note: 3 © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Joshua Kimmich: Verteilte die Bälle im Mittelfeld und hielt außerdem das Zentrum vor der Abwehr dicht. Note: 2
Joshua Kimmich: Bereitete mit seiner Ecke den Ausgleich vor, hatte aber ungewohnte Probleme im Passspiel und brachte mehrere Seitenverlagerungen nicht an den Mann. ⇥Note: 3 © IMAGO/Noah Wedel
Aleksandar Pavlovic: Schaltete sich häufig nach vorn ein und überzeugte mit Offensivläufen in den gegnerischen Strafraum. Note: 3
Aleksandar Pavlovic: Erzielte den immens wichtigen Kopfball zum 1:1 und ließ den Schock des frühen Rückstands schnell vergessen. Versuchte mit seinen Pässen, Ruhe ins Spiel zu bringen und zeigte unter höchstem Druck eine erwachsene Leistung. ⇥Note: 1 © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd
Michael Olise: Zog immer wieder in die Mitte und suchte den Abschluss, war dabei aber oft zu eigensinnig. Blieb dadurch ineffektiver als zuletzt. Note: 4
 Michael Olise: Blieb lange blass, schoss sich dann aber mit seinem Treffer zum 4:3 in die Herzen der Fans. ⇥Note: 2 © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Fussball Supercup Saison 2025/2026 VfB Stuttgart - FC Bayern Muenchen
 Serge Gnabry: War bemüht, mit Tiefenläufen Platz für seine Offensivkollegen zu schaffen – wurde aber von Valverde und Bellingham in den Zweikämpfen abgekocht.⇥Note: 4  © IMAGO/Markus Ulmer
Luis Diaz: War zwar offiziell nicht am Führungstor beteiligt und hatte mit einem genialen Moment doch großen Anteil: Diaz ließ die Flanke gedankenschnell durch seine Beine und bewies damit seine Extraklasse. Ansonsten einer der Aktivposten im Angriff, ihm gelang das erlösende 2:0 in der Nachspielzeit. Note: 1
Luis Diaz: Arbeitete fleißig gegen den Ball und suchte immer wieder selbst den Abschluss, blieb dabei aber lange glücklos – bis er kurz vor Schluss per Traumtor zum umjubelten 3:3 traf. ⇥Note: 1 © IMAGO/Noah Wedel
Harry Kane: Scheiterte in der Anfangsphase noch per Lupfer, markierte dann aber nach 22 Minuten das wichtige 1:0 und schloss trocken ab. Hatte vor und nach der Pause sogar noch Chancen aufs 2:0, die er jedoch ausließ. Darüber hinaus fungierte Kane aber als wichtiger Taktgeber in der Offensive, weil er seine Stürmerrolle gewohnt mitspielend interpretierte. Note: 2
Harry Kane: Kane kämpfte, holte sich Bälle ab und traf zum wichtigen 2:2 im Stile eines Topstürmers. Hatte jedoch teilweise ungewohnte Abspielfehler in seinem Spiel.⇥Note: 2 © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank
Jamal Musiala: Glänzte mit viel Spielfreude im Offensivzentrum, ließ sich immer wieder fallen und dribbelte von dort Löcher in Leverkusens Abwehr. Legte den Ball beim 1:0 präzise zurück, sodass Kane freistehend einschieben konnte. Bester Münchner Angreifer. Note: 1
Jamal Musiala (Ab 61. für Gnabry): Brachte mit seinen Dribblings Schwung in die Offensive. ⇥Note: 2 © IMAGO/David Klein
Alphonso Davies: Ohne Einsatz im Kader.
Alphonso Davies (ab 46. für Stanisic): Rückte auf die linke Abwehrseite und war mit seiner Geschwindigkeit ein wichtiger Faktor, um Konter der Madrilenen abzulaufen. ⇥Note: 3 © IMAGO/JOERAN STEINSIEK
02.08.2025, Fussball Testspiel, FC Bayern - Olympique Lyon
Minjae Kim: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Leon Goretzka: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Noah Wedel
Nicolas Jackson: Ohne Einsatz im Kader.
Nicolas Jackson: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Ulrich Wagner
CALCIO
Raphaël Guerreiro: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Jonas Urbig: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Revierfoto
Franz-Beckenbauer-Supercup 2025, VfB Stuttgart - FC Bayern München; 16.08.2025
Sven Ulreich: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg
Wisdom Mike: Ohne Einsatz im Kader.
Wisdom Mike: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Markus Ulmer

Dennoch reichten beide „nicht optimalen Leistungen“, um das Comeback der in Madrid so gefürchteten „Bestia Negra“ zu generieren. Und das gegen ein Real Madrid, welches laut spanischen Medien auf alle Fälle kämpferisch die beste Saisonleistung zeigte. Mit größter Moral, Willen und Charakter – reif für den nächsten CL-Triumph.

Die Bayern-Spieler waren in ihrem permanenten Bemühen, unglückliche Rückstände, die immer jeweils eine Verlängerung bedeutet hätten, aufzuholen, nicht alleine. Bereits vor der Partie hatten Kompany und Joshua Kimmich („alle in Rot“) auf die Heimfans gesetzt. Sie wurden nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Der Bayern-Cheftrainer kennt den „Hexenkessel“ Allianz Arena noch aus seinen Zeiten als Profi.

Tatsächlich ist die Arena in München-Fröttmaning bei den europäischen Gegnern in Topspielen gefürchtet. Die ganz besondere Stimmung gegen Real Madrid lag sicherlich auch an dem ganz „speziellen“ Gegner. Es gibt national wie international keinen Verein, für welchen die Anhänger des deutschen Rekordmeisters weniger Sympathien hegen.

„Erfolgshungrige“ Bayernfans sorgen für Gänsehautstimmung

Es war aber auch die Sehnsucht, endlich wieder einmal Großes in einem Heimspiel zu erreichen. Im Olympiastadion zog man über ein Vierteljahrhundert hinweg regelmäßig in einem Heimspiel ins CL-Finale ein (1974, 1975, 1976, 1982, 1999, 2001) – die vier Endspielteilnahmen in den Zeiten der aktuellen Arena (2010, 2012, 2013, 2020) erfolgten alle auswärts.

Außergewöhnlich war, dass die Gesänge bereits eine Stunde vor Spielbeginn einsetzten, beide Kurven dabei auf einem ähnlichen Niveau waren, und auch der Rest des Stadions mithüpfte, klatschte, und schrie. Die vier Münchner Tore wurden von einem Jubel in Orkanstärke begleitet, und nach der gewonnenen Schlacht sangen noch Hunderte, Tausende FCB-Fans in die Nacht hinein, selbst als sie das Arenagelände schon verlassen hatten. Oberste CL-Klasse!

Keine neue Erkenntnis, aber eine erfreuliche Bestätigung: Neben Aleksandar Pavlović traf auch das „Trio Infernale“ des FC Bayern: Harry Kane zum 2:2, Luis Díaz zum 3:3 und schließlich Michael Olise mit der letzten Aktion des Spiels zum 4:3, welches die Arena zum Explodieren brachte. Die Scorerquoten der Drei sind aktuell im Topvereinsfußball weltweit einmalig.

Wettbewerbsübergreifend liegt Kane bei 60 Torbeteiligungen (50 Tore, 10 Assists), Olise bei 51 (18/33), Díaz bei 43 (24/19). Quelle sind jeweils die Daten des kicker. Nicht nur diese Topangreifer geben dem Team von Kompany aktuell das Gefühl, jedes Ergebnis korrigieren zu können. Der FC Bayern scheint in der Lage zu sein, gegen jeden Gegner kurzfristig zwei, drei Tore gutmachen zu können. Das gibt viel Selbstvertrauen und schüchtert die Kontrahenten ein.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

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