Aufeinandertreffen im ersten Spiel
FC Bayern München gegen Amateure: Kontrahent muss sich für Klub-WM sogar Urlaub nehmen
Auckland City aus Neuseeland ist für den FC Bayern München ein spezieller Gegner bei der Klub-WM. Die Strukturen sind amateurhaft.
Auckland – Den vielleicht ungewöhnlichsten Teilnehmer bei der neu formierten Klub-WM findet man in der Gruppe des FC Bayern München. Neben den großen und bekannten Traditionsklubs Boca Juniors aus Buenos Aires und Benfica aus Lissabon geht es auch gegen Auckland City aus Neuseeland. Die Voraussetzungen der europäischen Topteams um den FCB, Real Madrid oder PSG und dem Außenseiter aus dem Ozeanischen Fußballverband (OFC) könnten unterschiedlicher kaum sein.
Feierabendkicker gegen Star-Auswahl des FC Bayern
Um bei der Klub-WM überhaupt gegen den FC Bayern München antreten zu können, mussten sich die Spieler von Auckland City für den Zeitraum des Turniers Urlaub nehmen. Das Team besteht aus Lehrern, Immobilienmaklern, Handelsvertretern und Studenten, die erst nach ihrem Feierabend auf dem Fußballplatz zu finden sind. Auckland City ist ein waschechter Amateurverein.
„Für uns ist es ein Traum, gegen diese Mannschaften zu spielen. Auf demselben Spielfeld zu stehen, ist schon ein bisschen verrückt“, sagt Angus Kilkolly, der als Verkaufsleiter für Elektrowerkzeuge tätig ist. Der Stürmer beschreibt den Verein, für den er seit drei Jahren kickt als „Familienclub, in dem jeder jeden kennt.“ Der 29-Jährige nimmt für das anstehende Weltturnier unbezahlten Urlaub, den sein fußballverrückter Chef glücklicherweise gewährt hat.
2004 gegründet und 13 Champions-League-Siege für FCB-Kontrahent Auckland City
Auch das Stadion von Bayern-Gegner Auckland City unterscheidet sich deutlich von dem der Kontrahenten. Während die Gruppengegner der Neuseeländer in weltbekannten Arenen wie der Bombonera, dem Estadio da Luz oder der Allianz Arena ihre Spiele austragen, kickt das Team auf dem kleinen Kiwitea Street Ground mitten in einem Wohnviertel von Auckland. Die Spiele besuchen etwa 2000 bis 2500 Menschen. Ein Flutlicht hat der Sportplatz nicht.
Und während sich die europäischen und südamerikanischen Weltstars über einen satten Geldregen freuen dürfen, stehen die Spieler von Auckland weiterhin ohne Gehalt und Prämien auf dem Platz. Gleichzeitig spielt der Klub bereits zum 13. Mal bei einer Klub-WM mit und ist somit Rekordteilnehmer, des erstmals im Jahr 2000 ausgetragenen Turniers. Ein ganz normaler Amateurverein ist Auckland City am Ende also doch nicht. (jsk)
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