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Neuer Negativrekord möglich
FC Bayern mit nie zuvor dagewesenem Torwart-Drama in Europas Topfußball?
Die vierte Saison in Folge herrscht beim FC Bayern Ausnahmezustand auf der Torwartposition. Nun könnte sogar ein Negativrekord aufgestellt werden.
Seit Manuel Neuers kompliziertem Unterschenkelbruch im Dezember 2022 gibt es keine Konstanz mehr auf der Torwartposition des FC Bayern. Der fünffache Welttorhüter war bei einer Skitour unmittelbar nach dem frustrierenden WM-Aus in Katar schwer verunglückt. Yann Sommer, Sven Ulreich, Daniel Peretz und Jonas Urbig hießen seitdem seine Stellvertreter. Ein 16-Jähriger könnte nun im Achtelfinal-Rückspiel gegen Atalanta Bergamo folgen und für einen unglaublichen „Rekord“ im europäischen Spitzenfußball sorgen.
Bereits in der vergangenen Spielzeit stellte der Rekordmeister seinen Negativrekord der Saison 1991/92 ein, was einen unerwünschten „Torwartkonsum“ betrifft. In jener Horrorsaison, in welcher die Münchner mit Jupp Heynckes, Sören Lerby und Erich Ribbeck drei Cheftrainer gebraucht und sich zwischenzeitlich in gefährlicher Nähe der Abstiegsränge befunden hatten, standen vier verschiedene Keeper bei Pflichtspielen im FCB-Tor: Raimond Aumann, Gerry Hillringhaus, Uwe Gospodarek und die Legende Harald „Toni“ Schumacher. Der eigentliche Ersatztorhüter Sven Scheuer war damals verletzungsbedingt die gesamte Spielzeit ausgefallen.
Der FC Bayern und seine Torwartrekorde
Auch in der Saison 2024/25 verursachten zahlreiche Verletzungen von Manuel Neuer den Einsatz von vier Torhütern beim FC Bayern: Zunächst vertrat ihn im Herbst Ulreich, dann im Winter Peretz und schließlich – am längsten – im Frühjahr Winterneuzugang Urbig.
Aufgrund dieser wenig erfreulichen Umstände stellte der deutsche Rekordmeister dabei einen neuen Wettbewerbsrekord in der Champions League auf: Noch nie benötigte ein Verein in der Königsklasse in einer einzigen Spielzeit vier Torhüter. Der FC Bayern „schaffte“ das sogar schon in seinen ersten elf Partien.
Wie Jonas Urbig den steilen Aufstieg zum Neuer-Nachfolger im Bayern-Tor schaffte
Sollte Jonas Urbig nicht – wie erhofft – im Rückspiel gegen Atalanta Bergamo das Gehäuse hüten können, winkt dem FC Bayern in der laufenden Saison ein weiterer „verrückter“ Rekord, ein im europäischen Topfußball einmaliger: Aufgrund der Oberschenkelverletzung auch des vierten Profi-Keepers, Leon Klanac, würde mit Leonard Prescott ein 16-Jähriger sein Profi-Pflichtspiel-Debüt für den FCB geben.
Klingt das schon verrückt, ist der eigentliche (Negativ-)Rekord die Tatsache, dass der deutsche Rekordmeister in diesem Fall im vierten Pflichtspiel in Serie mit dem vierten Torwart in der Startformation auflaufen würde: Neuer gegen Mönchengladbach, Urbig in Bergamo, Ulreich in Leverkusen – und nun Prescott gegen Atalanta. Anders als 1991/92 ist die aktuelle Saison unter Chefcoach jedoch keine Horrorsaison – ganz im Gegenteil.