Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Raubein“ der Liga

Effenberg watscht Bayern-Star ab, vergisst dabei aber seine eigene Karriere komplett

Nach der frühen Roten Karte im Bundesliga-Topspiel in Leverkusen musste sich Bayernstürmer Nicolas Jackson viel Kritik anhören – auch von Stefan Effenberg.

Es war eine der Schlüsselszenen in der Bundesligapartie des FC Bayern bei Bayer Leverkusen (1:1), als Nicolas Jackson bei seiner Grätsche im Zweikampf mit Martin Terrier zu spät kam und diesen heftig am Knöchel traf. Nach Intervention des VAR korrigierte Schiedsrichter Christian Dingert seine ursprüngliche Verwarnung und zeigte dem Senegalesen glatt Rot.

Stefan Effenberg: Früher BL-Raubein, heute geschätzter TV-Experte.

Nachdem FCB-Coach Vincent Kompany Jackson schon nach dem Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach gegen die aus seiner Sicht unberechtigte permanente Kritik in Schutz genommen hatte, tat dies auch Sportvorstand Max Eberl nach dem Platzverweis: „Im Fußball geht es so schnell: Du hast gegen Gladbach ein Tor und gegen Atalanta ein sehr ordentliches Spiel gemacht. Und drei Tage später bist du der Depp, weil du eine Rote Karte kassierst.“

Scharfe Experten-Kritik an Jackson

Der 52-Jährige sah den Feldverweis vor allem als Folge eines missglückten Zweikampfs: „Im Willen, einen Zweikampf zu führen, kommt er zu spät und trifft den Knöchel. So ist dieser Fußball – einfach gnadenlos.“

Dagegen übte der frühere Bayern-Führungsspieler Stefan Effenberg im Sport1-Doppelpass scharfe Kritik am Leihspieler vom FC Chelsea, aber auch am Unparteiischen: „Er hat den klaren Blick und ich erwarte von einem Top-Schiri, dass er die Szene nicht mit Gelb beurteilt, sondern direkt mit Rot. Aber die Frage, die sich hier stellt: Warum Jackson im Mittelkreis so dumm übermotiviert dahingeht? Wenn ich Trainer wäre, würde ich mich verdammt ärgern.“

Einser und Fünfer bei Platzverweis-Drama: Die Bayernstars in der Einzelkritik gegen Leverkusen

Franz-Beckenbauer-Supercup 2025, VfB Stuttgart - FC Bayern München; 16.08.2025
Sven Ulreich: Stand zum ersten Mal seit September 2024 im Tor der Bayern und ersetzte die verletzten Manuel Neuer und Jonas Urbig. Musste früh hinter sich greifen und hatte dabei Pech, weil der Schuss vor dem 0:1 noch unhaltbar abgefälscht wurde. Erledigte seinen Job ansonsten ordentlich und verhinderte mit mehreren starken Paraden einen möglichen höheren Rückstand. Zeigte besonders hintenraus eine überragende Leistung und bewies, dass die Bayern auf ihn zählen können. Note: 1 © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg
Josip Stanisic: Hinterlief immer wieder Olise und schaffte so zusätzliche Anspielstationen. Blieb defensiv konzentriert. Note: 3
Josip Stanisic: Stemmte sich stark gegen den Leverkusener Sturmlauf und verteidigte gewohnt aggressiv. Unterstrich seinen wert kurz vor der Pause, als er Bayer-Stürmer Tillman den Ball kurz vor dem Abschluss klaute. Bester Mann in der Viererkette. Note: 2 © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Dayot Upamecano: Ließ zu Beginn die Chance aufs 1:0 liegen, verteidigte dafür fehlerfrei und gewann mit seinen aggressiven Tacklings zahlreiche Bälle. Note: 2
Dayot Upamecano: War mit seinem Tempo gegen Bayers schnelle Angreifer gefordert, entschied seine Zweikämpfe weitestgehend für sich. Note: 3 © IMAGO/Markus Fischer
Jonathan Tah: Entschied die wichtigen Duelle für sich und hielt Leverkusens Stürmer souverän in Schach. Note: 3
Jonathan Tah: Hatte in der ersten Hälfte doppelt Pech: Zunächst fälschte Tah den Schuss beim Leverkusener Führungstreffer unhaltbar ab, danach wurde sein vermeintlicher Ausgleich wegen eines Handspiels zurückgepfiffen. Hatte die gesamte Partie über immer wieder Probleme mit Bayers starkem Stürmer Schick. Note: 4 © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER
Konrad Laimer: Hatte auf der linken Seite viel Offensivdrang. Defensiv zudem tadellos. Note: 2
Konrad Laimer: Musste die linke Seite quasi alleine beackern, weil Diaz nach Jacksons Roter Karte vermehrt ins Zentrum rückte. Dadurch hatte für Laimer vor allem die Defensive im Blick und konzentrierte sich darauf, seine Seite dicht zu halten. Note: 3 © IMAGO/Ulrik Pedersen/DeFodi Images
Joshua Kimmich: Verteilte die Bälle im Mittelfeld und hielt außerdem das Zentrum vor der Abwehr dicht. Note: 2
Joshua Kimmich: Ging als Mittelfeldchef voran und kämpfte um jeden Ball. Hatte jedoch im Verbund mit Pavlovic und Goretzka in beiden Hälften Probleme, das Zentrum zu kontrollieren. Note: 3 © IMAGO/Noah Wedel
Aleksandar Pavlovic: Schaltete sich häufig nach vorn ein und überzeugte mit Offensivläufen in den gegnerischen Strafraum. Note: 3
Aleksandar Pavlovic: War vor allem in der Defensive gefordert, versuchte das Spiel im eigenen Ballbesitz zu beruhigen. Dadurch mit weniger Offensivdrang als gewohnt. Note: 3 © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd
Michael Olise: Zog immer wieder in die Mitte und suchte den Abschluss, war dabei aber oft zu eigensinnig. Blieb dadurch ineffektiver als zuletzt. Note: 4
Michael Olise: Ließ seine Klasse im Eins-gegen-Eins immer wieder aufblitzen, hatte insgesamt aber weniger Offensivaktionen als bei seinen Gala-Auftritten zuletzt. Bereitete den Ausgleich durch Diaz stark vor und war fast immer beteiligt, wenn es gefährlich wurde. Note: 2 © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Luis Diaz: War zwar offiziell nicht am Führungstor beteiligt und hatte mit einem genialen Moment doch großen Anteil: Diaz ließ die Flanke gedankenschnell durch seine Beine und bewies damit seine Extraklasse. Ansonsten einer der Aktivposten im Angriff, ihm gelang das erlösende 2:0 in der Nachspielzeit. Note: 1
Luis Diaz: Erlebte in Leverkusen eine Achterbahnfahrt: Diaz verlor den Ball vor dem 0:1 zu leichtfertig und setzte dann nicht hinterher, weil er auf einen Pfiff von Schiri Christian Dingert hoffte. Der blieb jedoch zurecht aus – und die Münchner fingen sich im Konter das Gegentor. Danach fiel der Kolumbianer mit vielen Unkonzentriertheiten auf, bei der bis dahin besten Chance für den Ausgleich schoss er sich außerdem ans eigene Standbein und von dort über das Tor (53. Minute). Dann traf Diaz nach einem starken Konter doch noch zum wichtigen 1:1 (69.) – und flog 15 Minuten später mit einer Gelb-Roten-Karte nach Schwalbe vom Platz. Note: 4 © IMAGO/Noah Wedel
Lennart Karl: Einwechslung in der 68. Minute, feierte somit sein Bundesligadebüt – ohne Bewertung.
Lennart Karl: War bemüht, sich für mehr Spielzeit als in den vergangenen Wochen zu empfehlen und suchte immer wieder das Dribbling. Kam dabei aber nicht entscheidend durch. Note: 3 © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul
Nicolas Jackson: Ohne Einsatz im Kader.
Nicolas Jackson: Erlebte einen rabenschwarzen Tag und foulte Leverkusens Terrier derart heftig, dass der Videoschiedsrichter eingriff und Jackson schlussendlich vom Platz gestellt wurde. Der Ersatzstürmer schadete so seinem Team enorm, das fortan zu zehnt und später sogar zu neunt auskommen musste. Note: 5 © IMAGO/Ulrich Wagner
Harry Kane: Scheiterte in der Anfangsphase noch per Lupfer, markierte dann aber nach 22 Minuten das wichtige 1:0 und schloss trocken ab. Hatte vor und nach der Pause sogar noch Chancen aufs 2:0, die er jedoch ausließ. Darüber hinaus fungierte Kane aber als wichtiger Taktgeber in der Offensive, weil er seine Stürmerrolle gewohnt mitspielend interpretierte. Note: 2
Ab 60. Harry Kane: Traf zum vermeintlichen Ausgleich, war beim Ballgewinn vor der Torerzielung aber mit der Hand am Spielgerät. Ohne Bewertung.  © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank
02.08.2025, Fussball Testspiel, FC Bayern - Olympique Lyon
Ab 87. Minjae Kim: Ohne Bewertung. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Ab 60: Leon Goretzka: Kam für Pavlovic in die Partie, blieb aber unauffällig. Ohne Bewertung.  © IMAGO/Noah Wedel
Fussball Supercup Saison 2025/2026 VfB Stuttgart - FC Bayern Muenchen
Serge Gnabry: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Markus Ulmer
CALCIO
Raphaël Guerreiro: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Leonard Prescott
imago1074218159.jpg © IMAGO/DeFodi.de
GER, FC Bayern Muenchen vs. Tottenham Hotspur, Fussball, Telekom Cup, Testspiel, Saison 2025/2026, 07.08.2025
Tom Bischof: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul
Deniz Ofli
Deniz Ofli: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Sven Leifer
Jamal Musiala: Glänzte mit viel Spielfreude im Offensivzentrum, ließ sich immer wieder fallen und dribbelte von dort Löcher in Leverkusens Abwehr. Legte den Ball beim 1:0 präzise zurück, sodass Kane freistehend einschieben konnte. Bester Münchner Angreifer. Note: 1
Jamal Musiala: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/David Klein
Maycon Cardozo
Maycon Cardozo: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/DeFodi.de
Wisdom Mike: Ohne Einsatz im Kader.
Wisdom Mike: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Markus Ulmer
Alphonso Davies: Ohne Einsatz im Kader.
Alphonso Davies: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/JOERAN STEINSIEK
Leon Klanac: Ohne Einsatz im Kader.
Leon Klanac: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Mladen Lackovic
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader.
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader. © DeFodi/Imago

Der 57-jährige Effenberg gilt bei einer großen Mehrheit der Anhänger des Rekordmeisters derzeit als der einzige seriöse TV-Experte in der Riege der Ex-Bayernspieler. Während Dauernörgler Didi Hamann von den FCB-Fans ausnahmslos komplett abgelehnt wird, Lothar Matthäus und Mario Basler mehrheitlich für Kopfschütteln sorgen, gefallen die stets sachlichen Analysen von „Effe“.

Allerdings verwundert im Fall von Jackson die scharfe Kritik des 35-fachen Nationalspielers doch ein wenig. Denn in der Historie der Bundesliga zählt er zu den größten Raubeinen unter den Spielern: In seinen 370 BL-Partien (davon 160 für den FCB) hat Effenberg 114 Gelbe Karten gesammelt und ist damit bis heute trauriger Rekordhalter. Zudem musste er sieben Platzverweise hinnehmen – viermal Gelb-Rot, dreimal Rot.

Nicht Jackson, sondern Effenberg hätte fast einen Titel durch „Dummheit“ verspielt

Eine seiner drei Roten Karten kassierte er ausgerechnet im „Skandalspiel“ in Dortmund vor fast genau einem Vierteljahrhundert. Diese Partie war das letzte Pflichtspiel des FC Bayern, welches er wie nun in der BayArena zu neunt beenden musste. Bereits durch die Ampelkarte von Bixente Lizarazu in Unterzahl spielend, ließ sich Effenberg zehn Minuten nach der Halbzeit zu einer Tätlichkeit provozieren. Auch damals kämpfte sich der Rekordmeister in doppelter Unterzahl zu einem 1:1.

Allerdings war die Meisterschaft in der Spielzeit 2000/01 viel enger als in dieser Saison. Effenberg und drei seiner Mannschaftskollegen fehlten eine Woche später beim nächsten Topspiel gegen den FC Schalke, welcher dieses mit einem triumphalen 3:1 im Olympiastadion verließ. „Effes“ Unbeherrschtheit hätte dem FCB damals die Meisterschaft kosten können. Am Ende der Saison befand sich aber „Vier-Minuten-Meister“ Schalke 04 in tiefer Trauer, während Effenberg & Co. in Hamburg nach Patrik Anderssons Last-Minute-Treffer euphorisch den Titel feierten.

Es ist nicht bekannt, wie „verdammt“ sich Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld im April 2001 über Effenberg geärgert hat. Der hat jedoch ganz im Gegensatz zu Jackson in einer „verdammt“ engen Saison einen Platzverweis in einem Schlüsselspiel kassiert, welcher nicht einmal in einer Spielsituation passierte. Hitzfeld hätte damals sicherlich mehr Grund für großen Unmut als nun Vincent Kompany haben können. Ist das Effenberg bewusst?

Rubriklistenbild: © Revierfoto via www.imago-images.de

Kommentare