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Dortmund rückt Bayern auf die Pelle
Kompany greift nach Mini-Krise zu ungewöhnlicher Maßnahme
Kampfansage aus Dortmund – na, und? Verfolger BVB hat vor dem Showdown im direkten Duell am 28. Februar das deutlich straffere Programm als der FC Bayern.
Der Sonntag war frei, so richtig. Kein Auslaufen, kein Spielerersatztraining, sondern tote Hose an der Säbener Straße – und das war auch gut so. Sowohl Köpfe als auch Beine der Stars des FC Bayern haben nach dem 2:2 in Hamburg dankend eine Pause angenommen. Im Hause Kimmich fand die Frustbewältigung etwa bei einem gemeinsamen großen Puzzle statt – aber im Hintergrund war freilich jeder Bayer darüber informiert, was im knapp 500 Kilometer entfernten Dortmund passierte.
Auch wenn das 3:2 des BVB gegen Heidenheim am Sonntagabend kein Glanzstück war: Der Verfolger ist bis auf sechs Punkte an die Über-Bayern des Vorjahres herangerückt. Die Kampfansage folgte freilich prompt. „Es sind sechs Punkte, wir wollen jetzt angreifen“, sagte ausgerechnet der von den Bayern beobachte Nationalspieler Nico Schlotterbeck und schickte noch einen kleinen Gruß in den Süden: „Wir probieren, da zu sein. Vielleicht fangen die Bayern jetzt an, nochmal zu überlegen.“
Schlotterbeck: „Vielleicht überlegt Bayern jetzt“
Zeit dafür zumindest wäre jetzt – denn mit Blick auf die vergangenen Wochen seit dem Re-Start am 11. Januar zeigt der Spielplan für die kommende(n) doch eine wesentliche Entspannung. Kompany weiß um die Situation und lässt sie in den sechs Tagen bis zum Spitzenspiel gegen den Überraschungs-Dritten Hoffenheim am Sonntag (17.30 Uhr) unter dem Motto „Qualität vor Quantität“ angehen. Bitte kein Kopfkino! Bitte keine Zweifel! An diesem Dienstag ist Marketing-Tag, am Donnerstag gibt es noch mal frei.
Die Kräfte sollen gebündelt werden – denn klar ist auch, dass ein drittes siegloses Liga-Spiel hintereinander zumindest leises Krisengerede mit sich bringen würde. Es ist offensichtlich, dass die Leichtigkeit aus dem November schon im Dezember verpufft war und der pickepackevolle Januar nun an die Substanz ging.
Bayern patzt gegen den HSV: Ein Star fällt besonders ab und kriegt die Note 5
Noch kann man Worte wie jene von Max Eberl („Das ist jetzt gerade eine Phase. Da müssen wir mal durch“) und Kompany („Wir werden auf dem Platz reagieren“) glauben. Mit Blick auf das direkte Duell in (!) Dortmund am 28. Februar aber ist logisch, dass man bis dahin keine Federn lassen sollte. Sonst könnte der Meisterkampf tatsächlich nochmal spannend werden.
Die Dramaturgen des Monats Februar zumindest hätten vorgesorgt. Aber bis zum Showdown am letzten Tag hat der FC Bayern trotz des um fünf Punkte geschmolzenen Vorsprungs den Vorteil auf seiner Seite. Während die Münchner nämlich nach sieben Spielen im Januar „nur“ fünf im Februar haben (inklusive Pokal-Viertelfinale gegen RB Leipzig), sind es beim BVB wieder sieben – mit kräftezehrenden Champions-League-Playoffs gegen Atalanta Bergamo.
Auf mehr als 2500 Reisekilometer, drei Auswärtsspiele und sechs Reisetage kommt der BVB vor dem direkten Duell, die Bayern hingegen müssen vor der Anreise nach Dortmund nur einmal weg – nach Bremen (rund 1200 Kilometer). In der Liga warten auf den BVB Wolfsburg, Mainz und Leipzig, während Bayern Hoffenheim, Werder und Frankfurt vor der Brust hat. Ansichtssache, wer es da besser erwischt hat. Und aus Bayern-Sicht tut es ja auch nichts zur Sache. Man ist (noch) voll bei sich und der BVB läuft – wie im Hause Kimmich – höchstens nebenher. (hlr/pk/bok)