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„Der Arjen hat´s gemacht!“

Die Wembley-Nacht: Der legendäre CL-Finalsieg des FC Bayern über Borussia Dortmund

Am 25. Mai 2013 holte sich der FC Bayern im Londoner Wembleystadion zum fünften Mal in seiner Vereinsgeschichte die europäische Fußballkrone.

London / München - Nach den überragenden Viertel- und Halbfinalauftritten gegen Juventus Turin (2:0; 2:0) und den FC Barcelona (4:0; 3:0) war der Gegner des FC Bayern im ersten rein deutschen Champions-League-Finale Borussia Dortmund, welches man in einem Bundesliga-Rekordjahr um 25 Punkte distanziert hatte. Die Münchner befanden sich somit natürlich in der Favoritenrolle, welche jedoch eher Bürde als Vorteil war, ebenso wie die beiden vorausgegangen Finalniederlagen 2010 und 2012.

Im vermeintlich vorletzten Spiel seiner Trainerkarriere - eine Woche später stand noch das DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart zur Vollendung des ersten Triples der Vereinsgeschichte auf dem Programm - ließ Don Jupp folgende Elf beginnen:

Manuel Neuer - Philipp Lahm; Dante; Jerome Boateng; David Alaba - Bastian Schweinsteiger; Javi Martinez; Thomas Müller - Franck Ribéry; Arjen Robben; Mario Mandžukić.

Bayerischer Torjubel in der Wembley-Nacht.

Fantastische Stimmung - Bayern steigert sich nach nervösem Beginn

Die Stimmung auf den Rängen des ausverkauften Wembleystadions war von Beginn sensationell - selbst die englische Presse schrieb in den Folgetagen begeistert von dem überragenden Wettstreit auf den Rängen zwischen Rot und Gelb. Dagegen begannen die Bayern ungewohnt zaghaft und nervös, schienen an den übergroßen Erwartungen zu zerbrechen. In den ersten 20 Minuten war nichts von dem fantastischen Angriffsfußball der vorausgegangenen Wochen und Monate zu sehen. Der BVB kam zu einigen Chancen, Neuer hielt jedoch seinen Kasten sauber.

Mitte der ersten Halbzeit dann die erste Bayernchance: Mandžukić köpfte nach einer Ecke auf die Latte des von Roman Weidenfeller gehüteten BVB-Tores. Dies war der Weckruf für den FCB. Ab diesem Zeitpunkt übernahm er mehr und mehr die Spielkontrolle. Robben vergab zwei große Chancen - einmal wehrte Weidenfeller dabei aus kürzester Entfernung mit dem Gesicht ab. 

BVB kontert Bayern-Führung

Mit einem insgesamt gerechten 0:0 ging es in die Halbzeitpause. Aus dieser kamen Jupps Mannen noch einmal elanvoller heraus und das 1:0 durch Mandžukić nach starker Vorarbeit von Ribéry und Robben war hochverdient. Der kroatische Nationalspieler musste den Ball aus kurzer Distanz nur noch im leeren Tor unterbringen.

Die Bayern agierten in der Folgezeit souverän, nichts deutete auf ein großes Dortmunder Aufbäumen hin - bis Dante in der 67. Minute ein unnötiger Lapsus gegen Marco Reus passierte - Foulelfmeter. Ilkay Gündogan ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte sicher zum 1:1 (68.). Alles wieder auf Null gestellt!

Die Bayern zeigten sich nicht geschockt, blieben dominant, vergaben jedoch riesige Torchancen - würde es trotzdem wie 2012 schon wieder in die Verlängerung gehen?

Das legendäre Tor von Arjen Robben

Nein! In der 89. Minute schlug der überragende Boateng - Jürgen Klopp hatte ihn vor dem Spiel noch als Schwachstelle im Bayernteam ausgemacht - aus der eigenen Hälfte einen langen Ball auf Ribéry, welcher auf Höhe der Sechzehnmeterlinie per Hacke auf Robben weiterleitete.

Der Holländer degradierte die gesamte BVB-Abwehr zu Slalom-(Kipp-)Stangen - alle sanken, fielen zu Boden - und überwand den aus dem Tor stürzenden Weidenfeller mit einem raffinierten „Dreher“ - der Ball kullerte anschließend in Zeitlupentempo ins Tor, während Robben, Müller & Co. bereits zum Torjubel abdrehten.

DAS BERÜHMTESTE LEGENDÄRSTE TOR DER - JÜNGEREN - FCB-GESCHICHTE! Vergleichbar mit dem von „Katsche“ Schwarzenbeck im Landesmeistercup-Endspiel 1974 gegen Atlético Madrid.

Mr. Wembley: „Ich hab geträumt von dir...“

Ein insgesamt hoch verdienter Europapokalsieg der Bayern, vor allem wenn man noch die fantastischen Leistungen in den vorangegangenen Runden hinzunimmt. 

Arjen Robben hatte mit seinem Siegtreffer das Trauma vom verlorenen Finale dahoam mit vergebenem Elfmeter in der Verlängerung und den unschönen Folgeerscheinungen überwunden und trägt seitdem mit viel Stolz den Namen „Mr. Wembley“. Bis zu seinem Weggang 2019 ertönte es danach regelmäßig aus der FCB-Kurve:

„Ich hab geträumt von dir, von unsrer Wembley-Nacht! Wir haben den Cup gewonnen, den Thron erklommen, der Arjen hat’s gemacht!“

Rubriklistenbild: © imago sportfotodienst

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