Kommt Nkunku?
Die kniffligen Vertragspoker zwischen Zahavi und dem FC Bayern
Mathys Tel kann am Deadline-Day den FC Bayern noch verlassen. Christopher Nkunku wird im Gegenzug vorerst wohl nicht nach München kommen. Der Vorstoß von Pini Zahivi missglückt.
München – Vor wenigen Wochen noch sollte alles den gewohnten Gang der Dinge beim FC Bayern gehen. Stürmer Mathys Tel betonte, trotz geringer Spielzeit in München bleiben zu wollen – die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters waren mit dieser Entscheidung einverstanden und wollten im Gegenzug auch keinen anderen Stürmer an die Isar locken.
Zahavi schaltet sich ein
Doch dann schaltete sich überraschend wieder Star-Berater Pini Zahavi ein. Weil sein Klient Christopher Nkunku beim FC Chelsea derzeit nicht über eine Reservistenrolle hinauskommt, sucht er nach Alternativen für ihn. Seine Idee: Nkunku, der 2022 bei RB Leipzig Bundesliga-Torschützenkönig wurde, soll zurück nach Deutschland und sich bei einem Topklub etablieren.
Da FC-Bayern-Manager Max Eberl Nkunku auch noch aus der gemeinsamen Zeit in Leipzig kennt, klopfte Zahavi nun bei Eberl an. Und übereinstimmenden Medienberichten zufolge fanden Spieler und Verein auch eine grundsätzliche Einigung für einen Wechsel. Der Transfer sollte im Winter vonstattengehen – vorausgesetzt, ein anderer Akteur verlässt den FC Bayern.
Mathys Tel bekam jedenfalls nach den Gerüchten um Nkunku kaum mehr Einsatzminuten von Trainer Vincent Kompany zugeteilt – vielleicht war es ein Wink an Tel, den Klub zu verlassen? So zeigte sich der 19-Jährige in den vergangenen Tagen plötzlich doch bereit, den FC Bayern zu verlassen.
Doch es folgten komplizierte Gespräche: Denn der erste Wunsch der Münchner war es offenbar, Tel im Gegenzug für Nkunku bei Chelsea unterzubringen. Tel lehnte ab. Dann meldete der nächste Klub aus London Interesse an: Tottenham Hotspur wollte 60 Millionen Euro Ablöse zahlen – damit wäre für den FC Bayern fast die potenzielle Ablösesumme für Nkunku eingespielt worden. Tel lehnte allerdings wieder das Angebot ab.
Manchester United bot zu wenig Geld für Tel
Tel hatte sich wiederum als Alternative Manchester United als neues Ziel ausgesucht, doch die „Red Devils“ wollten eine deutlich niedrigere Ablöse zahlen. Auch dieser Transfer platzte. Und so steht Tel am Deadline-Day nur noch in Verhandlungen mit Arsenal, während am Wochenende verlautbart wurde, dass Christopher Nkunku vom FC Bayern enttäuscht sei.
„Wieder mal“, möchte man rufen, denn erneut geht es dabei um einen Klienten von Pini Zahavi. Schon im Sommer 2024 wollte der Star-Berater Jonathan Tah von Meister Bayer Leverkusen nach München lotsen. Auch damals scheiterte der Deal in der Endphase des Transferfensters, weil der FC Bayern in Person von Max Eberl zu wenig Geld aufgetrieben hatte.
Die Liste an unglücklichen Arrangements mit Zahavi und dem FC Bayern ließe sich beliebig fortführen. Hansi Flick zum Beispiel feierte vergangenes Jahr nicht sein Comeback als Coach beim FC Bayern, sondern Zahavi brachte Flick im zweiten Anlauf zum FC Barcelona.
Verteidiger Benjamin Pavard verließ mit der Hilfe von Zahavi 2023 den FC Bayern in Richtung Inter Mailand – die Italiener stellen derzeit mit nur einem Gegentor die beste Abwehr der Champions League. Abwehrstar David Alaba ging 2021 nach langen Verhandlungen ablösefrei zu Real Madrid – wiederum mit der Unterstützung von Zahavi.
Kommen zwei Zahavi-Klienten doch zum FC Bayern?
Im Jahr 2022 folgte der 50-Millionen-Euro-Transfer von Stürmer Robert Lewandowski zum FC Barcelona. Zuvor hatte Bayern-Vorstand Oliver Kahn noch betont: Lewandowski bleibe in München – „basta!“. Nach einer öffentlichen Schlammschlacht durfte der Rekordstürmer doch zu den Katalanen gehen.
Zahavi und der FC Bayern, es scheint fast immer Probleme in den Verhandlungen zu geben. Aber womöglich folgt es ein glückliches Ende dieser Beziehung im Sommer 2025. Dann soll es Gerüchten zufolge mit den Wechseln von Nkunku und Tah nach München doch noch klappen.
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