Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
„Könnte länger sein“
Freiburg schimpft nach Last-Minute-Sieg der Bayern – Kompany kontert
Der SC Freiburg und seine Fans zeigen sich nach dem Comeback-Sieg des FC Bayern extrem frustriert. Vincent Kompany erklärt auf der PK, warum der Grund nicht berechtigt ist.
Die Chancen, den großen FC Bayern nach elf sieglosen Bundesliga-Jahren mit 15 Niederlagen und vier Unentschieden wieder einmal zu schlagen, waren für den SC Freiburg vor dem 28. Spieltag so gut wie lange nicht: Zur eigenen guten Verfassung kamen für die Breisgauer spezielle Konstellationen auf Münchner Seite hinzu: Beim Rekordmeister waren in der jüngsten Länderspielpause fast alle nicht verletzten und angeschlagenen Spieler mit ihren Nationalmannschaften unterwegs – einige in ganz anderen Zeitzonen. Zudem steht in der Champions League nur drei Tage später das „Spiel aller Spiele“ bei Real Madrid an.
So war es wenig verwunderlich, dass Bayern-Coach Kompany Stammspieler erst spät einwechselte (Michael Olise, Aleksandar Pavlović, Konrad Laimer) oder auf sie ganz verzichtete (Dayot Upamecano). Harry Kane blieb ohnehin angeschlagen zu Hause. Die Freiburger nutzten diese sich bietende Gelegenheit – auch dass der Fokus einiger Münchner doch schon in Madrid schien – lange auch bestens zu ihren Gunsten aus. Als Lucas Höler in der 71. Minute auf 2:0 erhöhte, schien der erste Sieg über den Rekordmeister nach elf Jahren Wartezeit in greifbarer Nähe.
Vincent Kompany: „Könnte länger sein“
Als Tom Bischof zehn Minuten später den FCB-Anschlusstreffer erzielte, zeigte sich, dass die Breisgauer aufgrund ihrer aufwendigen Spielweise vollkommen platt waren. Und es kam noch dicker: Es gab offiziell acht Minuten Nachspielzeit, die die Bayern dafür nutzten, die Partie durch die Treffer von abermals Bischof (90.+2) und Lennart Karl (90.+9) komplett zu drehen. Die lange Nachspielzeit wurde anschließend von Freiburger Seite heftig kritisiert – die Anhänger quittierten den Münchner Sieg mit einem gellenden Pfeifkonzert, SC-Coach Julian Schuster verstand auf der PK die Welt nicht mehr.
So wurde auf der Pressekonferenz nach dem Spiel Kompany von einem einheimischen Medienvertreter gefragt, ob für ihn die lange Nachspielzeit gerechtfertigt gewesen wäre. Der FCB-Coach überraschte den Fragesteller sicherlich mit seiner Antwort. Wie aus der Pistole geschossen kam vom Belgier ein „Könnte länger sein. Ich habe dafür meine Theorie.“
Bayerns Real-Generalprobe in Freiburg: Nur einer verdient die Note eins – dafür gibt‘s Fünfer
Der Belgier führte diese lächelnd aus: „Das ist wahrscheinlich das einzige, worüber Julian (Schuster) und ich heute nicht die gleiche Meinung haben werden.“ Kompany erklärte seine Gedankengänge: „Ich war ein bisschen frustriert. Ich glaube, alles, was die Jungs von Freiburg gemacht haben, würde ich in derselben Situation genauso machen.“ Aber: „Manchmal, wenn wir versuchen, das Spiel wieder schnell zu machen, dann sollte der Schiedsrichter nicht immer 20 Meter zum Spieler gehen und dann wieder 20 Meter auf seine Position zurückgehen. Damit verlierst du 15, 20, 30 Sekunden.“
Der FCB-Coach sprach damit wohl vielen Fußballfans aus dem Herzen: Spielt eine Mannschaft auf Zeit, dann unterstützen viele Unparteiische diese Taktik sogar noch dadurch, dass sie darüber mit den Spielern diskutieren und weitere Zeit von der Uhr nehmen. So wiederholte Kompany noch einmal, dass er den Freiburg-Spielern keinen Vorwurf machen würde: „Alles, was der Gegner für die drei Punkte macht, das passt, kein Problem… Nur ich glaube, wir müssen immer versuchen, das Spiel schnell zu machen.“
Das Fazit des 39-Jährigen: „Deswegen war es für mich nicht übertrieben. Außerdem können wir in dieser Nachspielzeit auch noch ein Gegentor bekommen… dann wären die acht Minuten Nachspielzeit nicht schlecht…“
Lange Nachspielzeit polarisierte
Die kritisierten acht Minuten Spielzuschlag waren erklärbar: zehn Auswechslungen, drei Tore – und kurz vor Ende der regulären Spielzeit wurde Höler für mindestens drei Minuten auf dem Rasen behandelt. Karls Siegtreffer fiel in der vermeintlich letzten Spielszene, kurz nach Ablauf der acht Minuten. Danach gab Daniel Siebert den Breisgauern noch die Gelegenheit zu einem weiteren Angriff.
Letztendlich war der Bayernsieg verdient. Die Freiburger müssen sich selbst vorwerfen lassen, dass sie einige vielversprechende Chancen ausgelassen haben. Dennoch lag der Rekordmeister auch in dieser Wertung, ausgedrückt durch den Wert der xGoals, mit 3,00 zu 1,84 (Statistik vom kicker), deutlich vorn. Die wunderbaren Weitschusstore von Bischof sind dabei nur mit einem geringen Wert eingeflossen.
Kleiner Trost für den SC Freiburg: Nach dem letzten Sieg über den FCB im Mai 2015 – Nils Petersen traf spät zum 2:1 – sind die Breisgauer – trotzdem – abgestiegen. Nun steht dagegen am Donnerstag im Viertelfinale der Europa League gegen Celta de Vigo das größte internationale Spiel der Vereinsgeschichte an.