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Kommentar zur Situation von Max Eberl

Der FC Bayern im Dauerjubel, aber die Zukunft des Sportchefs ist ungewiss?

Vor dem Saisonfinale wird der FC Bayern von allen Seiten in den höchsten Tönen gelobt. Nur einer wird regelmäßig davon ausgeschlossen. Ein Kommentar.

Der FC Bayern geht als souveräner Tabellenführer der Bundesliga und mit besten Chancen im DFB-Pokal und in der Champions League in die Länderspielpause. Er ist die punktbeste Mannschaft in Europas Topligen und die Offensive trifft mit einer Häufigkeit wie niemals zuvor in der eigenen Vereinsgeschichte. Kein Wunder, dass das Lob von allen Seiten auf den Verein einprasselt, und die große Mehrheit der Experten den deutschen Rekordmeister im Viertelfinal-Klassiker der Fußball-Königsklasse sogar gegen Real Madrid als Favoriten sieht.

Max Eberl beim CL-Spiel gegen Atalanta Bergamo.

Cheftrainer Vincent Kompany hat in seinen knapp zwei Jahren an der Säbener Straße aus einer stark verunsicherten Truppe eine homogene, spektakulär und erfolgreich aufspielende Mannschaft geformt, die mittlerweile auch international als das Maß aller Dinge gefeiert wird. Als ein erheblicher, dafür verantwortlicher Erfolgsfaktor wird intern der ganz besondere Teamgeist hervorgehoben. Dafür werden speziell der Coach, aber auch die Spielercharaktere gelobt.

Medienberichte über wackelnde Vertragsverlängerung von Eberl

Für solch eine ganz besondere Erfolgsgeschichte sind aber auch die „Macher“, die Kaderplaner, verantwortlich. In einem Fußballverein sind dies die Sportbosse: Beim FC Bayern also der Sportdirektor Christoph Freund und der Sportvorstand Max Eberl. Während der Österreicher in der Öffentlichkeit insgesamt sehr positiv bewertet wird, ist dies beim bayerischen Urgestein Eberl jedoch eher selten der Fall. Überraschenderweise sollen seine Kritiker sogar aus den eigenen Reihen kommen.

Die Sport Bild berichtete zuletzt regelmäßig, dass man an der Säbener Straße intensiv über die Zukunft des Sportvorstands diskutiert, während die von Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und Sportdirektor Christoph Freund relativ klar scheint: Eine Verlängerung des 52-Jährigen über das Vertragsende im Juni 2027 soll derzeit keineswegs sicher sein, die Chancen dafür werden auf lediglich 50:50 taxiert.

Vereinzelte Coups und viele Flops: Max Eberls Transferbilanz spricht Bände

Bayerns Hiroki Ito verlässt verletzt den Platz.
Mit der Prämisse, die Abwehr zu stabilisieren, war Hiroki Ito als einer der ersten Eberl-Neuzugänge vom Liga-Konkurrenten VfB Stuttgart verpflichtet worden. Die Hoffnungen konnte der japanische Nationalspieler jedoch nicht erfüllen. Aufgrund zweier Mittelfußbrüchen lief der Innenverteidiger in seiner Premieren-Saison nur in acht Pflichtspielen für die Bayern auf.  © Frank Hoermann/SVEN SIMON/IMAGO
Bryan Zaragoza auf der Bayern-Auswechselbank.
Bereits von den Vorgängern eingefädelt, folgte Bryan Zaragoza nach seiner unglücklichen Rückrunde 2023/24 auf Leihbasis (sieben Einsätze für die Bayern) durch seine Festverpflichtung als weiterer „Neuzugang“ am ersten Transfertag 2024. Ohne das Zutun von Eberl entpuppte sich der Transfer schnell als Missverständnis. Doch passt der Spanier damit in die – mit unter bescheidene – Bilanz des Sport-Vorstandes. © Markus Fischer/IMAGO
Bologna FC 1909 v AS Roma - UEFA Europa League 2025/26 Round of 16 First Leg
Nach seinen Leihen zu Osasuna sowie Celta Vigo wurde er im Februar 2026 zur AS Rom weiterverliehen. Doch mit dem Ende der Saison ist wohl auch seine Zeit in der italienischen Hauptstadt vorbei und er kehrt nach München zurück – nur für wie lange? © IMAGO/Giuseppe Maffia
Eric Dier stemmt bei der Meisterfeier des FC Bayern München die Schale in die Luft.
Mit Eric Dier schloss sich im ersten Transferfenster des Sport-Vorstandes ein weiterer bereits vorher ausgeliehener Spieler dem FC Bayern an. Der Engländer wusste zumindest immer mal wieder als Rotationsspieler zu überzeugen. © Frank Hoermann/SVEN SIMON/IMAGO
Eric Dier im Trikot der AS Monaco.
Nach insgesamt eineinhalb Jahre trennten sich die Wege im Sommer 2025. Den englischen Nationalspieler zog es nach Vertragsende ins Fürstentum Monaco. © Scott Coleman/IPA Sport /ipa-agency.net/IMAGO/
Maurice Krattenmacher vor dem Klub-WM-Spiel gegen die Boca Juniors.
Ein besonderes Augenmerk von Max Eberl sollte auch ein stärkerer Fokus auf junge Talente sein. Im Rahmen einer Partnerschaft mit der SpVgg Unterhaching wechselten mit Maurice Krattenmacher (im Bild) und Gibson Adu Anfang Juli 2024 zwei Youngster zum Rekordmeister.  © Jose Breton/IMAGO
Maruice Krattenmacher im Trikot von Hertha BSC Berlin.
Während der zum Zeitpunkt des Transfers erst 16 Jahre alte Adu im Januar 2026 zurück nach Unterhaching verliehen wurde, sammelt Krattenmacher Erfahrung in der 2. Bundesliga. Nach einem Gastspiel bei dem SSV war Krattenmacher in der vergangenen Spielzeit per Leihe bei der Alten Dame aktiv.  © Revierfoto/IMAGO
Armindo Sieb (re.) im Duell mit Bayerns Michael Olise.
Einen Schritt weiter ist Armindo Sieb: Beim Angreifer der SpVgg Greuther Fürth zogen die Münchner ihre Rückkaufoption – und verliehen ihn umgehend für zwei Jahre an den Bundesligisten 1. FSV Mainz 05. © Heiko Becker/IMAGO
Vorstellung von Michael Olise beim FC Bayern.
Der erste Transfer-Volltreffer unter Eberl folgte dann am 7. Juli 2024: Aus der Premier-League lockte der Rekordmeister Michael Olise nach München. Ohne Anlaufzeit stürmte der französische Nationalspieler in die Herzen der Fans. Wettbewerbsübergreifend steuerte der Flügelspieler 38 Torbeteiligungen in seiner Debüt-Saison bei.  © Photo by FC Bayern München/Pool/IMAGO
Joao Palhinha vor Bayerns Spiel bei Klub-Wm gegen die Boca Juniors.
Doch nur selten bewies Eberl solch ein glückliches Händchen. Mit einem Jahr Verspätung lotste der Sport-Vorstand Thomas Tuchels Wunschspieler Joao Palhinha an die Säbener Straße. Vincent Kompany wusste allerdings mit dem Sechser nicht viel anzufangen.  © Andrey Heuler/M.i.S./IMAGO
Joao Palhinha (li.) im Dress der Spurs.
So endete das Kapitel des Portugiesen im München schnell wieder. Nach einer für beide Seiten unbefriedigenden Saison kehrte Palhinha - als Leihspieler der Spurs - zurück auf die Insel. Auch wenn die Leihe nun ausläuft, gilt eine Rückkehr nach München als unwarscheinlich. © Conor Molloy/IMAGO
Jonas Urbig im Bayern-Tor.
Als einziger Wintertransfer in der Spielzeit 2024/25 stieß Torhüter-Talent Jonas Urbig als möglicher Neuer-Nachfolger zum FC Bayern München. Aufgrund der Verletzung des Stammkeepers kam der ehemalige Kölner in der Rückrunde auf zwölf Einsätze in seiner ersten Bayern-Saison und dürfte nach seinen Auftritten in der abgelaufenen Spielzeit, trotz Neuer-Verlängerung, auch 2026/27 viel Spielzeit bekommen. © Bernd Feil/M.i.S./IMAGO
Jonathan Tah beim Supercup.
Auf die mitunter wankelmütige Defensive in der erten Kompany-Saison reagierte Eberl im dritten Transferfenster unter seiner Führung mit einem neuen Abwehrchef: Damit Jonathan Tah bereits bei der Klub-WM im Sommer 2025 in eine Führungsrolle schlüpfen konnte, überwies der FCB einen kleinen Obolus an Bayer Leverkusen.  © IMAGO
Tom Bischof hilft im Supercup Bayern-Ziel Nick Woltemade hoch.
Ein weiterer Neuzugang im zusätzlichen Transferfenster für die Klub-WM sollte Tom Bischof sein. Wie Tah hatte man sich mit dem Youngster bereits im Vorfeld auf einen ablösefreien Wechsel verständigt - dieser wurde für eine Zahlung im sechsstelligen Bereich vorgezogen. © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO
Luis Diaz bei seinem Bundesliga-Debüt gegen RB Leipzig.
Als „Königstransfer“ – vermeintlich mangels anderer Optionen – wurde schließlich Luis Diaz in einem chaotischen Transfersommer 2025 vorgestellt. Für den Kolumbianer des FC Liverpool, der sich die Dienste von Bayern-Wunschspieler Florian Wirtz gesichert hatte, griff der Rekordmeister tief in die Tasche – eine millionenschwere Investition die aber in Anbetracht dessen Debüt-Saison komplett aufging. © Markus Ulmer/IMAGO
Nick Woltemade im Supercup gegen die Bayern.
Eine besondere Erwähnung benötigt auch die öffentlichkeitswirksame Transferposse um Nick Woltemade: Trotz intensiver Bemühungen konnte Eberl im Sommer 2025 letztendlich auch den zweiten Wunschspieler nach Wirtz nicht an die Säbener Straße locken. Eine Schlammschlacht – mit Verlierern auf allen Seiten.  © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO
Bouna Sarr wird beim FCB verabschiedet.
Auf der Abgangsseite hatte sich in der Amtszeit von Eberl auch viel getan. Vier Jahren lang hatte Bouna Sarr das Trikot des FC Bayern München getragen. Nach Vertragsende verabschiedete sich der Senegalese, der in seiner Münchner Zeit nur auf 33 Pflichtspieleinsätze absolviert hatte. Nach seinem Abgang im Juni 2024 war Sarr lange vereinslos, bekam jedoch in der vergangenen Rückrunde eine Chance beim FC Metz. © Markus Fischer/IMAGO
Eric-Maxim Choupo-Moting jubelt über ein Tor für die New York Red Bulls.
Neben Sarr verließ auch Eric-Maxim Choupo-Moting kurz nach Eberls Antritt die Bayern ablösefrei. Mittlerweile kickt der Deutsch-Kameruner in der MLS bei den New York Red Bulls.  © Jess Stiles/IMAGO
Johannes Schenk im Trikot von Preußen Münster.
Keine Chance beim Torhüter-Überangebot sah Johannes Schenk. Der Jugendspieler schloss sich nach Leihe Zweitligist Preußen Münster an. In Westfalen ist der Keeper mittlerweile unumstrittener Stammspieler. Der deutsche Rekordmeister besitzt aber eine Rückkaufoption. © BEAUTIFUL SPORTS/Buriakov/IMAGO
Malik Tillmann läuft künftig für Bayer Leverkusen auf.
Ein weiterer Youngster, der in München ebenfalls keine Perspektive mehr gesehen hatte, ist Malik Tillman. Nach erfolgreichen Jahren bei der PSV Eindhoven läuft der Deutsch-Amerikaner nun für Bayer Leverkusen auf. Trotz fehlender Tiefe in der Offensive hat der Rekordmeister im Sommer 2025 auf eine mögliche Rückholaktion verzichtetet.  © Ralf Treese/DeFodi Images/IMAGO
Matthijs de Ligt ist seit 2024 Teil von Manchster United.
Nicht mehr erwünscht in München war der niederländische Nationalspieler Matthijs de Ligt. Der viertteuerste Neuzugang der Vereinsgeschichte, der nur zeitweise sein Potenzial abrufen konnte, wurde von Eberl an Manchester United abgegeben ... © Pedro Soares / SPP/IMAGO
Noussair Mazraoui am Ball für Manchester United.
Im Doppelpack mit Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui. Ebenfalls am 13. August 2024 schloss sich der marokkanische Nationalspieler den Red Devils an.  © TOBIAS STERNER/IMAGO
Tottenham Hotspurs‘ Mathys Tel.
Vielversprechend startete die Zeit von Youngster Mathys Tel beim FC Bayern München, eine Liebesgeschichte sollte es dennoch nie werden. Unzufrieden mit den Einsatzzeiten verließ der Franzose im Winter 2025 die Säbener Straße. Nach einem halben Jahr verpflichteten die Spurs die Leihgabe fest.  © Sebastian Frej/IMAGO
Thomas Müller als Spieler der Vancouver Whitecaps.
Vielleicht die schwierigste Entscheidung in der bisherigen Amtszeit von Eberl beim FC Bayern München: Nach 25 Jahren im Verein entschloss sich der Sport-Vorstand, Bayern-Ikone Thomas Müller keinen neuen Vertrag anzubieten. Bei den Vancouver Whitecaps hat der langjährige deutsche Nationalspieler nun eine neue Herausforderung in der MLS gefunden.  © Tomaz Jr/Pximages/IMAGO
Leroy Sané im Trikot von Galatasaray.
Doch sollte Müller nicht der einzige prominente Name sein, der die Bayern im zweiten Transfersommer von Eberl ablösefrei verlassen sollte: Nach langem Hin und Her entschied sich Leroy Sané gegen einen Verbleib in München. Der in seinen fünf Jahren an der Säbener Straße stets zwischen Genie und Wahnsinn schwankende Flügelstürmer wechselte zum türkischen Traditionsklub Galatasaray.  © Cemal Yurttas/IMAGO
Frans Krätzig in der Champions-League-Quali für RB Salzburg.
Sieben Einsätze absolvierte Frans Krätzig für die Münchner, für den Durchbruch reichte es nie. So führte der Weg des gebürtigen Nürnbergers ihn nach acht Jahren im Verein zu RB Salzburg.  © Marco Steinbrenner/DeFodi Images/IMAGO
Gabriel Vidovic im Trikot von Dinamo Zagreb.
Mit Gabriel Vidovic will ein weiterer Bayern-Youngster abseits der bayrischen Landeshauptstad zum Stammspieler reifen. Der Deutsch-Kroate kehrte zu Dinamo Zagreb zurück, dort hatte er als Leihspieler die bis dato erfolgreichste Zeit seiner noch jungen Karriere erlebt. © Matija Habljak/PIXSELL/IMAGO
Daniel Peretz im Training des Hamburger SV.
Aufgrund der namhaften Konkurrenz – insbesondere nach der Verpflichtung von Urbig – ist für Daniel Peretz kein Platz im Bayern-Kader. Spielpraxis sollte der Israeli deshalb nach enttäuschender HSV-Leihe beim FC Southampton in der zweiten englischen Liga sammeln.  © Fernando Soares/IMAGO
Adam Aznou trägt mittlerweile das Trikot des FC Everton.
Geflüchtet ist wohl das richtige Wort bei einem weiteren Abgang eines Jugendspielers des FC Bayern München. Bei der Klub-WM 2025 durfte Linksverteidiger Adam Aznun nur acht Minuten Einsatzzeit sammeln, danach folgte der ausdrückliche Wunsch des marokkanischen Nationalspielers (drei Einsätze), zum FC Everton zu wechseln.  © Jessica Hornby/IMAGO
Kingsley Coman verabschiedet sich vom FC Bayern München.
Trotz anfänglicher Bekundungen, beim FC Bayern bleiben zu wollen, hat auch Kingsley Coman die bayrische Landeshauptstadt im Sommer 2025 verlassen. Zehn Jahre lang hatte der Franzose in den Diensten des FC Bayern gestanden – und war als Siegtorschütze im Finale maßgeblich am Champions-League-Triumph in Lissabon beteiligt.  © STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL/IMAGO
Kingsley Coman im Gespräch mit einem neuen Trainer.
Im Alter von 29 Jahren zog es den 58-maligen Nationalspieler in die Wünste: Dort läuft er neben Cristiano Ronaldo und Ex-Münchner Sadio Mane bei Al-Nassr in der Saudi Pro League auf und konnte in seiner Debüt-Saison direkt den Titel gewinnen.  © Ellan Mad/IMAGO
Paul Wanner im Trikot von Bayern München.
Etwas zerknirscht musste Eberl auch den Abgang von Talent Paul Wanner hinnehmen. Der jüngste Bundesliga-Spieler des Rekordmeisters glaubte wohl nicht an „die große Chance, sich zu zeigen“, die der Sport-Vorstand ausgerufen hatte.  © STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL/IMAGO
Paul Wanner im Trikot der PSV Eindhoven.
Vielmehr sah der Deutsch-Österreicher an anderer Stelle bessere Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Wie bei Tillman heißt für den deutschen Junioren-Nationalspieler der nächste Schritt PSV Eindhoven.  © Marcel van Dorst/DeFodi Images/IMAGO
DFB Pokal Finale 2026 in Berlin Spiel FC Bayern Muenchen - VfB Stuttgart 3 : 0 am 23.05.2026 in Berlin
Aufgrund seines nicht verlängerten Vertrags verlässt Leon Goretzka im Sommer 2026 den Verein ablösefrei – nach acht Jahren beim deutschen Rekordmeister. © IMAGO/Laci Perenyi
1. BL - 25/26 - VfL Wolfsburg - FC Bayern München
Auch Raphael Guerreiros Vertrag in München läuft aus. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal
16.05.2026, Fussball Bundesliga FC Bayern - Köln
Zudem verlässt Leihspieler Nicolas Jackson die Bayern und kehrt zum FC Chelsea zurück. Trotz 16,5 Millionen Euro an Leihgebür, konnte dieser in München nicht Fuß fassen. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Bayern-Neuzugang aus Eindhoven: Ismael Saibari.
Durch die zahlreichen Abgänge nach der Saison 2025/26 musste der FC Bayern natürlich auch auf der Zugangsseite aktiv werden. In Ismael Saibari hat Eberl den ersten Transfer noch während der WM eingetütet. Der Marokkaner kam für über 50 Millionen Euro von der PSV Eindhoven.  © FC Bayern
Fußball-WM 2026 - Deutschland - Elfenbeinküste
Zudem konnte Max Eberl den Transfer von Nathaniel Brown zum FC Bayern eintüten. © Jan Woitas

Trotz der überragenden Leistungen der Mannschaft, zu welchen nicht zuletzt auch die Eberl-Transfers von Michael Olise, Luis Díaz und Jonathan Tah und die Verpflichtung des großartigen Vincent Kompany beigetragen haben, soll es laut Sport Bild bei den Vereinsbossen weiterhin Vorbehalte gegenüber Eberl geben. Ein zentraler Kritikpunkt sei dabei das nicht intakte Vertrauensverhältnis zwischen ihm und „Teilen“ der Bayern-Spitze. Als Beispiel wird aufgeführt, dass der Aufsichtsrat bei größeren Transfers und Vertragsabschlüssen teilweise von ihm erst relativ spät eingebunden wurde.

Viele Bayern-Fans reagieren auf solche Gerüchte, speziell in den sozialen Medien, mittlerweile extrem genervt: „Für mich ist das kompletter Unfug. Man schaue auf die Bundesligatabelle, auf die der Champions League, und wer noch alles im DFB Pokal dabei ist, und hat die Antwort, wie gut die Arbeit von Max ist. So eine tolle, ausgeglichene Mannschaft, die zu ihrer Klasse auch unsere Vereins-DNA ausstrahlt, hatten wir lange nicht.“

Nachdem von der Sport Bild keine Namen genannt werden, wird natürlich auch spekuliert, wer die angeblich mit Eberl unzufriedenen FCB-Bosse sein sollen. Viele kommen nicht infrage: Der aktuelle Präsident Herbert Hainer und CEO Jan-Christian Dreesen haben sich – zumindest öffentlich – ausschließlich positiv über den früheren Nachwuchskicker des FC Bayern geäußert. Uli Hoeneß gilt als Eberls Mentor, auch wenn er im Herbst dessen „Empfindsamkeit“ moniert hat. Karl-Heinz Rummenigge hält sich öffentlich in solchen Dingen vollkommen zurück.

Eberl-Upgrade beim FCB?

Würden die Behauptungen der Sport Bild tatsächlich auf kritischen Andeutungen der FCB-Granden basieren, hätten diese wenig Sympathien bei den Bayern-Anhängern. Eine beachtliche Mehrheit bewertet die Arbeit von Max Eberl äußerst positiv. Außerdem: Nachdem Deals mit hohen Summen sowieso vom mächtigen Aufsichtsrat abgesegnet werden müssen, dürfte der Zeitpunkt der Einbindung kein groß diskutierbares Kriterium sein. Uli Hoeneß hätte sich selbst früher ganz sicher nicht reinreden lassen.

Als Alternative zu Eberl wird aktuell das Duo Freund/Dreesen genannt. Dabei würde jedoch gewaltige sportliche Expertise verloren gehen, wenn ein Banker einen erfolgreichen Fußball-Manager ersetzen sollte. Zudem hat der Vorstandsvorsitzende im Herbst erst in seiner Kernkompetenz das Ressort des scheidenden Finanzvorstands Michael Diederich mitübernommen.

Natürlich wird auch der Name des derzeitigen Frankfurt-Sportvorstands, Markus Krösche, ins Rennen gebracht. Dessen Arbeit in der Mainmetropole wurde aber zuletzt von Hoeneß alles andere als gelobt. Denn im Gegensatz zum FC Bayern zählt die Eintracht zu den Klubs, die der FCB-Patron als „Verkäuferverein“ abkanzelt. Nicht bayern-like, keine erkennbare Qualifikation für die Säbener Straße.

Max Eberls Vertrag als Sportvorstand des FC Bayern läuft noch bis zum 30. Juni 2027 und kann den Statuten entsprechend frühestens ein Jahr vor seinem Auslaufen (also am 1. Juli 2026) und maximal um drei Jahre verlängert werden. Gewinnt das auch von Eberl so großartig geformte Team zuvor das Triple, würde es fast einem Skandal gleichkommen, seinen Kontrakt nicht zu verlängern. Gelingt diese Krönung nicht, wäre es aber dennoch eine über weite Strecken herausragende Saison gewesen – und man sollte auch so mit ihm verlängern.

Man kann nur hoffen, dass im Falle einer „Nur-Meisterschaft“ nach der Saison nicht der bis 2029 laufende Vertrag von Vincent Kompany infrage gestellt wird…

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mladen Lackovic

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