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Kuriose Szenen
„Clevere“ gelbe Karten: Holten sich zwei Bayern-Stars absichtlich Sperre ab?
Nach der 6:1-Gala gegen Atalanta steht der FC Bayern mit einem Bein im Viertelfinale. Zwei Stars holten sich kurz vor Schluss kuriose Gelbe Karten ab.
Update vom 11. März, 6.50 Uhr: In der Mixed Zone auf die gelbe Karte angesprochen, sagte Joshua Kimmich: „Generell bin ich schon einer, der jedes Spiel machen möchte.“ Der Bayern-Star weiter: „Ich glaube, wenn der nicht durchdreht, dann gibt es auch keine Gelbe Karte. Ich habe schon lange gebraucht, wollte jetzt nicht ins Pressing reinspielen. Ich habe zu lange gebraucht, auf jeden Fall. Ich glaube trotzdem, wenn der nicht auf mich zustürmt, lässt der Schiri es vielleicht durchgehen.“
Erstmeldung vom 10. März 2026: Dem FC Bayern München ist mit einem souveränen 6:1-Sieg über Atalanta Bergamo das perfekte Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale gelungen. Schon vor dem Rückspiel in der Allianz Arena in acht Tagen ist klar: Der Viertelfinal-Einzug ist dem deutschen Rekordmeister eigentlich nicht mehr zu nehmen. Womöglich kann Bayern-Trainer Vincent Kompany dann sogar einige seiner Stars schonen.
Joshua Kimmich und Michael Olise werden das Rückspiel in jedem Fall verpassen. Beide waren vor der Partie vorbelastet und sahen in den Schlussminuten der Partie ihre jeweils dritte Gelbe Karte im Wettbewerb, sodass sie im Rückspiel nicht mit dabei sein können. Ein glücklicher Zufall, oder war doch Kalkül im Spiel? Klar ist: Für das potenzielle Viertelfinale sind beide wieder mit dabei – und haben mit Blick auf eine Sperre dann den Rücken frei.
War Absicht im Spiel? Olise und Kimmich holen sich gegen Atalanta Gelb ab
Denn die Art und Weise, in der die beiden Stars sich im Abstand von wenigen Minuten verwarnen ließen, war zumindest auffällig. Erst schlenderte Olise bei einem Eckball betont langsam zum Ball, bis der Unparteiische die Karte zückte. Kurz darauf war Kimmich dran. Bei einem Freistoß in der eigenen Hälfte brach der Kapitän – unter den gellenden Pfiffen der italienischen Fans – seinen Anlauf immer wieder ab, bis Schiedsrichter Espen Eskas die Geduld verlor und auch ihn verwarnte.
Während das TV-Expertenteam von Prime Video sich längst sicher war, dass Olise und Kimmich sich taktisch sperren ließen, wollte der deutsche Nationalspieler im Interview nichts von Absicht wissen. „An sich war es unnötig“, verteidigte er sich bei Prime mit ernster Miene. „Ich habe nach einer passenden Anspielstation gesucht. Man will da nicht ins Pressing reinspielen. [...] Ich wollte dann gerade den Ball rausspielen, das war dann zu spät – ärgerlich.“
Siebenmal die Eins: Die Zauber-Bayern gegen Atalanta in der Einzelkritik
Sollte es sich bei den Aktionen tatsächlich um absichtliche Gelbe Karten handeln, wäre das nicht ganz ohne Risiko. Es gibt Präzedenzfälle, in denen die UEFA genau aus diesem Grund verlängerte Strafen aussprach. So kassierte Real-Madrid-Star Sergio Ramos 2019 in ähnlicher Situation absichtlich Gelb – gab das nach dem Spiel aber auch mehr oder weniger zu. Die Folge: zwei weitere Spiele Sperre in UEFA-Wettbewerben.
Ein solches Szenario wäre für Kimmich, Olise und die Bayern natürlich ein echter Albtraum. Umso wichtiger war es, dass keiner der Protagonisten nach dem Spiel etwaige Intentionen zugab. So dürfte es dabei bleiben, dass die beiden Leistungsträger für ein mögliches Viertelfinale wieder mit von der Partie sein können. (mbo)