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Bittere Auslosungen
Triple-Träume: Der legendäre Dusel hat den FC Bayern verlassen
Erstmals seit sechs Jahren nimmt man beim FC Bayern in einer bislang ausgezeichneten Saison das „Triple-Wort“ wieder in den Mund. Die Hürden sind jedoch gewaltig. Ein Kommentar.
Trotz einer kleinen Januar-Delle spielt der FC Bayern bislang unter Chefcoach Vincent Kompany eine hervorragende Saison. Vor dem Klassiker beim Verfolger in Dortmund besitzt man einen komfortablen Acht-Punkte-Vorsprung in der Bundesliga und auch in beiden Pokalwettbewerben läuft es exzellent. Dabei hatten es die unterschiedlichen Losfeen bisher weder in der Champions League noch im DFB-Pokal wirklich gut mit dem deutschen Rekordmeister gemeint. Nun kommt es aber ganz knüppeldick.
Nach den schweren Pokal-Auswärtshürden in Köln (4:1), bei Union Berlin (3:2) und dem Viertelfinal-Topspiel gegen RB Leipzig (2:0) war es der erklärte Wunsch an der Säbener Straße, den Traum vom ersten Finale seit 2020 in Berlin mit einem Heimspiel realisieren zu können. Dieses wurde dem Rekordpokalsieger nicht gewährt – dass man aber bei den möglichen Gegnern SC Freiburg und VfB Stuttgart ausgerechnet noch den Meister von 2024 und aktuellen CL-Achtelfinalisten Bayer Leverkusen zugelost bekommen hat, ist besonders bitter.
Pokal-Auslosungen dürften für Ernüchterung in München sorgen
In der Champions League hat sich der FC Bayern durch den zweiten Tabellenplatz in der Ligaphase eigentlich eine ausgezeichnete Ausgangsposition für die K.-o.-Runden erarbeitet. Und das, obwohl die acht zugelosten Gegner in der Königsklassen-Startphase als die insgesamt schwersten aller 36 Teilnehmer eingestuft worden waren.
Nach der Auslosung des Turnierbaums bis zum Finale am 30. Mai in Budapest dürfte die Ernüchterung beim sechsfachen Champion in München mit Blick auf die potenziellen Gegner in den einzelnen Runden nun ziemlich groß sein. Dies trifft wohl weniger auf den Achtelfinalgegner Atalanta Bergamo zu als auf die möglichen Kontrahenten im Viertel- und Halbfinale.
Vom aufstrebenden Talent zur wichtigen Bayern-Stütze – der Weg des Aleksandar Pavlović
Dennoch haben sich auch die Norditaliener in der jüngeren Europapokalgeschichte als Schreckgespenst der Bundesliga gezeigt: Das bis dahin über die gesamte Spielzeit 2023/24 ungeschlagene Leverkusen wurde im Europa-League-Endspiel mit 3:0 zerlegt und über das jüngste BVB-Debakel muss man nicht viel schreiben.
Überwindet der FC Bayern die Hürde Atalanta, trifft er im Viertelfinale auf den Sieger des Giganten-Duells zwischen Real Madrid und Manchester City. Gegen beide zog er zuletzt den Kürzeren. Auch im Halbfinale wartet eine riesige Hürde: Titelverteidiger PSG, Klub-Weltmeister Chelsea, der FC Liverpool und Galatasaray Istanbul, der wohl einzige Außenseiter in der Tableau-Hälfte des FCB, wollen sich für dieses qualifizieren.
Der FC Arsenal mit dem „Bayern-Dusel“?
Der FC Arsenal, der Gewinner der Ligaphase, hat mit der anderen Seite der Setzliste den auf den ersten Blick wesentlich einfacheren Weg ins Finale zugelost bekommen: Bayer Leverkusen im Achtelfinale, den Sieger aus Sporting Lissabon gegen FK Bodö/Glimt im Viertelfinale und dann den Besten des Quartetts Newcastle United, FC Barcelona, Atlético Madrid, Tottenham Hotspur.
Ob es bei dieser ziemlich ungleichen Verteilung der Topfavoriten auf den Titel für den FC Bayern eine Erleichterung ist, dass er in jeder Runde das Rückspiel zu Hause austragen dürfte? Eher wohl nicht. Diesen Vorteil genießt auch der FC Arsenal, welcher sich zusätzlich über den Auslosungs-„Dusel“ freuen kann, den die Münchner angeblich so lange besessen haben.