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Aufsichtsrat tagt

Bayern-Sportvorstand Eberl auf dem Prüfstand

Auf dem Rasen läuft es aktuell für den FC Bayern ziemlich rund. Trotzdem ist Sportvorstand Max Eberl nicht unumstritten beim Rekordmeister.

Am späten Montagnachmittag findet die Aufsichtsratssitzung des FC Bayern statt. Alexander Sixt, seit April Vorsitzender des Verwaltungsbeirats, wird dem Vernehmen nach formell in den mächtigen Aufsichtsrat um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß gehoben. Auch die Arbeit von Sportvorstand Max Eberl (Vertrag bis 2027) ist Thema. Absolut Bayern gibt einen Überblick, was unter dem 52-Jährigen seit Amtsantritt im März 2024 gut und was weniger gut lief.

Absolut Bayern – absolut hautnah! Unsere Reporter sind für euch hinter den Kulissen des Rekordmeisters unterwegs. Videos, Analysen, Interviews und viele weitere exklusive Inhalte bekommt ihr im Web, in der App und auf Social Media.

Trainer: Mit Vincent Kompany gelang Eberl vor zwei Jahren ein Volltreffer. „Max hatte ihn ursprünglich eher als vierte oder fünfte Option auf dem Zettel. Wenn man rückblickend darüber nachdenkt, war das schon ein großes Glück“, sagte Ehrenpräsident Hoeneß vergangene Woche bei DAZN.

Zur Erinnerung: Nachdem die Bayern zuvor bei Xabi Alonso (aktuell vereinslos), Julian Nagelsmann (Bundestrainer), Ralf Rangnick (österreichischer Teamchef) und Oliver Glasner (Crystal Palace) mit ihren Avancen abgeblitzt waren, versuchten Eberl und Sportdirektor Christoph Freund, den eigenwilligen Coach Thomas Tuchel doch noch von einer Weiterbeschäftigung zu überzeugen. Vergeblich. Dann holte Eberl Kompany von Premier-League-Absteiger Burnley.

Kader: Die Verpflichtung von Michael Olise, der im Sommer 2024 für eine Ablöse von 53 Mio. Euro von Crystal Palace geholt wurde, war ein Goldgriff. „Er ist eine Verpflichtung, das muss man ganz klar sagen, die auf Max zurückgeht“, meinte Hoeneß. Vorangetrieben hatte Ex-Chefscout Markus Pilawa die Personalie.

Auch Luis Diaz, der vor der Saison für 70 Mio. Euro aus Liverpool gekommen war, schlug ein. Der Flügel-Star ist ein Riesen-Upgrade zu Leroy Sané, mit dem Eberl & Co. eigentlich verlängern wollten. Eine glückliche Fügung, dass der DFB-Star sich im Sommer 2025 für einen ablösefreien Wechsel zu Galatasaray entschieden hatte.

Jonathan Tah (im Sommer 2025 ablösefrei von Leverkusen), Tom Bischof (im Sommer 2025 für 300.000 Euro aus Hoffenheim) und Jonas Urbig (im Winter 2025 für sieben Mio. Euro aus Köln) sind Verstärkungen. Joao Palhinha (im Sommer 2024 für 51 Mio. Euro aus Fulham) und Nicolas Jackson (im Sommer 2025 für rund 13 Mio. Euro Leihgebühr von Chelsea) brachten den Verein hingegen nicht voran.

Zur Wahrheit gehört auch: Wären alle Transferideen von Eberl umgesetzt worden, hätte dies zu einer Kostenexplosion geführt. Zudem wurden ihm intern teure Vertragsabschlüsse vorgeworfen. Tenor: Eberl müsse lernen, auch mal Nein zu sagen, und dürfe sich nicht von der Spielerseite treiben lassen. Generell sei seine Kommunikation ausbaufähig.

Aufsichtsratsmitglied Karl-Heinz Rummenigge (li.) und Sportvorstand Max Eberl.

Nachwuchs: Dass Eberl im September 2024 seinen Kumpel Markus Weinzierl (Vertrag wurde nicht verlängert) am Campus als Sportlichen Leiter installierte, wurde kritisch gesehen. Inzwischen bekam Sportdirektor Freund mehr Einfluss in der Nachwuchsabteilung.

Olise erst lustlos, dann genial: Die Bayern in der Einzelkritik beim 1:0 in Wolfsburg

VfB Stuttgart - FC Bayern München
Jonas Urbig: Jonas Urbig: Es war bereits seit vierter Startelf-Einsatz in Folge in der Bundesliga. Vor allem in den ersten 45 Minuten zeigte Urbig starke Reflexe und entschärfte dadurch zahlreicher Wolfsburger Hochkaräter. Note: 1 © IMAGO/Revierfoto
Josip Stanisic: Hinterlief immer wieder Olise und schaffte so zusätzliche Anspielstationen. Blieb defensiv konzentriert. Note: 3
Josip Stanisic: Häufig schlampig in seinen Aktionen, sowohl im Passspiel als auch im Zweikampfverhalten. Die Abstände zwischen ihm und Vordermann Olise auf der rechten Seiten waren sehr groß, was den Wolfsburgern immer wieder Platz zum Kontern verschaffte. Note: 4 © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
02.08.2025, Fussball Testspiel,  FC Bayern - Olympique Lyon
Minjae Kim: Nicht nur wegen seiner Monster-Grätsche nach einer guten Viertelstunde Spielzeit war es ein mehr als ordentlicher Auftritt des Südkoreaners. Sowohl in der Luft als auch am Boden war in den Zweikämpfen stets präsent. Note: 3 © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Hiroki Ito: Ohne Einsatz im Kader.
Hiroki Ito: Der Japaner, der den Verein bei einem entsprechenden Angebot im Sommer verlassen dürfte, spielte solide. Ito erlaubte sich keine groben Schnitzer und die Abstimmung mit seinen Nebenmännern klappte gut. Note: 3 © DeFodi/Imago
Tom Bischof.
Tom Bischof: Während er gegen Heidenheim und Paris noch auf der Bank schmorte, stand „Bischi“ nach seinem überstandenen Muskelfaserriss in Wolfsburg gleich als Linksverteidiger in der Startelf. Nach der Pause rutschte er vor ins Mittelfeldzentrum. Bei seinem Latten-Kracher nach 19 Minuten hatte er Pech. Mit Ball am Fuß gewohnt filigran, seine Defensiv-Stellungsspiel manchmal ausbaufähig. Note: 3 © Christian Charisius
Joshua Kimmich: Verteilte die Bälle im Mittelfeld und hielt außerdem das Zentrum vor der Abwehr dicht. Note: 2
Joshua Kimmich: Der Mittelfeldchef war brutal viel unterwegs und ließ sich häufig für den Spielaufbau zwischen die Innenverteidiger fallen. Dabei spielte er viele kluge Pässe und verteilte die Bälle mit viel Präzision. Note: 2 © IMAGO/Noah Wedel
VfB Stuttgart - FC Bayern München
Leon Goretzka: Der Bald-Mailänder befindet sich auf seiner Abschiedstournee. Mit seiner Leistung in Wolfsburg riss er die Zuschauer allerdings nicht vom Hocker, abgesehen von einer sehenswerten Rabona-Flanke - die zu einem Eckball führte - blieb Goretzka blass. Note: 4 © IMAGO/Noah Wedel
Michael Olise: Zog immer wieder in die Mitte und suchte den Abschluss, war dabei aber oft zu eigensinnig. Blieb dadurch ineffektiver als zuletzt. Note: 4
Michael Olise: Der Franzose fand in der ersten Hälfte quasi nicht statt und hat wenig bis gar keine Lust auf Defensivarbeit. Immerhin holte er den Strafstoß heraus, den Harry Kane verballerte. Dafür steigerte er sich in der zweiten Halbzeit und hatte mit seinem Traumtor in den Winkel in bester Arjen-Robben-Manier einen genialem Moment. Note: 3 © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Jamal Musiala: Glänzte mit viel Spielfreude im Offensivzentrum, ließ sich immer wieder fallen und dribbelte von dort Löcher in Leverkusens Abwehr. Legte den Ball beim 1:0 präzise zurück, sodass Kane freistehend einschieben konnte. Bester Münchner Angreifer. Note: 1
Jamal Musiala: Aufmerksam im Gegenpressing, mutig im Dribbling und schnell im Kopf: Musiala legte einen engagierten Auftritt hin, auch wenn nicht immer alle Aktionen gelangen. Der Ausnahmedribbler kommt gefühlt immer besser in seinen Rhythmus. Note: 3 © IMAGO/David Klein
Nicolas Jackson: Ohne Einsatz im Kader.
Nicolas Jackson: Der Senegalese war mal auf dem linken Flügel, mal im Sturmzentrum oder mal auf der Zehner-Position zu finden. Jackson agierte äußerst umtriebig und belebte das Münchner Angriffsspiel mit einer unorthodoxen Spielweise. Note: 3 © IMAGO/Ulrich Wagner
Harry Kane: Scheiterte in der Anfangsphase noch per Lupfer, markierte dann aber nach 22 Minuten das wichtige 1:0 und schloss trocken ab. Hatte vor und nach der Pause sogar noch Chancen aufs 2:0, die er jedoch ausließ. Darüber hinaus fungierte Kane aber als wichtiger Taktgeber in der Offensive, weil er seine Stürmerrolle gewohnt mitspielend interpretierte. Note: 2
Harry Kane: Ja, auch der Ausnahmestürmer zeigt mal Schwäche: Den Strafstoß in der 36. Minute ballerte Kane über das Tor in die Wolfsburger Nordkurve. Generell tat sich der Engländer an diesem Tag schwer und versuchte das mit viel „Drecksarbeit“ zu kompensieren. Note: 4 © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank
Konrad Laimer: Hatte auf der linken Seite viel Offensivdrang. Defensiv zudem tadellos. Note: 2
Konrad Laimer: Der Österreicher wurde zur Halbzeit eingewechselt und erledigte seine Arbeit als Rechtsverteidiger gewohnt engagiert. Note: 3 © IMAGO/Ulrik Pedersen/DeFodi Images
Dayot Upamecano: Ließ zu Beginn die Chance aufs 1:0 liegen, verteidigte dafür fehlerfrei und gewann mit seinen aggressiven Tacklings zahlreiche Bälle. Note: 2
Dayot Upamecano: Nicht zu 100 Prozent frisch im Kopf wirkte der Franzose, nachdem er zur Halbzeit eingewechselt wurde. Fing sich aber mit zunehmender Spieldauer und stabilisierte die Abwehr. Note: 3 © IMAGO/Markus Fischer
Luis Diaz: War zwar offiziell nicht am Führungstor beteiligt und hatte mit einem genialen Moment doch großen Anteil: Diaz ließ die Flanke gedankenschnell durch seine Beine und bewies damit seine Extraklasse. Ansonsten einer der Aktivposten im Angriff, ihm gelang das erlösende 2:0 in der Nachspielzeit. Note: 1
Luis Diaz: Gewohnt intensiv unterwegs nach seiner Einwechslung, aber diesmal konnte er keine Akzente setzen. Langsam merkt man auch dem Kolumbianer den Kräfte-Verschleiß an. Note: 4 © IMAGO/Noah Wedel
Lennart Karl fehlt dem FC Bayern verletzt, Vincent Kompany dämpft Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr.
Lennart Karl: Ohne Bewertung.  © picture alliance/dpa | Harry Langer
Jonathan Tah: Entschied die wichtigen Duelle für sich und hielt Leverkusens Stürmer souverän in Schach. Note: 3
Jonathan Tah: Ohne Bewertung. © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER
Manuel Neuer: Wurde lange nicht gefordert und lenkte dann einen strammen Schuss von Leverkusens Tella stark am Tor vorbei (52.). War da, wenn man ihn brauchte. Note: 2
Manuel Neuer: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Jerry Andre
02.05.2026, Fussball Bundesliga FC Bayern - Heidenheim
Bara Sapoko Ndiaye: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Aleksandar Pavlovic: Schaltete sich häufig nach vorn ein und überzeugte mit Offensivläufen in den gegnerischen Strafraum. Note: 3
Aleksandar Pavlovic: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd
CALCIO
Raphaël Guerreiro: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL
Franz-Beckenbauer-Supercup 2025, VfB Stuttgart - FC Bayern München; 16.08.2025
Sven Ulreich: Ohne Einsatz im Kader. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg

Positiv: Seit Kompanys Amtsantritt debütierten schon elf Nachwuchsspieler bei den Profis. Paradebeispiel ist Lennart Karl (18), der mittlerweile sogar deutscher Nationalspieler ist.

Der Weg, wieder vermehrt auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, wurde auf Bestreben Hoeneß’ eingeschlagen.

Wird Eberls Kontrakt verlängert? Offen. Zudem stellt sich auch die Frage nach der Alternative. „Wenn sie meinen Job gut finden, dann bin ich auch bereit, länger bei Bayern zu bleiben“, so Eberl. Wirkliche Vertragsgespräche könnten aber „frühestens ab dem 1. Juli geführt werden. Dem sollten wir nicht vorgreifen“, betonte Hoeneß.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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