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Jordanier mit Interesse am FC Bayern
Als Uli Hoeneß dem TSV 1860 Investor Hasan Ismaik „vermittelte“
Der TSV 1860 München steht möglicherweise vor dem tiefsten Fall seiner skandalträchtigen Geschichte. FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß lieferte dazu ungewollt seinen Beitrag.
1937 rettete der Verkauf des „Sechzger Stadions“ an die Stadt München den TSV 1860 vor der Insolvenz. 1982 war er der erste Verein der Bundesliga-Geschichte, der wegen gravierender finanzieller Überschuldung und fehlender Nachweise einen Zwangsabstieg hinnehmen musste. Obwohl die Profimannschaft damals den Aufstieg in die Bundesliga nur knapp verpasste, entzog der DFB dem Verein die Lizenz und die Löwen stürzten in die drittklassige Bayernliga ab, wo sie neun Jahre lang schmorten. Aber es geht noch wesentlich schlimmer.
Wie schon 2017 geht es für den Münchner Traditionsverein nun zum zweiten Mal zwangsweise in die viertklassige Regionalliga Bayern – oder wird der Fall sogar noch tiefer? Vor neun Jahren folgte dem sportlichen Abstieg in die Drittklassigkeit der Gang eine Liga tiefer, weil sich Investor Hasan Ismaik weigerte, den für den Erhalt der Lizenz für die 3. Liga benötigten Geldbetrag fristgemäß zu hinterlegen. Vorausgegangen waren – wie auch aktuell – Differenzen zwischen dem Jordanier als Gesellschafter der KGaA und dem e. V.
Hoeneß Vorschlag für Ismaik, sich an Sechzig zu wenden
Dabei wurde der 48-jährige Geschäftsmann im Mai 2011, als er beim damaligen Zweitligaverein an der Grünwalder Straße einstieg, zunächst als Retter vor der Insolvenz gefeiert. Seither hält seine HAM International Limited 60 Prozent der Aktien bei der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA. Es folgten 15 Jahre, die von sportlicher Erfolgslosigkeit, Missverständnissen, wenig Kooperationsbereitschaft und Beleidigungen geprägt waren. Der insbesondere in der Sechzig-Fanszene wenig beliebte „Scheich“ bezahlte dennoch – mit den Ausnahmen 2017 und 2026 – die sich regelmäßig anhäufenden Schulden der „Giesinger“.
Interessant ist, wie es zu dieser letztlich verhängnisvollen Partnerschaft gekommen war: Im Herbst 2025 enthüllte FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß in der BR-Dokumentation „Rise & Fall“ über den TSV 1860 München, dass Ismaik ursprünglich großes Interesse an einem Engagement beim Rekordmeister gezeigt hatte.
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Der 74-Jährige zum Geschehen im Jahr 2011, als er noch amtierender Präsident des FC Bayern war: „Ich wurde damals gefragt. Ich glaube, die wollten sich bei Bayern München irgendwie beteiligen. Dann habe ich gesagt: Bei uns kommt das überhaupt nicht infrage“, so Hoeneß.
Stattdessen empfahl er Ismaik, sich an den Stadtrivalen zu wenden: „Wenn er sich bei einem Fußballverein beteiligen will, der offensichtlich Geld braucht, soll er sich doch an Sechzig wenden.“ Der Jordanier beherzigte daraufhin ganz offensichtlich den Ratschlag des FCB-Patrons. Trotz der kurzfristigen Rettung der Löwen nahm das Unglück anschließend seinen Lauf. Hoeneß äußerte sich in der Dokumentation auch zur Situation beim Lokalrivalen im vergangenen Herbst.
Obwohl sich diese mittlerweile drastisch verschlechtert hat, genießen seine damaligen Worte immer noch Gültigkeit: „In so einem Zustand kannst du keinen sportlichen Erfolg haben, weil du an einem Strang ziehen musst.“ Natürlich gibt’s überall Streit, bei uns gibt’s auch mal Streit. Aber bei Sechzig hat man immer das Gefühl: Wenn der eine so sagt, sagt der andere so.“ Übrigens ganz sicher: Der Weltmeister von 1974 hat es mit seinem Vorschlag vor 15 Jahren für alle Beteiligten nur gut gemeint – diese haben es allerdings anschließend fast ausschließlich schlecht gemacht.