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Hoeneß trotzdem sauer
„Die Nummer 1 der Welt sind wir“ – als der FC Bayern zum zweiten Mal Weltpokalsieger wurde
Kürte sich der FC Chelsea im vergangenen Sommer erstmals in einem Turnier mit 32 Teilnehmern zum Klubweltmeister, holte der FC Bayern den vergleichbaren Titel 2001 in nur einem einzigen Spiel.
Tokio – 25 Jahre nach seinem ersten Weltpokal-Sieg 1976 gegen den Südamerikameister Cruzeiro Belo Horizonte traf der FC Bayern am 27. November 2001 als amtierender Champions-League-Sieger ohne seinen verletzten Spielmacher und Kapitän Stefan Effenberg in Tokio auf die Boca Juniors. Die Argentinier waren nach ihrem Vorjahres-Triumph gegen Real Madrid Titelverteidiger.
Wie häufig zuvor in jenen Prestigeduellen Südamerika gegen Europa sahen auch die 55000 Zuschauer in Tokio eine eher unattraktive Partie mit wenigen Torchancen. Die vorentscheidende Szene des Spiels ereignete sich kurz vor dem Halbzeitpfiff: Der Boca-Spieler Delgado kassierte nach einer fast schon aberwitzigen Schwalbe im Strafraum des deutschen Rekordmeisters wegen Unsportlichkeit die gelb-rote Karte.
Trotz Weltpokal-Triumph: Hoeneß sauer nach dem Match
In Überzahl schnürten die Bayern auch ohne Effenberg den Titelverteidiger im eigenen Strafraum ein, konnten sich aber gegen dessen destruktive Spielweise lange nicht entscheidend durchsetzen.
Boca wollte einzig und allein das Elfmeterschießen erreichen. Uli Hoeneß, damals noch FCB-Manager schimpfte nach dem Spiel: „Die Südamerikaner wollten gar nicht Fußball spielen, die wollten nur provozieren. Jeder Zweikampf war ein Foul. Wenn sie attackiert wurden, haben sie sich hingeschmissen…“.
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Diese Spielweise war übrigens genau der Grund, warum der FC Bayern vor allem in Person seines dominanten Präsidenten Wilhelm Neudecker bei seinen ersten Möglichkeiten auf einen Weltpokalsieg in den Jahren 1974 und 1975 auf diese prestigeträchtigen Partien verzichtet hatte.
Bayern jubelt: „Die Nummer 1 der Welt sind wir!“
Erst in der nötig gewordenen Verlängerung kamen die Bayern zu ihren ersten klaren Torchancen – und in der 109. Spielminute erlöste der ghanaische Innenverteidiger Sammy Kuffour („Wir wollen rot-weiße Trikots!“) seine Mannschaftskameraden und die Fans: Aus dem Gewühl heraus stocherte er den Ball zum Tor des Tages und zum Weltpokalsieg ins Tornetz der verbissen kämpfenden Argentinier.
Der Jubel der Bayern und ihrer wenigen mitgereisten Fans war nach 120 nervenzerfetzenden Minuten riesengroß. Für die FCB-Fans vor den TV-Geräten zu Hause oder in der Arbeit war es ein Spiel zu einer sehr ungewöhnlichen Zeit: An einem Dienstag zur späten Vormittags-/Mittagszeit. „Die Nummer 1 der Welt sind wir!“ hörte man die Bayernfans daraufhin in den Wochen und Monaten nach diesem 1:0 gegen die Boca Juniors stolz bei allen Spielen ihres Teams singen.
Die Weltpokalsieger-Elf des FC Bayern 2001: Oliver Kahn – Willy Sagnol; Sammy Kuffor; Robert Kovac; Bixente Lizarazu – Thorsten Fink; Owen Hargreaves (77. Ciriaco Sforza); Niko Kovac (77. Carsten Jancker); Paulo Sergio; Giovane Élber; Claudio Pizarro (118. Pablo Thiam); Trainer Ottmar Hitzfeld.