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Hintergrund dürften nicht etwa sportliche Gründe sein, sondern vielmehr eine Wutrede des Österreichers. Nach der 1:2-Niederlage gegen den AFC Sunderland am Samstag erklärte Glasner auf der anschließenden Pressekonferenz, dass er sich von der Vereinsführung im Stich gelassen fühle. Anlass dafür war der bevorstehende Abgang von Marc Guehi, den Glasner am Freitag zuvor selbst öffentlich angedeutet hatte.
Oliver Glasner muss nach Wutrede plötzlich um seinen Job bangen
„Unseren Kapitän einen Tag vor einem Spiel zu verkaufen, da habe ich überhaupt kein Verständnis für“, ließ der 51-Jährige seinem Frust jetzt freien Lauf. Überdies kritisierte er die Verantwortlichen nachträglich nochmal für den Abgang von Eberechi Eze, den Palace im August für etwa 70 Millionen Euro an den FC Arsenal verkauft hat.
„Wenn dein Herz dir zweimal in einem Jahr herausgerissen wird, zuerst mit Eze, einen Tag vor einem Spiel im Sommer, und mit deinem Kapitän einen Tag vor einem Spiel – das kann ich nicht verstehen“, so Glasner weiter. Der Ex-SGE-Coach war kaum zu bremsen: „Ich bin nun seit über 30 Jahren im Fußball aktiv und habe so etwas noch nie erlebt. Nun ist es zweimal in nur sechs oder sieben Monaten geschehen.“
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Abschließend machte er in aller Deutlichkeit und mit klar erkennbarem Unterton klar, dass er keine Unterstützung brauche. „Palace kann die Saison ruhig so beenden, mit Oliver Glasner oder einem anderen Trainer. Ich weiß es nicht, es ist mir egal. Es hinter verschlossenen Türen zu sagen, ergibt keinen Sinn. Es ist vielleicht der letzte Versuch, etwas zu erreichen. Wenn Sie weiterhin glauben, dass wir so weitermachen können, wird Crystal Palace die Rechnung bezahlen. Nicht ich.“
Ob Glasner mit seinen deutlichen Worten erzwingen wollte, dass er bis zum Ende der Wechselperiode weitere Neuzugänge bekommt, oder ob er selbst mit dem Kapitel Crystal Palace abgeschlossen hat, ist unklar. Eins steht fest: Freunde hat sich der ehemalige Bundesliga-Trainer mit seiner Brandrede keinesfalls gemacht. Besonders kurios: Zeitgleich mit dem Glasner-Knall hat Eintracht Frankfurt sich von Dino Toppmöller getrennt – bloß Zufall, oder geplant?
Unter Glasner erlebte Eintracht Frankfurt eine der erfolgreichsten Phasen der Vereinsgeschichte: In seiner ersten Saison führte er die Hessen 2021/22 zum Triumph in der UEFA Europa League – dem ersten internationalen Titel der Eintracht seit 42 Jahren – und sicherte damit zugleich die Qualifikation für die Champions League. In der Königsklasse erreichte Frankfurt anschließend sogar das Achtelfinale. Auch wenn eine Rückkehr in die Main-Metropole unwahrscheinlich ist, dürfte Glasner neben zahlreichen anderen Kandidaten dennoch als möglicher Nachfolger für den gescheiterten Dino Toppmöller gehandelt werden. (dwe)