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Nach WM-Debakel

Endgültige Klarheit um Rudi Völler: Weitere DFB-Details sickern durch

In den vergangenen Tagen wurde viel über die Zukunft von DFB-Sportdirektor Rudi Völler spekuliert. Nun herrscht endlich Gewissheit.

DFB-Sportdirektor Rudi Völler bleibt DFB-Sportdirektor, wie Absolut Fussball am Dienstagnachmittag erfuhr. Der 66-Jährige berichtete von einem langen und guten Telefongespräch mit Jürgen Klopp am Samstag. Der designierte Bundestrainer hatte ihn aus den USA angerufen. Zudem hatte sogar Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff sich gemeldet und Völler mitgeteilt, er solle weitermachen.

Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.

Dazu DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Bundesligaboss Aki Watzke und diverse Bundesligakollegen: „Das Gesamtpaket hat dann den Ausschlag gegeben.“ Mintzlaff habe ihm bedeutet, dass es „super“ werden wird an der Seite von Klopp. „Es hat mich sehr gefreut, dass er angerufen hat.“ Daran erkenne man: „Jeder versucht, Lösungen zu finden.“

Rudi Völler bleibt beim DFB: „Ich mache gerne im Übergang weiter“

Mit Klopp, so Völler, solle jetzt jemand Bundestrainer werden, „der diesen Job seit vielen Jahren verdient hat“ und jetzt endlich auf dem Markt sei. Völler zeigte sich „optimistisch, dass die Gespräche einen guten Ausgang nehmen“. Er selbst wird nicht mit Neuendorf und Watzke in die USA zu den Verhandlungen anreisen.

Grundsätzlich wäre es, wenn er nicht mehr gewollt worden wäre, für ihn auch „kein Problem gewesen, dem Ganzen ein Ende zu setzen“, gleichwohl sei er beim DFB „mit dem Herzen dabei“ und freue sich deshalb, wie es nun kommen soll. Völler sieht sich in der Lage, „den ganzen Laden ein bisschen zusammenzuhalten“, es sei ihm aber sehr recht, dass „alle Augen zunächst auf Jürgen Klopp gehen“. Wenn es diesem aber mal zu viel werde, „dann werde ich da sein und ihm unter die Arme greifen“.

Von Unglücksraben und fast vergessenen Legenden: Die WM-Rekordspieler des DFB-Teams

23. Bernd Schneider, Karlheinz Förster, Toni Schumacher, alle in einem Finale, kein WM-Titel, 14 Einsätze
Den Beginn unserer Reihe machen drei glücklose Spieler. Trotz ihrer jeweils 14 WM-Spiele für die DFB-Elf und obwohl sie alle in einem Finale standen, konnten Bernd Schneider, Karlheinz Förster und Toni Schumacher keinen Weltmeisterschafts-Titel gewinnen. © IMAGO/ActionPictures; Frinke; Sportfoto Rudel
23. Thomas Häßler, Paul Breitner, WM 1990, 1974, geniale Mittelfeldspieler, 14 Einsätze
Anders die nächsten beiden Spieler, die ebenfalls 14-mal bei Weltmeisterschaften zum Einsatz kamen. Thomas Häßler holte 1990 den Titel, Paul Breitner reckte 1974 den Pokal in den Münchner Himmel. Doch beide vereint nicht nur der Titel, sondern auch ihre spielerischen Qualitäten. Beide gaben geniale Mittelfeldspieler ihrer Zeit ab. © IMAGO/Camera 4; Pressefoto Baumann
23. Jerome Boateng, Toni Kross, Sami Khedira, WM 2014, 14 Einsätze
Den Abschluss des achtfach geteilten 23. Platzes unseres Rankings bilden drei Weltmeister von 2014. Jerome Boateng, Toni Kroos und Sami Khedira liefen alle drei 14-mal bei Weltmeisterschaften auf und waren Teil der magischen Nacht von Rio. © IMAGO/Team 2; Avanti
20. Hans Schäfer, Weltmeister 1954, 15 Einsätze
Platz 20 vereint drei große Fußballer und Weltmeister ihrer Generation. Den Anfang macht Hans Schäfer, der mit 15 WM-Einsätzen der einzige Vertreter der legendären Mannschaft von 1954 in unserem Ranking ist. © IMAGO/CTK Photo
20. Rudi Völler, Weltmeister 1990, 15 Einsätze
Weiter geht es mit Rudi Völler, den es zwar mehr als einmal gibt, aber der einzige Rudi Völler ist, der insgesamt 15-mal bei Weltmeisterschaften auflief und 1990 den Titel in Italien holte. © IMAGO/Sportfoto Rudel
20. Lukas Podolski, WM 2014, 15 Einsätze
Den Abschluss des Dreiergespanns auf dem 20. Platz macht Lukas Podolski. Bekannt für seine linke Klebe war er zwar während der WM 2014 nicht mehr der große Leistungsträger, doch für die Stimmung im Team ein wichtiges Puzzleteil. © imago sportfotodienst
Mesut Özil während des WM-Finals von 2014.
Platz 18 teilen sich zwei Weltmeister. Den Anfang macht Mesut Özil, der 2014 in Brasilien den Titel holte. Der damalige Held von Rio ist seitdem in der Gunst der Fans deutlich nach unten gerutscht. Dazu führten unter anderem auch seine Verbindungen zu den „Grauen Wölfen“. Insgesamt lief er für das DFB-Team 16-mal bei Weltmeisterschaften auf. Genauso oft, wie ein Sieger von 1990. © imago sportfotodienst
Andreas Brehme jubelt über sein Tor im WM-Finale 1990.
Andreas Brehme hat genauso viele WM-Einsätze wie Özil, blieb den Fans aber deutlich besser in Erinnerung. Im Finale 1990 erzielte er das goldene Tor gegen Argentinien. Es war wohl das größte Spiel des Verteidigers, der 16-mal bei einer WM auf dem Platz stand. Im Februar 2024 verstarb er im Alter von 63 Jahren. © IMAGO/Norbert Schmidt
Karl-Heinz Schnellinger mit dem Ball am Fuß.
16. Platz: Von 1958 bis 1970 kam Karl-Heinz Schnellinger auf 17 WM-Einsätze für die deutsche Nationalmannschaft. Insgesamt trug er 47-mal den Adler auf der Brust. © IMAGO/Sven Simon
Jürgen Klinsmann jubelt im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.
16. Platz: Auch Jürgen Klinsmann brachte es auf 17 DFB-Einsätze bei Weltmeisterschaften. Er war wie Brehme Teil des WM-Teams von 1990. © IMAGO/Norbert Schmidt
WM Finale 1974 Weltmeister Torwart Sepp Maier BR Deutschland präsentiert den WM-Pokal
Platz 12: Auf dem geteilten zwölften Platz rangieren gleich vier Spieler. Einer davon ist Sepp Maier, Torwart und Weltmeister von 1974. Er kommt auf insgesamt 18 Einsätze bei drei WM-Turnieren. © sportfotodienst/imago
Pierre Littbarski im WM-Endspiel 1990 gegen Argentinien am Ball
Auch Pierre Littbarski kommt mit 18 WM-Partien auf eine beeindruckende Anzahl von Endrunden-Einsätzen und durfte 1990 in Italien über den WM-Titel jubeln. © Werek/imago
Stuart Pearce England gegen Thomas Berthold und Klaus Augenthaler beide BR Deutschland
Auch Thomas Berthold hat 18 WM-Spiele auf seinem Konto. Er war Teil der starken Verteidigung bei der WM 1990, stand in jedem Spiel auf dem Platz und durfte am Ende den Pokal in die Luft recken. © sportfotodienst/imago
Franz Beckenbauer feiert im Olympiastadion München den WM-Titel 1974.
Wie Berthold, Littbarski und Maier kam auch „Der Kaiser“ höchstpersönlich 18-mal bei Weltmeisterschaft zum Einsatz. Franz Beckenbauer gewann 1974 den WM-Titel als Spieler und 1990 als Trainer. © sportfotodienst/imago
Berti Vogts BR Deutschland re zieht ab Alan Mullery England dreht sich weg
Platz 7: Den siebten Rang unserer Rangliste teilen sich gleich sechs Spieler. Einer von ihnen: Berti Vogts. 19 WM-Einsätze bei drei verschiedenen Endrunden, darunter beim Titelgewinn 1974. © sportfotodienst/imago
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Ein WM-Titel war Karl-Heinz Rummenigge trotz seiner 19 WM-Einsätze nicht vergönnt. Dafür durfte er sich über den EM-Titel 1980 freuen. © sportfotodienst/imago
Wolfgang Overath BR Deutschland
Im Gegensatz dazu gelang es Wolfgang Overath, ebenso mit 19 WM-Einsätzen, 1974 den WM-Titel im eigenen Land zu feiern. Der Titel verbindet ihn mit den weiteren drei DFB-Kickern, die auch auf dem sechsten Platz gelandet sind. Nur die schlugen schlappe 40 Jahre später zu. © sportfotodienst/imago
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Darunter „Eistonne“ Per Mertesacker, hier bei seinem legendären Einsatz gegen Algerien bei der WM 2014. Am Ende winkte der Titel. © sportfotodienst/imago
Thomas Müller mit dem WM-Pokal 2014.
Das darf auch für Thomas Müller gelten, der zwar bei der WM 2010 die Torjägerkanone abräumte, doch sich deutlich mehr über den WM-Titel 2014 gefreut haben dürfte. Insgesamt kam auch er auf 19 Einsätze bei Weltmeisterschaften. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Rio de Janeiro FIFA Fussball Männer Fussball Weltmeisterschaften 2014 FIFA world cup 2014 Final
Weiter geht es – wer hätte es gedacht – mit zwei Weltmeistern von 2014. Philipp Lahm teilt sich mit 20 WM-Einsätzen den vierten Platz mit einem langjährigen Wegbegleiter. © sportfotodienst/imago
SCHWEINSTEIGER Bastian Team Deutschland mit Kapitaen MESSI Lionel World Cup 2014 Brasil FIFA Fussbal
Lahm und Bastian Schweinsteiger sind das Sinnbild für eine goldene DFB-Generation. Da ist es passend, dass beide gleich viele WM-Einsätze vorweisen können. Nicht nur das beste Spiel seiner 20-WM-Partien, sondern wohl auch beste Spiel seines Lebens spielte er dann ausgerechnet im WM-Finale 2014. © Perenyi/imago
Uwe Seeler im WM-Endspiel 1966 gegen England
Platz : „Uns Uwe“ Uwe Seeler, der im Juli 2022 verstarb, ist mit 21 WM-Spielen auf Rang 3. Unglücklicherweise blieb es dem Ehrenspielführer verwehrt, auch nur einen einzigen Titel mit der DFB-Elf zu gewinnen. © Simon/imago
Manuel Neuer gibt im Trikot der deutschen Nationalmannschaft Anweisungen an sein Team.
Platz 3: Auch Manuel Neuer krönte seine insgesamt 23 WM-Einsätze bereits 2014. Mit seinen Paraden hielt er das Team nicht nur einmal im Turnier. Der WM-Titel darf aufgrund der beeindruckenden Leistungen während des Turniers als sein Meisterstück angesehen werden. © IMAGO/www.imagephotoagency.it
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Platz 2: Etwas erfolgreicher verlief die DFB-Karriere von Miroslav Klose. Erstmals machte er bei der WM 2002 im DFB-Trikot von sich reden. Insgesamt sollten es 24 Spiele im Trikot der deutschen Nationalmannschaft bei vier WM-Turnieren werden. Am Ende sprang nicht nur der Titel 2014 heraus, sondern auch ein Weltrekord: Insgesamt 16 WM-Tore markieren den Bestwert. © Huebner/imago
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Platz 1: Lothar Matthäus ist mit seinen 25 Einsätzen nicht nur der Spieler mit den meisten WM-Partien für Deutschland. Der Weltmeister von 1990 kam darüber hinaus als einziger DFB-Spieler bei fünf verschiedenen WM-Endrunden zum Einsatz und ist mit 150 Spielen auch insgesamt Rekordspieler der deutschen Nationalmannschaft. © sportfotodienst/imago

Eine Anstellung gar über sein Vertragsende nach der EM 2028 hinaus sieht Völler gerade nicht: „Ich mache gerne im Übergang weiter, aber das ist endlich.“ Er sieht vielmehr alsbald die 2014er-Weltmeister an der Reihe: „Die Generation ist in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen. Und die kann das.“

Völler nennt Per Mertesacker, Mats Hummels, Thomas Müller, Basti Schweinsteiger – „die kann ich mir alle wunderbar vorstellen beim DFB. Habe ich noch jemanden vergessen?“ Ach ja, natürlich Sami Khedira und auch Philipp Lahm. Alles Leute, die laut Völler intellektuell das Zeug hätten, „noch mit mir oder nach mir“ im Verband einzusteigen.

Ein neuer Sport-Geschäftsführer wird nach dem Ausscheiden von Andreas Rettig am Jahresende benötigt. Auch auf die WM blickte Völler in dem dreiviertelstündigen Gespräch zurück. Nagelsmann sei zu extrem kritisiert worden, das habe er nicht verdient. „Da hat er mir leidgetan, weil es ungerecht war.“ Gleichwohl: „Das Gesamtgebilde war nicht gut“, Nagelsmann sei schon mit einer Hypothek in die WM gegangen, nachdem es „ein paar unglückliche Aussagen“ von ihm gegeben habe. „Ich habe versucht gegenzusteuern, schließlich sei die Stimmung „immer schlechter geworden“.

Völler über Nagelsmann-Bilder mit Ehefrau Lena: „Das war unglücklich“

Die Spieler hätten sehr wohl gewollt, aber „die Widerstandskraft, das körperliche Dagegenhalten sind ein Problem geworden“. Da gelte es für Klopp anzusetzen, auch bei der Personalauswahl. Auch das angeblich fehlende Verantwortungsbewusstsein einiger Spieler, das beim Elfmeterschießen zum Ausdruck gekommen sein soll, kann Völler nicht erkennen. „Man darf nicht denken, dass es früher bei Elfmeterschießen 10 oder 11 Leute gab, die unbedingt schießen wollten. Glaubt mir: Das ist kein Generationenproblem.“ Auch Franz Beckenbauer habe 1990 im WM-Halbfinale in Turin vorm Elfmeterschießen „keine sechs oder sieben Spieler zusammenbekommen.“

Zudem verteidigte Völler die Quartierswahl: „Ein Quartier ist immer so gut, wie am Ende die Platzierung war.“ Er spreche da aus Erfahrung. Die Norweger, die noch im Turnier sind, „haben eine halbe Stunde von uns entfernt gewohnt“. Die Trainingsbedingungen in Winston-Salem seien „sensationell“ gewesen. „Auf das Quartier lasse ich nichts kommen.“

Die Kritik an Bildern, auf denen man Julian Nagelsmann Frau Lena Wurzenberger mit dem Bundestrainer auf dem Fahrrad sieht, hätten „der Sache nicht gutgetan. Das war unglücklich.“ Die Macht der Bilder sei aber größer als der tatsächliche Einfluss auf Trainer und Team. „Deshalb haben wir gegen Paraguay keine drei Elfmeter verschossen.“ Auch die Familienbesuche hätten nicht überhandgenommen. Die hätte es schon bei der EM 2024 genauso gegeben. „Es waren fünf, sechs Familien mal eine Nacht lang da.“ Mütter hätten entgegen der Berichterstattung nicht im deutschen WM-Camp genächtigt, lediglich Partnerinnen und Kinder.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/PA Wire | Nick Potts

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