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Chancenlos bei Toppmöller

Eintracht und Elye Wahi – ein Missverständnis mit Verantwortung auf allen Seiten

Eintracht Frankfurt und Stürmer Elye Wahi? Eine Fehlbesetzung. Reporter Christopher Michel mahnt zu selbstkritischer Reflexion.

Frankfurt – Die Verletzung von Jonathan Burkardt hätte eigentlich die große Chance für Elye Wahi sein müssen. Der 22 Jahre alte Franzose hatte bei Eintracht Frankfurt erstmals nicht mehr einen Stürmer Nummer eins vor sich. Keinen Hugo Ekitiké, keinen Burkardt. Was seitdem folgte, war ernüchternd für alle Beteiligten.

Elye Wahi ist die traurige Gestalt bei Eintracht Frankfurt

Wahi pendelte zwischen Bank und Tribüne. Einsatzminuten gab es zwar in Barcelona, in der Bundesliga hingegen keine mehr! Inzwischen ist man sich intern auch einig: Wahi und Eintracht – das passt einfach nicht zusammen. Trainer Dino Toppmöller sah zwar kein Zeichen darin, ihn gegen Augsburg nicht einzuwechseln.

Knauff ist erste Alternative im Eintracht-Sturm – nicht Elye Wahi!

Die Erklärung sagte allerdings viel aus: „Ansgar Knauff war immer mal wieder gefährlich. Er ist mit seinem Speed in Situationen gekommen und kann dem Gegenspieler weglaufen. Am Ende hat Wahi ein ähnliches Profil. Wir haben uns daher entschieden, Ansgar auf dem Platz zu lassen.“ Diese Aussagen sind die nächste Backpfeife.

Im Gesamtpaket kostete Wahi im vergangenen Januar rund 26 Millionen Euro – so viel, wie noch kein Spieler zuvor. Sportvorstand Markus Krösche hat in seiner viereinhalbjährigen Amtszeit bei der Eintracht viele Glücksgriffe getätigt und damit Transferrekorde aufgestellt. Diesmal allerdings ging auch beim Recruitment-Prozess etwas gewaltig schief.

Frankfurt bekam nicht den Elye Wahi, den es sich erhofft hat. Den Wahi, der einst für Lens und Montpellier 44 Tore erzielt hat. 614 Spielminuten verbrachte der Angreifer seit seiner Ankunft in der Mainmetropole erst auf dem Feld, sein längster Einsatz war am 30. August beim 3:1-Sieg in Hoffenheim (83 Minuten).

Toppmöller gab ihm insgesamt nur vier Startelfchancen im Trikot der Hessen. Auch das Trainerteam muss sich hinterfragen. In der Vorbereitung und in der ersten Pokalrunde tankte Wahi Selbstvertrauen, zudem war Burkardt noch nicht vollumfänglich integriert. Statt den Schwung mitzunehmen und Flexibilität in Form einer Doppelspitze zu zeigen, wurde er in die Rolle als Ein-Mann-Angreifer gedrängt. Seine Stärken kommen aber mit einem Nebenspieler besser zur Geltung.

Vor allem aber Wahi selbst muss sich an die Nase packen und fragen, ob er alles in seiner Kraft stehende investiert hat, um den Durchbruch zu packen. Wahi ging auch in Trainingseinheiten nicht regelmäßig an seine Leistungsgrenze, er wirkte häufig wie ein Fremdkörper, an ihm liefen zu viele Aktionen vollständig vorbei.

Die Abgänge der Landsmänner Niels Nkounkou, Junior Dina Ebimbe und Ekitiké kamen erschwerend hinzu. Wenn Wahi das Leder dann auch über ein nahezu leeres Tor in Hoffenheim oder Heidenheim nicht über die Linie gedrückt bekommt, ist der mentale Rucksack irgendwann zu schwer. Inzwischen hat er auch dann, wenn die Stürmernot groß ist, keine Chance mehr auf Minuten. Dadurch fehlen Rhythmus und Selbstvertrauen.

Wahi ist es nicht gelungen, die erfolgreiche Stürmer-Tradition bei der Eintracht fortzusetzen. Stattdessen steht ein trauriges Kapitel. Für die Eintracht gilt es, einen teuren Fehlgriff zu korrigieren und den wirtschaftlichen Schaden in Grenzen zu halten. Und Wahi? Er wird woanders Fuß fassen und zu seiner Stärke zurückfinden müssen. Eine Trennung scheint unausweichlich.

Rubriklistenbild: © Imago/kolbert-press

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