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Nur ein Angreifer trifft
Burkardt-Tore können Eintracht Frankfurts Sturm-Problem nicht kaschieren
Jonathan Burkardt wird seiner Rolle als Königstransfer bei Eintracht Frankfurt gerecht. Dahinter wird es dünn. Die Hessen haben keine Alternativen.
Frankfurt – Als der Mannschaftsbus von Eintracht Frankfurt vor den Stadiontoren des SC Freiburg anhielt, stiegen die Profis langsam aus. Erstmals fehlte Michy Batshuayi. Der Belgier blieb stattdessen im Campus und musste individuell trainieren. Trainer Dino Toppmöller sah in ihm keine Alternative für das Duell im Breisgau.
Und Elye Wahi? Der 26-Millionen-Euro-Mann saß im Europa-Park Stadion die gesamte Zeit über auf der Bank. Das Vertrauen in ihn ist offenbar nicht mehr sonderlich ausgeprägt. Jonathan „Jonny“ Burkardt wurde in Minute 80 ersetzt – und zwar durch Jean-Matteo Bahoya. Den entscheidenden Konter traute Toppmöller dem Flügelspieler eher zu als dem gelernten Angreifer Wahi.
Eintracht setzt vollständig auf Burkardt
Das ist ein deutlicher Fingerzeig. Batshuayi und Wahi werden es auch in Zukunft äußerst schwer haben, auf ihre Einsatzminuten zu kommen. Toppmöller hatte bislang kaum Verwendung für das Duo. Wahi stand 255 und Batshuayi gar erst sechs Minuten auf dem Platz. Königstransfer Burkardt trägt die komplette Last auf seinen breiten Schultern.
Der 25-Jährige hat in den vergangenen sechs Pflichtspielen auf höchstem Niveau geliefert: Sieben Treffer und eine Vorlage in Bundesliga und Champions League sind eine herausragende Bilanz. Burkardt netzt in allen Wettbewerben alle 93 Minuten ein. Die Eintracht braucht diese Quote und Durchschlagskraft im Angriff.
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Burkardt zeigte bei seinem Doppelpack in Freiburg, was ihn auszeichnet. Er hat im Strafraum einen sehr guten Riecher. Burkardt kann mit beiden Füßen abschließen, er antizipiert Situationen frühzeitig und verliert beim Abschluss nicht die Nerven. Im Englischen nennt man so etwas einen „clinical Striker“, es ist das höchste Lob für einen effektiven Angreifer.
Sportvorstand Markus Krösche lobte nach dem Remis in Freiburg: „Es ist wichtig, dass er seine Tore macht.“ Die rund 21 Millionen Euro, die nach Mainz geflossen sind, haben sich bislang ausgezahlt. Burkardt trifft alle 93 Minuten, er ist körperlich präsent und fügt sich immer besser ins Mannschaftsgefüge ein.
Die Zeit bei den 05ern hat den Angreifer geprägt. Er war Kapitän und übernahm jederzeit Verantwortung. Dieses Selbstverständnis hat Burkardt nach Frankfurt übertragen. Der Stürmer kennt keine Scheu, er schnappte sich auch gegen Union Berlin (3:4) sofort das Leder und verwandelte den Elfmeter entschlossen. Spätestens in diesem Moment war er angekommen in der neuen sportlichen Heimat.
Fest steht: Burkardt sollte fit bleiben. Toppmöller zieht eine Doppelspitze eher nicht in Erwägung. Wahi konnte seine Möglichkeiten bislang nicht nutzen, Batshuayi ist in der Hierarchie inzwischen wohl ganz weit nach hinten gerutscht. Die Lage im Sturm? Frankfurt ist in dieser Konstellation zu dünn aufgestellt. Eine Korrektur im Wintertransferfenster ist beinahe unumgänglich. Bis dahin gilt: Burkardt muss es auch über das Champions-League-Duell gegen den FC Liverpool hinaus richten.