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Spieler verteidigt sich
Eintracht-Star wehrt sich gegen schwere Missbrauchsvorwürfe
Ein Star von Eintracht Frankfurt steht abseits des Platzes im Fokus. Auf ihm lasten schwere Vorwürfe. Der Adler-Träger verteidigt sich.
Frankfurt – Über 20 Millionen Euro hat Eintracht Frankfurt im letzten Winter gezahlt, um Elye Wahi aus Marseille zu verpflichten. Der Stürmer gibt Rätsel auf, mal zeigt er tolle Ansätze, dann wiederum gelingt ihm gar nichts. Zudem sorgen private Schlagzeilen für Unruhe: Wahi sieht sich schweren Missbrauchsvorwürfen gegenüber, zu denen er nun Stellung nimmt.
Im Alter von 15 Jahren warf ihn der französische Klub SM Caen aus dem Ausbildungszentrum. Der Grund: Wahi, damals in der 8. Klasse, soll drei Mitschüler gezwungen haben, sich vor ihm auf der Toilette auszuziehen. Ein Interview mit der großen französischen Sportzeitung L’Équipe nutzt der heute 22-Jährige, um sich zu wehren und seine Version der Geschichte zu erzählen.
Eintracht-Star Wahi spricht über Missbrauchsvorwürfe und verteidigt sich
Hintergrund: Als der SGE-Spieler zwei Jahre alt war, verstarb sein Vater. Ihn soll der Stürmer im Ausbildungszentrum verteidigt haben, denn ein Mitschüler hatte ihn zuvor wohl beleidigt. „Ich war sehr gereizt und habe falsch reagiert. Als ich ins Ausbildungszentrum zurückkam, wurde mir gesagt, ich solle meine Sachen packen. Aber das war auch schon alles“, so Wahi.
Er unterstreicht: „Was erzählt wurde, ist völlig falsch. Es gab keine Gewalt, keine Vergewaltigung. Ich habe ihn nicht angefasst.“ Wahi fühlte sich falsch verstanden, gibt aber auch zu: Richtig verhalten hat er sich nicht. Er hat seinen ehemaligen Mitspieler laut eigener Aussage mit einer Schere bedroht, bezeichnet den Vorfall heute als großen Fehler.
Die teuersten Neuzugänge in Eintracht Frankfurts Vereinsgeschichte
Francis De Taddeo, zum Zeitpunkt der Vorwürfe Direktor in Caen, holte Wahi 2018 in die Jugendabteilung von Montpellier. Für den jetzigen Frankfurter ist das ein klares Signal dafür, dass die schlimmen Vorwürfe nicht der Wahrheit entsprechen. „Hätte ich ihn wirklich angegriffen, geschlagen oder vergewaltigt, wie ich seit dem Wiederaufleben der Geschichte gelesen habe, hätte der Direktor, der mich entlassen hat, Francis De Taddeo, wohl kaum alles daran gesetzt, mich wieder in Montpellier aufzunehmen. Das wäre nicht logisch gewesen.“
Auf Wahi prasseln zudem Anschuldigungen aus dem Jahr 2021 ein. Eine Frau zeigte ihn an, wirft ihm vor, nach einem Disco-Besuch gewalttätig geworden zu sein. Der Profi berichtet: Kontakt hätte es gegeben, doch dieser sei ganz anders ausgefallen, als man es ihm zur Last gelegt hätte. Die Tatsachen wurden in seinen Augen klar verdreht.
„Als ich mich an diesem Abend entschloss, allein nach Hause zu gehen, sah ich eine Menschenansammlung, der ich ausweichen wollte. Und dieses Mädchen, das getrunken hatte, begann mir zu folgen und mich anzusprechen. Ich wollte nur weg, und irgendwann stieß ich sie ein wenig weg, um weiterzugehen. Da kamen ihre Freunde hinzu und sie beschuldigte mich, sie geschlagen zu haben. Aber ich habe sie nur beiseitegeschoben. Es gab keinen Schlag.“ Die Anzeige wurde bereits fallen gelassen.
Eintracht-Stürmer Wahi kommt nicht zur Ruhe
Den jungen Franzosen belasten nicht nur die privaten Vorwürfe, sondern auch seine sportliche Situation. In 18 Pflichtspielen für die Adler gelang ihm ein einziges Tor. Es wäre ihm zu wünschen, dass er am Main zur Ruhe kommt – und die Bundesliga von seinen exzellenten fußballerischen Fähigkeiten profitiert. (is)