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Wieder ein dicker Patzer

Eintracht-Abwehrchef Koch: Wenn die Kapitänsbinde zur Last wird

Eintracht Frankfurt leidet unter den vielen individuellen Fehlern. Robin Koch kann derzeit nicht stabilisieren. Was ist beim Kapitän los?

Frankfurt – Eintracht Frankfurt hat sich in der Länderspielpause kommunikativ sehr intensiv auf das Duell beim SC Freiburg vorbereitet. Weniger Fehler wolle man machen, die individuellen Patzer abstellen. Keine 120 Sekunden war die Partie im Breisgau alt, da fabrizierte Robin Koch im Spielaufbau einen abenteuerlichen Fehlpass in die Mitte. Freiburg eroberte das Leder, Derry Scherhant bestrafte die Gäste.

Robin Koch erlebt eine schwierige Phase bei der Eintracht

Koch setzte seine Reihe der unglücklichen Auftritte fort. Ob in Leverkusen (Elfmeter verursacht), gegen Union Berlin (Fehler im Spielaufbau), bei Atlético Madrid (wurde überrannt) und den FC Bayern (Befreiungsschlag geht schief): Die Anzahl der dicken Böcke nimmt gravierende Ausmaße an. Der 29-Jährige kann die teure Vertragsverlängerung derzeit nicht rechtfertigen.

Eintracht-Kapitän Koch muss sich aus dem Formloch kämpfen

Wird die Kapitänsbinde zur Last? „Am Ende ist es ein individueller Fehler. Das weiß er auch selber. Die Reaktion war gut, er hat das sehr ordentlich gespielt“, sagte Trainer Dino Toppmöller. Koch habe anschließend wichtige Zweikämpfe gewonnen und die Abwehr zusammengehalten. Der Fehler „ärgert ihn am meisten“. Koch müsse nun versuchen, aus dieser Situation herauszukommen. Der Coach prophezeite: „Robin wird da auch herauskommen.“

Sportvorstand Markus Krösche stellte fest: „Es ist so, dass sich die einfachen Fehler durchziehen. Wir sind zu sorglos und nicht konzentriert genug in der Situation. Dann kommt es zum Fehlpass und wir laufen direkt in den Konter.“ Der Gegner nutzt diese kapitalen Böcke jedenfalls aus, er kommt zu einfach zu seinen Treffern. Das liegt nicht alleine an Koch. Allerdings gelingt es ihm nicht, die Abwehr zusammenzuhalten.

Die jetzige Situation ist für Koch eine neue Erfahrung. Er ist seit seinem Wechsel im Sommer 2023 unumstritten als einer der Ankerspieler gesetzt. Toppmöller wird das Gespräch mit dem Führungsspieler suchen müssen. Koch sollte für Sicherheit und Stabilität sorgen. Das gelingt ihm in der neuen Position noch nicht. Dabei brauchen die vielen Talente die Führung der erfahrenen Kräfte.

Der Nationalspieler gewann gegen Freiburg am Ende nur vier seiner neun geführten Zweikämpfe. Bei den Diskussionen um Fehler fällt immer häufiger auch sein Name. Die Erwartungshaltung ist deutlich gestiegen, Koch nun viel stärker gefordert, Lösungen anzubieten. Es ist ein Reifeprozess im gehobeneren Fußballeralter. Koch hat bereits nachgewiesen, auf höchstem Bundesliganiveau dauerhaft fehlerfrei agieren zu können.

Möglicherweise gab es zuletzt etwas zu viel Trubel um seine Person. Nach dem kurzfristigen Abgang von Torhüter Kevin Trapp übernahm Koch die Binde. Für Krösche war er Anfang September noch „der beste Verteidiger, den wir in Deutschland haben“. Von dieser Euphorie ist, trotz eines zwischenzeitlichen Doppelpacks beim wilden Sieg in Gladbach (6:4), nichts zu spüren.

Es ist ein schmaler Grat, auf dem sich alle Beteiligten bewegen. Einerseits steht Koch in der Pflicht und Bringschuld. Andererseits müssen Krösche und Toppmöller bei der Kommunikation das richtige Maß zwischen Kritik und Seelenmassage erwischen. Sie wissen: Koch ist und bleibt ein elementarer Baustein auf dem Weg, die ambitionierten Ziele zu erreichen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/HMB Media/Claus

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