Bei Schwarz-Gelb brodelt es
Dortmund droht Machtkampf um Präsidenten-Amt: Watzke-Gegner weiß BVB-Ultras hinter sich
Der BVB steht vor einem Machtkampf an der Vereinsspitze. Lunow fordert Watzke heraus – und kann wohl auf die Unterstützung der Ultras zählen.
Dortmund – Die Südtribüne des Signal Iduna Parks könnte bald zum Schauplatz einer politischen Entscheidung werden, die weit über das Spielfeld hinausgeht. Was als harmonischer Übergang geplant war, entwickelt sich zu einem brisanten Duell um die Macht beim BVB.
Hans-Joachim Watzke, der langjährige Geschäftsführer, hatte nach seinem für Oktober geplanten Rückzug aus der operativen Führung mit dem Präsidentenamt geliebäugelt. Doch nun stellt sich ihm ein unerwarteter Gegner entgegen: der amtierende Präsident Dr. Reinhold Lunow.
Watzke-Konkurrent Lunow überrascht mit Kampfansage um Dortmunder Präsidenten-Amt
Der 71-jährige Lunow hat nach Informationen der Ruhr Nachrichten, der ARD-Sportschau und von NTV seine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt offiziell erklärt. Diese Entscheidung kam durchaus überraschend, da viele beim BVB davon ausgegangen waren, dass Lunow den Weg für Watzke frei machen würde.
In einer Stellungnahme begründete Lunow seine Kandidatur mit klaren Worten: „Ich kandidiere erneut als Präsident von Borussia Dortmund, weil unser Verein einzigartig ist – und das soll so bleiben. Dafür brauchen wir ein starkes neues Miteinander: Aufbruch und Kontinuität, wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftliche Verantwortung gehören untrennbar zusammen“.
Machtkampf beim BVB spitzt sich zu: Rheinmetall-Streit als Wendepunkt?
Der ehemalige Schatzmeister des Vereins (2005 bis 2021) hat bereits strategische Vorbereitungen getroffen. Mit Dr. Sabine Aldermann aus dem Beirat und Jakob Scholz vom Vorstand der Fan- und Förderabteilung soll Lunow bereits zwei Unterstützer für sein Vorstandsteam gewonnen haben.
Ein entscheidender Faktor in diesem Machtkampf ist Lunows öffentliche Opposition gegen den umstrittenen Sponsorenvertrag mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall. Bei der letzten Mitgliederversammlung im November 2024 hatte sich der Präsident vehement gegen die von Watzke und seinem Geschäftsführer-Kollegen Carsten Cramer forcierte Partnerschaft gestellt. Diese Haltung brachte ihm erheblichen Zuspruch aus der Fanszene ein, insbesondere von den Ultras der berühmten Südtribüne.
Die Kritik an der Rheinmetall-Kooperation hatte Lunow als scharfen Gegner der aktuellen Geschäftsführung positioniert. Als Mitglied des Aufsichtsrats der BVB-Kapitalgesellschaft ist er zudem in zentrale Entscheidungen eingebunden und kann seine Opposition auch strukturell ausüben.
Watzke zeigt sich diplomatisch – BVB-Ultras könnten Machtkampf entscheidend beeinflussen
Watzke reagierte auf die Ankündigung seines Konkurrenten zunächst diplomatisch. „Es ist das gute Recht von Reinhold Lunow, sich für das Präsidentenamt zu bewerben. Ich werde mit den Gremien des BVB die Ableitungen daraus besprechen“, erklärte der scheidende Geschäftsführer. Der 65-Jährige hatte seine eigene Kandidatur nie offiziell angekündigt, aber stets Interesse signalisiert. „Wenn der Verein das will, stehe ich zur Verfügung“, hatte Watzke zuletzt noch im ZDF gesagt.
Nach über 20 Jahren als Geschäftsführer hatte er offenbar mit einem reibungslosen Übergang ins Präsidentenamt gerechnet. Nun muss er sich auf eine Kampfabstimmung einstellen. Die Ultras der Südtribüne, die Lunows Haltung zum Rheinmetall-Deal unterstützen, könnten zu einem entscheidenden Machtfaktor in diesem vereinsinternen Duell werden. (kus)
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