WM-Vorrunde in Kanada
DFB-Team plant gegen Elfenbeinküste Einzug in K.-o.-Phase – Nagelsmann deutet Aufstellung an
Nach dem 7:1 gegen Curacao will Bundestrainer Julian Nagelsmann seine Start-Elf nicht verändern. Mit einem Sieg am Samstag würde Deutschland vorzeitig das Achtelfinale erreichen.
Als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Freitag in Toronto ankam, musste sie erst einmal erkennen: Kanada ist auch in der zweiten Juni-Hälfte und trotz WM 2026 noch ein Eishockeyland – und Toronto einer der wichtigsten Märkte für den Sport, den man in Europa mit dem Winter verbindet. Als Julian Nagelsmann und Jonathan Tah sich zur offiziellen FIFA-Pressekonferenz im Stadion BMO Field einfanden, waren auf den Straßen drumherum reichlich Menschen in den blauen Trikots der Toronto Maple Leafs unterwegs.
Für das NHL-Team war die Saison zwar schon vor zwei Monaten mit dem Verpassen der Playoffs zu Ende gegangen, doch die zweite Mannschaft, die Toronto Marlies, zog in der Farmteamliga AHL ins Finale – und nebenan in den altehrwürdigen Gemäuern des Coliseum ging es gegen die Chicago Wolves um den Calder Cup.
Nagelsmann sieht in WM-Startelf keinen Grund für Veränderungen
Julian Nagelsmann, in seiner Landsberger Jugend auch dem Puck hinterher gewesen, hatte aber nur Augen für das Fußballstadion, in dem normal der Toronto FC spielt. Nach dem Hallenerlebnis im texanischen Houston erwartet seine Mannschaft am Samstag (16 Uhr Ortszeit/22 Uhr MESZ) ein ganz anderes Ambiente.
„Schön offen, der Wind weht durch, gut für den Rasen“, sagte der Bundestrainer und meinte: „Am Stadion wird‘s nicht liegen“ – falls es nichts werden sollte mit dem angestrebten Sieg gegen die Elfenbeinküste. Mit drei Punkten aus dem zweiten Spiel und insgesamt sechs wäre das Ticket ins Sechzehntelfinale gebucht – wie es die USA als einer der Gastgeber der WM am Nachmittag vormachte. „Viel Power“ habe er bei den Amerikanern wahrgenommen, lobte Nagelsmann.
Er rechnet damit, dass auch die Ivorer kraftvoll auftreten werden. Von der Taktik her seien sie vielleicht schwer zu greifen; es könnte ein Trend der WM sein, dass die Mannschaften in ihren Grundordnungen variieren. Sogar Curacao hat das getan. Gelegen kam Nagelsmann da beim Überraschungsstand von 1:1 die Trinkpause.
Jedoch ändert ihre Einführung bei diesem Turnier nichts an seiner grundsätzlichen Herangehensweise. Er sieht Fußball nach wie vor als Spiel mit zwei Halbzeiten und nicht mit vier Vierteln. „Die Spieler sollen schon in erster Linie trinken. Drei Minuten sind für eine tiefgehende Analyse zu kurz. Als Trainer hat man für 30, 40 Sekunden die Option, kleine Anpassungen vorzunehmen. In einem lauten Stadion erreicht man auch nicht immer alle.“
An der Aufstellung wird sich wohl nichts ändern. „Wir warten die Nacht ab, ob alle fit und gesund sind“, sagt Nagelsmann, fügt aber an: „Es gibt jetzt keinen offensichtlichen Grund, an der Start-Elf etwas zu verändern.“ Never change a 7:1 winning team … Was den Gegner betrifft, weiß man, dass man auf den Leipziger Shooting-Star Yan Diomande achten muss. Ins Auge gestochen ist Nagelsmann auch Nicolas Pepé (31) vom FC Villarreal.
Zur Verfügung steht der Elfenbeinküste Stürmer Elye Wahi, von Eintracht Frankfurt an Nizza ausgeliehen. In Frankreich laufen Ermittlungen gegen ihn – im Kontext einer möglichen Spielmanipulation durch eine offenbar absichtlich eingeholte Gelbe Karte. Wahi hatte im ersten ivorischen WM-Match gegen Ecuador von Beginn an gespielt, die Kanadier wollten ihn aber nicht einreisen lassen. Diesen Plan revidierten die Behörden aber.
Was Julian Nagelsmann von der Sache hält: „Er ist nicht mein Spieler, es ist nicht mein Thema.“ Wenn er aber doch etwas sagen wolle, dann: „Ich bin sehr für Fairness im Sport.“ Zumindest eine interessante Geschichte – wenn Toronto am Samstag sich dem Fußball widmet.
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