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Dortmunds einziger Weltklassespieler

DFB-Pokal zeigt gefährliche BVB-Abhängigkeit von Guirassy auf

Borussia Dortmund mühte sich im DFB-Pokal bei RW Essen in die nächste Runde. Eine Einzelleistung von Serhou Guirassy bewies seinen Stellenwert.

Dortmund/Essen – Der BVB tat sich schwer gegen Rot-Weiss Essen in der ersten Runde des DFB-Pokals, dann stach Serhou Guirassy zu. Gut, dass der Plan von Essens Trainer Uwe Koschinat nicht aufgegangen war. „Ich bin vor dem Spiel gefragt worden, was passieren müsste, um eine Sensation zu schaffen“, sagte der RWE-Coach nach der 0:1-Niederlage in der Pressekonferenz.

Serhou Guirassy schoss den BVB im DFB-Pokal bei Rot-Weiss Essen eine Runde weiter.

„Meine Antwort war immer dieselbe: Es müsste uns irgendwie gelingen, Guirassy zu Hause einzuschließen“, lachte Koschinat. Leider habe sich die Furcht vor dem Dortmunder Torjäger bewahrheitet, räumte er ein. In einem „dahinplätschernden Spiel“ habe Guirassy „den Unterschied ausgemacht“ und eine Überraschung verhindert.

Guirassy ist der einzige Weltklasse-Spieler beim BVB

Eine „unfassbare Bewegung in einem Fluss, ein Abschluss, herausragend“ – so beschrieb der Essener Trainer die spielentscheidende Szene in der 79. Minute, als vieles auf eine Verlängerung hingedeutet hatte. Guirassy bekam an der Strafraumkante ein flaches Anspiel von Ramy Bensebaini, legte sich die Kugel auf den starken rechten Fuß und feuerte ansatzlos unten rechts ins Eck.

Für Keeper Jakob Golz war da nichts zu machen. Es war bereits Guirassys 39. Treffer in seinem 51. Pflichtspiel für den BVB, elf davon gelten als ‚Gamewinning-Goals‘. BVB-Trainer Niko Kovač brachte es auf den Punkt: „Es war das erwartet schwere Spiel bei einem ambitionierten Drittligisten, der schon zwei Spiele in den Knochen hat. Die Einzelaktion eines Weltklassespielers entscheidet dieses Spiel.“

Wer geht? Wer bleibt? – Die Vertragslaufzeiten der Stars von Borussia Dortmund

Gregor Kobel
Stammtorhüter Gregor Kobel hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und bleibt bis 2028 gesetzt. © IMAGO/Madeleine Fantini
Patrick Drewes
Patrick Drewes unterschrieb am 26. Juni 2025 seinen Vertrag beim BVB bis 2027 – als neue Nummer 3 hinter Gregor Kobel und Alexander Meyer. © IMAGO/RHR-FOTO
Silas Ostrzinski
Auch Silas Ostrzinski hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und ist als zukünftige Nummer eins bei der U23 fest eingeplant. Sein Vertrag läuft bis 2027. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Alexander Meyer
Ersatztorwart Alexander Meyer steht seit 2022 beim BVB unter Vertrag. Sein Arbeitspapier läuft am 30.06.2027 aus.  © IMAGO/Jess Stiles
Yan Couto
Der Brasilianer Yan Couto kam zunächst als Leihe vom Manchester City, ehe Dortmund frühzeitig die Kaufpflicht zog – sein Vertrag läuft bis zum 30.06.2030. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Waldemar Anton
Waldemar Anton wechselte im Sommer 2024 von VfB Stuttgart zum BVB – Vertrag bis zum 30.06.2028. © IMAGO/Marco Bader
Nico Schlotterbeck
Abwehrchef Nico Schlotterbeck ist seit Sommer 2022 gesetzt in Dortmund – nach monatelangem Poker hat der Abwehrchef seinen Vertrag kürzlich bis 2031 verlängert.  © IMAGO/Revierfoto
Ramy Bensebaini
Der algerische Außenverteidiger Ramy Bensebaini kam 2023 ablösefrei und unterschrieb einen Vierjahresvertrag beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Niklas Süle
Niklas Süles Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026. Im März gab der Verein bekannt, dass sich die Wege im Sommer trennen werden.  © IMAGO/Marco Bader
Julian Ryerson
Der Norweger Julian Ryerson verlängerte ebenfalls vorzeitig seinen Vertrag bis 2028 und hat sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft etabliert. © IMAGO/Marco Bader
Almugera Kabar
Das BVB-Talent Almugera Kabar erhielt im Februar 2025 seinen ersten Profivertrag bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Filippo Mane
Der italienische Innenverteidiger Filippo Mane hat ebenfalls Anfang 2025, seinen ersten Profivertrag bis 2028 unterschrieben. © IMAGO/Katie Stratman
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat einen bis 2027 gültigen Kontrakt.
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat seinen bis 2027 gültigen Kontrakt langfristig verlängert. Über die genaue Laufzeit ist nichts bekannt. © IMAGO/Dennis Ewert/RHR-FOTO
Daniel Svensson
Der zunächst ausgeliehene Daniel Svensson kam Anfang Februar 2025 vom FC Nordsjælland – Dortmund zog frühzeitig die Kaufoption, sein Vertrag läuft nun bis zum 30. Juni 2029. © IMAGO/Katie Stratman
Salih Özcan
Salih Özcan unterschrieb 2022 seinen Vierjahresvertrag bis 2026. Dieser wird nicht verlängert, sodass der türkische Nationalspieler den BVB im Sommer verlässt. © IMAGO/Hesham Elsherif
Felix Nmecha
Der Mittelfeldspieler Felix Nmecha kam 2023 für knapp 30 Mio.€ vom VfL Wolfsburg. Im März 2026 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2030. ©  IMAGO / Nicolo Campo
Julian Brandt
Julian Brandts Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026 – dann endet nach sieben Jahren seine Zeit beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Carney Chukwuemeka
Der Engländer Carney Chukwuemeka unterschrieb nach seiner Leihe vom FC Chelsea fest beim BVB. Er ist noch bis 2030 gebunden. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Marcel Sabitzer
Marcel Sabitzer wechselte 2023 vom FC Bayern nach Dortmund – sein Vertrag läuft regulär bis 2027, der BVB hat wohl vorerst keine Vertragsverlängerung geplant. © IMAGO/Marco Bader
Emre Can
Der Vertrag des Kapitäns läuft nach der Saison 2025/26 aus. Berichten zufolge verlängert er nach seiner schweren Kreuzbandverletzung allerdings um ein weiteres Jahr.  © IMAGO/Madeleine Fantini
Kjell Wätjen
Das Dortmunder Talent unterschrieb 2024 seinen ersten Profivertrag – für die Saison 2025/2026 wird der 19-Jährige, für die Spielpraxis an den VfL Bochum ausgeliehen. Sein BVB-Kontrakt läuft noch bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Jobe Bellingham
Der 19-jährige Jobe Bellingham unterzeichnete im Juni 2025 einen Fünfjahresvertrag bis 2030 und bereitet sich momentan bei der Klub-WM auf die Bundesliga-Saison 2025/26 vor. © IMAGO / Nicolo Campo
Karim Adeyemi
Karim Adeyemi wechselte im Sommer 2022 von RB Salzburg zum BVB – sein Vertrag läuft noch bis 2027. Immer wieder rankten sich Abgangsgerüchte um den Flügelspieler. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Maximilian Beier
Der 21-jährige Maximilian Beier wechselte im August 2024 von Hoffenheim zum BVB, nachdem er dort mit 16 Bundesligatoren glänzte – sein Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2029. © IMAGO/Marco Bader
Verlässt Serhou Guirassy den BVB?
Torjäger Serhou Guirassy kam im Juli 2024 vom VfB Stuttgart und lieferte seitdem bei den Borussen ab – sein Vertrag läuft noch bis 2028. ©  IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto
Julien Duranville
Julien Duranville ist noch bis 2028 an Dortmund gebunden. In der Rückrunde der Saison 2025/26 spielt er auf Leihbasis beim FC Basel. © IMAGO/Madeleine Fantini
Cole Campbell
Cole Campbell unterschrieb 2024 einen Profivertrag in Dortmund – sein Vertrag läuft noch bis 2028. Auch er ist 2025/26 ausgeliehen und verbringt die Rückrunde bei der TSG Hoffenheim. © IMAGO/Katie Stratman
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030.
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030. © IMAGO/Jordi Mergen

Auch Waldemar Anton unterstrich die Bedeutung des Stürmers: „Für uns ist einfach wichtig, dass wir ihn haben. Ich bin sehr froh, dass er für uns da ist und in solchen Momenten aus dem Nichts ein Tor schießt.“ Dass Guirassy „schon früher das Tor machen müssen“ hätte, wie Anton anmerkte, verdeutlicht die Abhängigkeit des BVB von seinem Torjäger weiter.

In den zurückliegenden zwölf Pflichtspielen erzielte der Guineer 14 Treffer. Im Kalenderjahr 2025 steht er bei 27 Toren in 32 Spielen. Zum Vergleich: Superstar Harry Kane traf für den FC Bayern seit dem 01. Januar 22 Mal. Die Statistiken verdeutlichen Guirassys herausragende Stellung im BVB-Kader. „Wir haben viele Jungs, die das können. Das werden wir in den nächsten Monaten sehen“, sagte Anton.

Die Realität spricht für den Moment eine andere Sprache – derzeit ist Guirassy der einzige, der solche Momente liefert. Und er ist der einzige Weltklassespieler, der für den BVB im Feld spielt. Die Abhängigkeit von Guirassy wird durch die aktuelle Kadersituation noch verstärkt. Mit Sébastien Haller, Youssoufa Moukoko und Jamie Gittens hat der BVB diesen Sommer drei Offensivspieler ziehen lassen.

Ersatz gibt es bislang nicht. Es macht den BVB gefährlich abhängig von einem 29 Jahre alten Spieler, der in der Vergangenheit immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte. Dortmund kann von Glück sagen, dass Guinea die Qualifikation für den Afrika-Cup 2026 verpasst hat. Guirassy hätte dadurch Bundesliga-Spiele gegen Gladbach, in Frankfurt und gegen Bremen verpassen können.

„Die Enttäuschung ist groß“, hatte der Stürmer nach dem Scheitern in der Qualifikation geschrieben. Für den BVB ist es ein Segen. Die Einzelaktion gegen Essen zeigt einmal mehr: Wenn es eng wird, braucht Dortmund Guirassy. Koschinat hatte es vorhergesagt, seinen augenzwinkernden Plan aber nicht umsetzen können.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Norbert SCHMIDT

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