Deutschland musste sich nach einem harten Kampf den Spanierinnen geschlagen geben. Torfrau Ann-Katrin Berger stand im Fokus.
Zürich – Es war ein dramatisches Ende eines packenden Halbfinals am Mittwochabend: Deutschland unterlag Spanien erst tief in der Verlängerung mit 0:1 und verpasste den Einzug ins EM-Finale . Während Ann-Katrin Berger über 90 Minuten mit spektakulären Paraden ihre Mannschaft im Spiel hielt, wurde ihr ausgerechnet in der entscheidenden Phase ein Fehler zum Verhängnis.
Berger übernimmt Verantwortung Superstar Bonmati Aitana setzte das Leder eiskalt ins kurze Eck (113.). Die sichtlich mitgenommene und bis zu diesem Zeitpunkt so stark auftretende Torhüterin zeigte sich nach dem Abpfiff am Mikrofon der ARD selbstkritisch: „Die Enttäuschung ist richtig groß. Wir haben bis zur letzten Sekunde alles gegeben, dann ein kleiner Fehler, einmal nicht aufpassen - umso bitterer. Das ist enttäuschend.“
Wolle Petry, versteckte Talente und Zusammenhalt: DFB-Team begeistert bei Frauen-EM Die Frauen-EM in der Schweiz ist in vollem Gange. Das DFB-Team erlebte dort bislang ein wahres Wechselbad der Gefühle und sorgt dennoch für eine Menge Euphorie. © Collage, IMAGO / Eibner / Bernd Feil / MiS / Yuliia Perekopaiko/DFB/dpa Das DFB-Team steht im Halbfinale der Frauen-EM. Nach 120 umkämpften Minuten setzte sich das Team von Bundestrainer Christian Wück im Elfmeterschießen gegen Frankreich durch. © IMAGO/Fotostand / Fantini Das sorgt natürlich auch bei den DFB-Anhängern für große Freude. Es herrscht EM-Euphorie, und das nicht nur in den Stadien in der Schweiz. © IMAGO / ActionPictures Großen Anteil an der überwältigenden Unterstützung im Land hat dabei auch das Auftreten der DFB-Frauen abseits des Feldes. Selina Cerci und Co. zeigen sich nahbar und geben auch durch verschiedene Aktionen Grund zur Freude. © IMAGO / ActionPictures Schon in der Vorbereitung auf das Turnier geben uns die Nationalspielrinnen persönliche Einblicke in das Quartier in Herzogenaurach. Die Fans werden mit Videos vom Badespaß am Pool und Schnappschüssen von Klara Bühl an der Kamera versorgt. Schon in der Vorbereitung auf das Turnier geben uns die Nationalspielrinnen persönliche Einblicke in das Quartier in Herzogenaurach. Die Fans werden mit Videos vom Badespaß am Pool und Schnappschüssen von Klara Bühl an der Kamera versorgt. © Instagram @dfb_frauenteam Ein ganz besonderer Moment: Schlagerstar Wolfgang Petry überrascht die DFB-Frauen kurz vor EM-Start mit einem Privatkonzert. Ein ganz besonderer Moment: Schlagerstar Wolfgang Petry überrascht die DFB-Frauen kurz vor EM-Start mit einem Privatkonzert. © Yuliia Perekopaiko/DFB/dpa Bei den Spielerinnen und dem Trainerteam kam die Überraschung offenbar sehr gut an. Gemeinsam veröffentlichten der Schlagerstar und die DFB-Frauen sogar eine Neuauflage des Hits „Verlieben, verloren, vergessen, verzeih’n“. Bei den Spielerinnen und dem Trainerteam kam die Überraschung offenbar sehr gut an. Einige der Spielerinnen sind bekennende Wolfgang Petry Fans und grölten ordentlich mit. © Instagram @sjo_nue, @giuliagwinn Spielführerin Giulia Gwinn verriet danach in einem Podcast: „Es ist ja kein Geheimnis, dass er bei uns im Camp war, dass wir eine sehr gute Zeit zusammen hatten“. Und weiter: „Dieses ‚Verlieben, verloren, vergessen, verzeih’n‘“, habe das Team durch die letzten Monate getragen. Spielführerin Giulia Gwinn verriet danach in einem Podcast: „Es ist ja kein Geheimnis, dass er bei uns im Camp war, dass wir eine sehr gute Zeit zusammen hatten“. Und weiter: „Dieses ‚Verlieben, verloren, vergessen, verzeih’n‘“, habe das Team durch die letzten Monate getragen. © IMAGO/Fotostand / Fantini Der Spaß kam bei der Vorbereitung auf das Turnier generell, egal ob im Kraftraum oder auf dem Trainingsplatz, nie zu kurz. Der Spaß kommt dabei, egal ob im Kraftraum oder auf dem Trainingsplatz, nie zu kurz. © Instagram @dfb_frauenteam Im Auftaktspiel gegen Polen dann der große Schock: Kapitänin Giulia Gwinn verletzt sich am Knie und fällt für den Rest der Europameisterschaft aus. Die Mannschaft gewinnt die Partie trotzdem mit 2:0. Im Auftaktspiel gegen Polen dann der große Schock: Kapitänin Giulia Gwinn verletzt sich am Knie und fällt für den Rest der Europameisterschaft aus. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl Doch auch in diesem schweren Moment zeigt die Mannschaft ihren Zusammenhalt. Beim zweiten Gruppenspiel gegen Dänemark hat das Team ein Trikot der verletzten Kapitänin dabei. Außerdem tragen Jule Brand und Co. einen Tapeverband mit ihren Initialen und ihrer Trikotnummer ums Handgelenk. Doch auch in diesem schweren Moment zeigt die Mannschaft ihren Zusammenhalt. Beim zweiten Gruppenspiel gegen Dänemark hat das Team ein Trikot der verletzten Kapitänin dabei. Außerdem tragen Jule Brand und Co. einen Tapeverband mit ihren Initialen und ihrer Trikotnummer ums Handgelenk. © IMAGO / MIS / Sven Simon Klara Bühl sendete bei ihrem vermeintlichen Treffer zum 1:0 auch persönlich nochmal eine Botschaft an die verletzte Gwinn. Der Treffer zählte jedoch wegen einer Abseitsstellung nicht. Klara Bühl sendete bei ihrem vermeintlichen Treffer zum 1:0 auch persönlich nochmal eine Botschaft an die verletzte Gwinn. Der Treffer zählte jedoch wegen einer Abseitsstellung nicht. © IMAGO/Bernd Feil / MiS Das Spiel konnte trotzdem mit 2:1 gewonnen werden. Der Sieg und der kurz danach feststehende Einzug ins Viertelfinale wurden danach gebührend gefeiert. Natürlich im Hotel auch wieder zu den Klängen von Wolfgang Petry. Der 2:1-Sieg und der kurz danach feststehende Einzug ins Viertelfinale wurde dann auch wieder gebührend gefeiert. Natürlich wieder zu den Klängen von Wolfgang Petry © IMAGO / Eibner, Instagram @dfb_frauenteam Den ersten herben Dämpfer gibt es dann im abschließenden Gruppenspiel gegen Schweden. Nach einer roten Karte gegen Carlotta Wamser verliert das DFB-Team deutlich mit 1:4. Den ersten herben Dämpfer gibt es dann im abschließenden Gruppenspiel gegen Schweden. Nach einer roten Karte gegen Carlotta Wamser verliert das DFB-Team deutlich mit 1:4. © IMAGO/Bernd Feil / MiS Doch auch nach ihrer unglücklichen Aktion (Handspiel auf der Linie) kann sich die junge Verteidigerin, die die verletzte Gwinn ersetzte, auf die Unterstützung ihrer Kolleginnen verlassen. Doch auch nach ihrer unglücklichen Aktion (Handspiel auf der Linie) kann sich die junge Verteidigerin, die die verletzte Gwinn ersetzte, auf die Unterstützung ihrer Kolleginnen verlassen. © IMAGO/Markus Fischer Die Unterstützung für die Mannschaft ist sowieso weiterhin großartig. Die deutschen Fans sorgen bei den Spielen in der Schweiz regelmäßig für Heimspiel-Atmosphäre. Die Unterstützung für die Mannschaft ist dennoch großartig. Die deutschen Fans sorgen bei den Spielen in der Schweiz regelmäßig für Heimspiel-Atmosphäre. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Memmler Und auch die DFB-Frauen selbst lassen sich von der deutlichen Klatsche nicht aus der Ruhe bringen. Stattdessen bereiten sie sich weiter gut gelaunt auf das anstehende Viertelfinale gegen Frankreich vor. Und auch die DFB-Frauen selbst lassen sich von der deutlichen Klatsche nicht aus der Ruhe bringen. Stattdessen bereiten sie sich weiter gut gelaunt auf das anstehende Viertelfinale gegen Frankreich vor. © Instagram @dfb_frauenteam Und dieses sollte an Dramatik kaum zu überbieten sein. Kathrin Hendrich sieht in der 13. Minute die rote Karte, weil sie ihre Gegenspielerin an den Haaren zieht. Den folgenden Strafstoß nutzt Frankreich zur 1:0-Führung. Und dieses sollte an Dramatik kaum zu überbieten werden. Kathrin Hendrich sieht in der 13. Minute die rote Karte, weil sie ihre Gegenspielerin an den Haaren zieht. Den folgenden Strafstoß nutzt Frankreich zur 1:0-Führung. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON Sjoeke Nüsken gleicht wenig später jedoch in Unterzahl aus. Das DFB-Team beweist unglaubliche Moral und liefert auch danach einen leidenschaftlichen Kampf. Sjoeke Nüsken gleicht wenig später jedoch in Unterzahl aus. Das DFB-Team beweist unglaubliche Moral und liefert auch danach einen leidenschaftlichen Kampf. © IMAGO/Bernd Feil / MiS In der zweiten Halbzeit hat Nüsken dann sogar die Chance auf die Führung, vergibt aber einen Strafstoß. Verfolgt wurde das Spiel in Deutschland im Schnitt von 10,7 Millionen Menschen. In der zweiten Halbzeit hatte Sjoeke Nüsken sogar die Chance auf die Führung, vergab aber einen Strafstoß. Verfolgt wurde das Spiel in Deutschland im Schnitt von 10,7 Millionen Menschen. © IMAGO / Wolfgang Maria Weber So bleibt es beim 1:1 und Deutschland schafft es trotz langer Unterzahl in die Verlängerung. Auch diese endet torlos und so muss die Entscheidung im Elfmeterschießen her. So bleibt es beim 1:1 und Deutschland schafft es trotz langer Unterzahl in die Verlängerung. Auch diese endet torlos und so muss die Entscheidung im Elfmeterschießen her. © IMAGO/Bernd Feil / MiS Dort wird Torhüterin Ann-Kathrin Berger zur umjubelten Heldin. Sie hält zwei Elfmeter und trifft sogar selbst vom Punkt. Der Einzug ins EM-Halbfinale ist geschafft! Dort wird Torhüterin Ann-Kathrin Berger zur umjubelten Heldin. Sie hält zwei Elfmeter und trifft sogar selbst vom Punkt. Der Einzug ins EM-Halbfinale ist geschafft! © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz Die Freude kennt nach diesen umkämpften 120 Minuten keine Grenzen. Die Freude kennt nach diesen umkämpften 120 Minuten keine Grenzen. © IMAGO/Bernd Feil / MiS Mittelfeldspielerin Sjoeku Nüsken teilt einen Schnappschuss aus der Kabine. „Sprachlos!! Ihr seid der WAHNSINN!!“, schreibt sie dazu. Und auch Giulia Gwinn ist emotional berührt. Teilt ein Foto, auf dem ihr eine Träne über die Wange kullert. „Das ist wahre Größe“, so Gwinn. Mittelfeldspielerin Sjoeke Nüsken teilt einen Schnappschuss aus der Kabine. „Sprachlos!! Ihr seid der WAHNSINN!!“, schreibt sie dazu. Und auch Giulia Gwinn ist emotional berührt. Teilt ein Foto, auf dem ihr eine Träne über die Wange kullert. „Das ist wahre Größe“, so Gwinn. © Instagram @sjo_nue, @giuliagwinn Angekommen im Team-Hotel zeigen sich die Spielerinnen dann wieder von ihrer Party-Seite. Zu einem Remix von Peter Schillings „Major Tom“ tanzen die DFB-Stars noch spät am Abend. Angekommen im Team-Hotel zeigen sich die Spielerinnen dann wieder von ihrer Party-Seite. Zu einem Remix von Peter Schillings „Major Tom“ tanzen die DFB-Stars noch spät am Abend. © Instagram @dfb_frauenteam Besonders hart ging Berger mit sich selbst ins Gericht, als es um die entscheidende Szene ging: „Ja! Da nehme ich die Schuld auf mich. Die kurze Ecke muss zu sein, deshalb bin ich umso enttäuschter von mir selber. Da kann ich davor noch so viele Paraden machen - der Ball hätte meiner sein müssen. Das tut mir leid für die Mannschaft, die alles gegeben hat.“
Die 33-Jährige hatte noch lobende Worte für das starke Kollektiv parat: „Die Mädels haben ein großartiges Spiel gemacht.“ Das gilt auch für Berger, die vor allem im Viertelfinale einen überragenden Tag hatte und das sensationelle Weiterkommen gegen Frankreich (6:5 n.E.) sicherte .
Bundestrainer Wück stellt sich hinter Berger Bundestrainer Christian Wück stellte sich daher demonstrativ hinter seine Keeperin und relativierte deren Selbstkritik: „Wir hätten es besser lösen können im Ballbesitz. Dann ist es eine Weltfußballerin, die an den Ball kommt - da gibt es keine Vorwürfe an Sydney Lohmann und Ann-Katrin.“
Ann-Katrin Berger nahm die Schuld für das Aus auf ihre Kappe
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Der Coach zog trotz der bitteren Niederlage ein positives Fazit: „Wir haben ein gutes Turnier gespielt und sind erst kurz vor dem Finale gescheitert.“
Die deutsche Mannschaft muss nun zusehen, wie andere um den EM-Titel kämpfen - nach einem dramatischen Ausscheiden in der heißen Phase des Turniers.