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In Barcelona wird gefeiert. Die Katalanen gewinnen im Camp Nou den Clásico gegen Real Madrid mit 2:0 und holen den Titel — den 29. der Klubgeschichte.
Der Sommer 2024 hatte mit der Ankunft von Mbappé im Bernabéu begonnen. Real Madrid hatte gerade die Liga und die Champions League gewonnen und sich den Superstar geholt, sodass die Zeitung Marca eine „nie dagewesene Dominanz“ ankündigte. Barcelona hingegen spielte damals in einem anderen Stadion — dem ungeliebten Olympiastadion Barcelona —, während das Camp Nou zur Baustelle geworden war.
Barça-Präsident Joan Laporta rang um milliardenschwere Kredite, um die Schuldenlast von über einer Milliarde Euro zu stemmen, und Dani Olmo konnte wegen der Gehaltsobergrenze nicht registriert werden. In der Startelf standen drei 17-Jährige, und einer von ihnen, Marc Bernal, riss sich sofort das Kreuzband. Am elften Spieltag jedoch schlug Barcelona Real im ersten Clásico der Saison mit 4:0: Allen wurde klar, dass die Katalanen wirklich stark sein würden — und die Blancos überhaupt nicht.
Am Sonntagabend (10. Mai), nach fast zwei Jahren, brauchte Barcelona nur 18 Minuten, um den Rivalen aus Madrid den Titel vor der Nase wegzuschnappen — ein Szenario, das es in dieser Form zuletzt 1932 gegeben hatte. Rashford traf per Freistoß in der 9. Minute und Ferran Torres in der 18. Minute.
Real ohne Mbappé, Chaos im Klub und eine titellose Saison
Real-Star Mbappé fehlte verletzungsbedingt — und stand ohnehin im Kreuzfeuer der Kritik: wegen eines Urlaubs auf Sardinien mit seiner Freundin, genau während die Mannschaft auseinanderbrach. Auch Valverde fiel aus: Der Uruguayer musste nach einer Prügelei mit Tchouaméni ins Krankenhaus — die zweite Auseinandersetzung nach jener zwischen Carreras und Rüdiger. Real Madrid beendet die Saison ohne Titel.
Überstrahlen Mbappé und Yamal Ronaldo und Messi? Die Superstars der WM 2026
Florentino Pérez denkt Medienberichten zufolge darüber nach, auf Mourinho zu setzen — der jedoch dementiert: „Ich habe nicht mit ihm gesprochen.“ Barcelona wird erneut La-Liga-Meister, peilt die 100-Punkte-Marke an und könnte das erste Team überhaupt in Spanien werden, das alle Heimspiele gewinnt (es steht bei 18 von 18).
Das Spiel wurde in 190 Ländern übertragen, und die über 600 akkreditierten Journalisten sahen ein Duell zwischen zwei Teams, die wohl aktuell nicht weiter entfernt voneinander sein könnten. Überschattet wurde das Spiel allerdings von einer tragischen Meldung: Der Vater von Barça-Trainer Hansi Flick starb am Sonntagmorgen, wenige Stunden vor dem Spiel.
Flick bleibt auf der Bank, Barcelona findet nach der Krise zurück
Flick informierte Klub und Spieler jedoch sofort, dass er wie geplant auf der Bank sitzen würde. Flick hat den Verein aus einer düsteren Zeit geholt und etwas aufgebaut. 2021 verlor der Klub Messi, seine Legende, zugleich Motor und Opfer eines wahnsinnigen Finanzmanagements. Ein Jahr zuvor waren die acht Gegentore gegen Bayern in der Champions League eine historische Demütigung gewesen.
Im Hintergrund stand eine Identitätskrise, die Guardiola vorausgesagt hatte: „Das wird nicht für immer so bleiben“ — seine Worte 2012, nachdem er in vier Jahren 14 von 18 möglichen Trophäen gewonnen hatte. „Früher oder später werden wir aufhören zu gewinnen. Dann müssen wir Vertrauen in unsere Spielart haben.“
Bei seiner Ankunft im Mai 2024 traf Flick auf mehrere verunsicherte Spieler, von Raphinha bis Lewandowski, und gab ihnen das Selbstvertrauen zurück. Zugleich spürt er die Energie der jungen Talente, die die Mannschaft übernehmen wollten, statt sich mit Debüts zu begnügen. Er nimmt Gavi, Yamal, Balde und Casadó an die Hand und wird mit einem unbeschwerten Spielstil belohnt.
Wenige Transfers, klare Regeln und der fünfte Titel für Flick
Manche nennen diesen Stil naiv, andere bewundern seine Unerschrockenheit. Vom Klub verlangte er wenig — nur 27 Millionen Euro wurden in den letzten zwei Transferperioden ausgegeben —, und er sprach mit den Spielern, überzeugt davon, dass niemand ihre körperlichen Bedürfnisse besser kennt als sie selbst. Selbst in schwierigen Phasen ließ er sich von den einflussreichen Medien der Stadt nicht beirren.
Flick gewann seine fünfte Trophäe. Nach dem Abpfiff jubelte er zusammen mit den Spielern auf dem Rasen. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Corriere della Sera)