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Mega-Transfer nach England?
70-Millionen-Angebot für Beier bring BVB in Transfer-Zwickmühle
Der FC Brentford aus England öffnet bei BVB-Stürmer Maximilian Beier offenbar die Transfer-Kasse. Für Dortmund steht eine schwierige Abwägung an.
Dortmund – Der BVB hat in den letzten Tagen des Transferfensters noch einmal kräftig investiert. Aaron Anselmino kam per Leihe von Chelsea, Carney Chukwuemeka für bis zu 25 Millionen Euro fest. Der Kauf von Fabio Silva von den Wolverhampton Wanderers steht für bis zu 26,5 Millionen Euro vor dem Abschluss.
Das sind höhere Ausgaben, als der Klub ursprünglich eingeplant hatte. Klar, dass in dieser Phase auch Gerüchte um prominente Abgänge auftauchen. Hartnäckig halten sie sich bei Maximilian Beier. Mehrere englische Klubs buhlen um den Stürmer, Bild berichtet jetzt vom konkreten Interesse des FC Brentford. Die Londoner sollen ein Angebot im Gesamtumfang von bis zu 70 Millionen Euro vorbereiten.
Könnte der BVB bei 70 Millionen Euro für Beier nein sagen?
Das wäre mehr als das Doppelte der Investition des BVB im August 2024. Beier wäre dabei Teil einer komplexen Transferkette, die bei Liverpool und Ex-BVB-Flop Alexander Isak beginnt und über Newcastle und Yoane Wissa zu Brentford führen soll – nachdem Bryan Mbeumo schon zu Manchester United wechselte.
Ein Verkauf von Beier nach nur einer Saison wäre für Dortmund grundsätzlich ein schwaches Signal. Der 22-Jährige ist ein deutscher Nationalspieler mit enormem Potenzial, der in seiner ersten BVB-Saison Zeit brauchte, um anzukommen. „Ich bin zu einem Verein gewechselt, der gerade Champions League-Finalist war und davor fast deutscher Meister“, erklärte Beier gegenüber den Ruhr Nachrichten.
„Dann war ich der neue Spieler und die Dinge liefen nicht ideal für mich. Man fängt an, sich darüber Sorgen zu machen. Aber ich habe mir Zeit gelassen und bin angekommen“, so Beier. Entscheidend war der Trainerwechsel zu Niko Kovač. „Als er das Team fragte, auf welchen Positionen sie spielen wollten, schrieb ich nur ‚Stürmer‘ auf das Papier. Kovač vertraute mir und ich spielte endlich auf der richtigen Position“, berichtete Beier.
Unter Kovač sammelte Beier in 13 Partien vier Tore und vier Assists – eine starke Bilanz, die noch besser ausgesehen hätte, wenn sich der Jungstar nicht im Saisonendspurt verletzt hätte. Allerdings ist Beier auch unter Kovač nicht unumwunden gesetzt. Im DFB-Pokal gegen RW Essen begann er in der Startelf, beim Bundesliga-Auftakt gegen St. Pauli saß er 90 Minuten draußen.
So kann sich der Offensivspieler auch nicht für die WM 2026 empfehlen, die sein großer Traum ist. Die Konkurrenz im Sturm ist groß, und konstante Spielzeit wäre für seine Entwicklung entscheidend. Die könnte in Brentford gegeben sein, wenn der Klub ernsthaft ein derartiges Transferpaket schnüren will.
Beier-Millionen würden den BVB breiter aufstellen
Das Dilemma für den BVB liegt auf der Hand: Es gibt nur noch wenige „High Potentials“ im Kader, die hohe Ablösen einspielen können. Sollte tatsächlich ein Angebot im Bereich von 70 Millionen Euro für Beier eingehen, würde es dem BVB sehr schwerfallen, dazu nein zu sagen. Diese Summe würde nicht nur bisherige Transfers gegenfinanzieren.
Sondern auch Möglichkeiten eröffnen, kurzfristig oder im Winter weitere Baustellen anzugehen. Durch Silva wäre der Verlust im Sturm gewissermaßen aufgefangen, auch wenn es sich um einen anderen Spielertyp handelt. Käme mit den Beier-Millionen noch ein weiterer Kreativspieler oder ein defensiver Mittelfeldspieler, würde das den BVB breiter aufstellen.
Aus rein sportlicher Sicht wäre ein Verkauf verfrüht. Beier hat unter Kovač gezeigt, was in ihm steckt, wenn er Vertrauen und die richtige Position bekommt. Seine Leistungsdaten aus der Rückrunde sprechen eine klare Sprache. Doch die Realität des modernen Fußballs ist eine andere: Wenn Engländer anklopfen und mit den Scheckbüchern wedeln, kommt jeder Klub ins Grübeln.
Die entscheidende Frage ist, ob Beier den Schritt ins Ausland zu einem Klub wagen will, der wohl eher gegen den Abstieg als um Europa spielt. Brentford bietet nicht die internationale Bühne, auf der der Nationalspieler sich für Bundestrainer Julian Nagelsmann empfehlen kann. Für den 22-Jährigen wäre der Wechsel eher ein Rückschritt.