„Ein fast perfektes Auswärtsspiel“
Verkehrte Welt beim 3:0-Sieg: Eine „traurige“ Statistik lässt die Starbulls trotzdem jubeln
Erst fast der Sündenbock, dann der Matchwinner: Ein Starbulls-Profi erlebte beim Erfolg in Crimmitschau eine Achterbahnfahrt. Doch trotz des 3:0-Sieges zeigt eine Statistik, dass sich die Rosenheimer Stürmer langsam Gedanken machen müssen.
Crimmitschau – In der Fremde kann man den Starbulls Rosenheim (fast) nichts vormachen. Das DEL2-Punktspiel bei den Eispiraten Crimmitschau gewannen die Eishockeyspieler von der Mangfall mit 3:0 und schrieben nach zwei Niederlagen hintereinander wieder an. Mit sechs Siegen in neun Auswärtsspielen ist man die zweitbeste Gastmannschaft der Liga.
Eishockey DEL2: „Traurige“ Statistik lässt die Starbulls jubeln
Der Spielfilm: Gegen ersatzgeschwächte Hausherren hatten die Starbulls gleich den besseren Start und mehr vom Spiel. Die erste dicke Gelegenheit besaß aber Crimmitschau und Oskar Autio musste parieren. Das erste Tor fiel dann durch einen Schuss von Joel Keussen von der blauen Linie, Lewis Zerter-Gossage hatte vor dem Tor dem Eispiraten-Goalie Kevin Reich die Sicht genommen. Kurz vor der Drittelpause rettete der Rosenheimer Torwart dann noch einmal gegen Wruck.
Der zweite Abschnitt gehörte ganz klar den Gästen, 21:2 Torschüsse sprechen Bände. Getroffen hat dann erneut Keussen von der blauen Linie. Wieder war Reich die Sicht verdeckt, diesmal aber von einem eigenen Abwehrspieler. Danach verpassten die Rosenheimer mehrfach den dritten Treffer und hatten Glück, dass Dominik Walsh kurz vor der Sirene nur den Pfosten traf.
Im letzten Drittel sorgte der im Sommer aus Crimmitschau gekommene Scott Feser mit dem 3:0 für die Entscheidung, er traf nach tollem Zuspiel von Charlie Sarault. Crimmitschau hielt sich wacker und probierte noch einmal alles, aber Autio kämpfte um den Shutout und war letztlich nicht zu bezwingen.
Joel Keussen patzt und trifft
Die Schlüsselszene: In der achten Spielminute schenkte Joel Keussen die Scheibe im Powerplay als letzter Mann her und Dylan Wruck lief alleine aufs Starbulls-Tor zu – am Ende erfolglos, weil Oskar Autio das Break entschärfte. Kurz danach gingen die Starbulls dann in Führung.
Der Spieler des Spiels: Joel Keussen. Der Verteidiger hätte nicht nur beinahe die Crimmitschauer Führung eingeleitet, sondern sorgte dann auf der anderen Seite dafür, dass die Rosenheimer drei Punkte aus Westsachsen mitgenommen haben. Mit zwei Treffern war er der Matchwinner für die Starbulls. Mittlerweile hat Keussen schon fünf Tore auf seinem Konto!
Rosenheims Verteidiger: So gefährlich wie noch nie
Zum Lachen: Die Rosenheimer Verteidiger sind so torgefährlich wie noch nie seit der Rückkehr in die DEL2. Nicht nur Keussen, sondern auch Maximilian Adam, Shane Hanna oder Max Vollmayer beteiligen sich an den Offensivaktionen, Dominik Kolb und Dominik Tiffels lieferten diesmal Vorlagen.
Zum Weinen: Dass die Verteidiger für die Rosenheimer Torproduktion immens wichtig sind, ist allerdings auch eine traurige Angelegenheit. Fast die Hälfte der Starbulls-Defender hat mittlerweile alleine mehr Treffer erzielt als die beiden Rosenheimer Kontingentstürmer zusammen. Immerhin beendete der erfolgreiche Abschluss von Scott Feser eine Negativbilanz von acht Spielabschnitten ohne Starbulls-Stürmertor.
Christopher Kolarz fehlte verletzt
Das war los mit: Christopher Kolarz hätte wohl in Crimmitschau das Rosenheimer Tor hüten sollen, doch bei ihm ging nichts: Er hatte schon am Freitag gefehlt, nachdem er im Abschlusstraining einen Schuss auf die Maske bekommen und sich eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. So leistete Oskar Autio auch diesmal eine Doppelschicht ab. Förderlizenz-Stürmer Sebastian Zwickl fehlte diesmal, Verteidiger Dylan Plouffe stand ebenfalls nicht im Kader – für ihn spielte erneut Dominik Kolb, der auch gleich seinen ersten Scorerpunkt der Spielzeit sammelte.
Das sagen die Trainer: Jussi Tuores, Eispiraten Crimmitschau: „Glückwunsch an Rosenheim, das über die gesamte Spielzeit das bessere Team war und verdient gewonnen hat. Wir hatten diesmal nicht mehr im Tank. Torwart Kevin Reich hat uns lange im Spiel gehalten, wir waren aber zu müde.“
Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Vielen Dank an die Fans, die bei dieser Kälte im Stadion waren und uns angefeuert haben. Wir haben verdient die drei Punkte geholt. Wenn man die beiden Alleingänge mal abzieht, dann war es ein fast perfektes Auswärtsspiel. Bester Mann war Oskar, ohne den es mit Sicherheit enger geworden wäre. Crimmitschau konnte sich 40 Minuten lang nicht entfalten, wir haben die Scheibe gut kontrolliert und Chancen kreiert. Der Verkehr vor dem Tor war bei den Toren von Keussen hervorragend. Wir haben dann gut verteidigt, aufs Momentum gewartet und das dritte Tor gemacht.“
Die Spielstatistik: Eispiraten Crimmitschau – Starbulls Rosenheim 0:3 (0:1, 0:1, 0:1). Starbulls: Autio (Röckl) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; Kolb, Keussen – Laub, Calce, Taupert; Dietz, Stretch, Zerter-Gossage; Feser, Sarault, Järveläinen; Bosecker, Achatz, Musin.
Tore: 0:1 (30.) Keussen/Hanna, Stretch, 0:2 (24.) Keussen/Kolb, Feser, 0:3 (44.) Feser/Sarault, Tiffels.
Schiedsrichter: Hunnius, Kannengießer; Strafminuten: Crimmitschau 4, Rosenheim 4; Zuschauer: 2296.
Das nächste Spiel: Da müssen die Starbulls wieder auswärts ran: Am Freitag ((28. November) um 19.30 Uhr spielen die Rosenheimer beim ESV Kaufbeuren.