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Der SV Kirchanschöring hat den Aufstieg in die Regionalliga Bayern verpasst. Trotz einer starken Leistung unterlag man dem TSV Schwaben Augsburg am Ende mit 1:2. Damit halten die Schwabenritter die Klasse, Kirchanschöring tritt auch in der nächsten Saison in der Bayernliga Süd an.
Von Rudi Mayer
Augsburg - 19.52 Uhr am Freitagabend im Rosenaustadion zu Augsburg – Schlusspfiff! Schiedsrichter Peter Dotzel beendete das letzte und finale Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Regionalliga Bayern zwischen dem gastgebenden TSV Schwaben Augsburg und dem SV Kirchanschöring!
Fast 1200 Zuschauer in der ehemaligen Kampfarena des FC Augsburg schrien sich die Stimmbänder aus dem Hals, was sehr an einen Überflug eines tieffliegenden Düsenjet erinnerte. Jedem einzelnen Augsburger Fan stand die pure Erleichterung über den Verbleib für ein weiteres Jahr in der Regionalliga Bayern ins Gesicht geschrieben. Denn der SV Kirchanschöring hatte wieder einmal den Halbprofis in Lila alles abverlangt, was man einer gegnerischen Mannschaft überhaupt abverlangen kann! Die „Gelb-Schwarzen“, sie hielten Wort! Mit einer unglaublich geschlossenen Mannschaftsleistung, an der nicht ein einziger Schwachpunkt im Team zu erkennen war, bot man dem Klassenhöheren auf einer Spielebene Paroli, die das Herz jedes der zahlreich angereisten Kirchanschöringer Fans höher schlagen ließ! Dementsprechend gewaltig war die Stimmung in der Rosenau-Arena, in der sich beide Trommel-Gruppen der Fangemeinden einen offenen Schlagabtausch lieferten. Also wieder einmal allerbeste Voraussetzungen für eine „Schlacht“ um die höchste deutsche Amateurliga!
SV Kirchanschöring: Relegations-Niederlage in Augsburg
Und sie begann äußerst furios bereits in der zweiten Spielminute, als Dominik Auerhammer in „Gerd-Müller-Manier“ mit dem Führungstreffer zum 1:0 die „Gelb-Schwarze-Kampfgruppe“ in Front brachte. Mancher Fan aus dem Rupertiwinkel hatte gerade noch die abgebissene Bratwurst im Mund, als das berühmte Feuer im Hexenkessel explosionsartig entzündet wurde. Meine Güte, was für ein Beginn – die Jungs um Erfolgstrainer Thomas Leberfinger hielten Wort und setzten den Regionalligisten gehörig unter Druck!
Hoffnungsvolle, aber teilweise auch ängstliche Blicke auf der Trainerbank und der Fangemeinde – würde man diesmal einen Vorsprung, der sich bekanntlich als wirksame psychologische und moralisch gesehen aufbauende Unterstützung, zumindest bis in die Halbzeitpause übernehmen können, quasi im krassen Gegensatz zum Heimspiel am vergangenen Dienstag, als man noch in der 45. Spielminute einen demoralisierenden Treffer zum 1:2 mit in die Kabinen nehmen musste? NEIN – wir können es vorwegnehmen, wieder einmal waren es die „verfluchten“ Dreißiger-Minuten und wieder war es der „Teufelskerl“ Maximilian Heiß, der wie schon am Dienstag zuvor in der 35. Spielminute den glücklichen Ausgleichstreffer zum 1:1 nach einer unaufmerksamen Abwehrsituation im Zuordnungsbereich für seine „Schwabenritter“ erzielen konnte!
Kirchanschöring rennt an - Augsburg kontert eiskalt
Monopoly in Augsburg! Gehen sie drei Felder zurück ins Gefängnis! So und nicht anders sah von nun an die Situation für den SV Kirchanschörung aus, war doch allen bewusst, dass zum Aufstieg zwei Tore Unterschied notwendig waren – doch nun schon wieder das verhängnisvolle „Egalite`“. Konnte sich die Mannschaft noch einmal fangen, noch einmal motivieren, um das in weite Ferne gerückte Ziel Aufstieg doch noch zu erreichen? Es entbrannte nun ein Feuer der Kampfbereitschaft und der Hingabe für den Verein, wie wir es bis dahin selten zu sehen bekamen. Was da der SV Kirchanschöring für eine Fackel abbrannte, war wirklich aller Ehren wert!
In den Schlussminuten erinnerte das Fußballspiel eher an ein Eishockey-Match, in dem vor allem in den letzten 15 Minuten die „Gelb-Schwarzen“ ein „Powerplay“ aufzogen und teilweise, bis auf Torhüter Egon Weber, mit zehn Spielern in der gegnerischen Hälfte agierten. Thomas Leberfinger setzte in dieser Phase des Spiels alles auf eine Karte, denn mit zunehmender Spieldauer lief ihm langsam aber sicher die Zeit davon. Letztendlich kam in der Nachspielzeit die 95. Spielminute, als verständlicherweise für das letzte Aufbäumen der Kirchanschöringer im Angriffsmodus logischerweise sich für den Gegner freie Räume bildeten und in Folge eine unbedeutende Ergebniskorrektur mit dem 2:1-Siegtreffer für den TSV Schwaben Augsburg durch Mark Radoki vorgenommen wurde.
Trotz früher Führung: Kirchanschöring verpasst Aufstieg in die Regionalliga
AUS – AUS – AUS ! Wir küren nicht wie 1954 unseren Weltmeister, aber wir verneigen uns in jeder Beziehung vor dieser Klasseleistung einer Mannschaft, die unserer Meinung nach an diesem Freitag eindeutig den Titel: „Team des Herzens“ tragen darf, denn auch der faire und anerkennende Beifall aus den Reihen der Augsburger Fans spricht eine ganz eigene Sprache!
Endstand 2:1, TSV Schwaben Augsburg bleibt in der Regionalliga, der SV Kirchanschöring kann mit sehr hohem Haupt in den Rupertiwinkel zurückkehren und wird uns in der kommenden Saison unter der neuen Regie Christoph Dinkelbach/Manuel Omenaloswky weiterhin in der Bayernliga Süd erfreuen – dessen sind wir uns ganz sicher! Und wer weiß – vielleicht diesmal als Direktaufsteiger? Das Potenzial jedenfalls hat dieser Verein!!! Danke SV Kirchanschöring!
Die Stimmen zum Spiel:
Was ist ihr Fazit zum Spiel?
Sven Vetter (Sportlicher Leiter SV Kirchanschöring): „Erst einmal meinen herzlichen Glückwunsch an den TSV Schwaben Augsburg für das Erreichen des Klassenerhalts! Und Glückwunsch an unsere Mannschaft, was die heute hier abgeliefert hat, das war sensationell! Ich bin megastolz auf die Jungs, was die hier in Augsburg in einem Auswärtsspiel abgerissen haben, da findet man eigentlich gar keine Worte dafür – das ist der SV Kirchanschöring.“
Simon Wadislohner (Abteilungsleiter SV Kirchanschöring): „Ich bin gerade noch ein wenig sprachlos über das, was nach so einer harten Saison heute noch möglich war. Es war für uns ein absolut historischer Tag, der in die Geschichte des SVK eingehen wird. Man sieht es ja auch an den ganzen mitgereisten Fans, was da im gesamten Umfeld unseres Vereins passiert. Mei, wir haben es heuer nicht geschafft, aber wir alle können wahnsinnig stolz auf unsere Mannschaft sein, was die hier abgezogen hat. Und wenn man einmal bedenkt, wie wir die in der Schlussviertelstunde hinten rein gedrückt haben, das lässt hoffen auf die kommende Saison.“
Egon Weber (Torhüter SV Kirchanschöring): „Glückwunsch an Schwaben Augsburg! Was unsere Mannschaft hier und heute abgerissen hat, trotz großem Verletztenstand, das ist einfach nur bärig und phänomenal. Da sind heute Spieler reingerutscht, die über die gesamte Saison eher weniger zum Einsatz gekommen sind, aber wie die sich förmlich für das Team den Arsch aufgerissen haben, da kann man eigentlich nur stolz sein. Ich bin zwar die nächste Saison nicht mehr da, bekanntlich wechsle ich ja zum SV Erlbach, aber Kirchanschöring hat auch für die Zukunft eine Supertruppe zusammen, denen man nur das Beste für die Zukunft wünschen kann.“
Thomas Leberfinger (Cheftrainer SV Kirchanschöring): „Es hat nicht sollen sein! Ich dachte eher, dass wir heute womöglich die Mütze vollgehauen bekommen, aber was die Jungs da abgeliefert haben, das ist der pure Wahnsinn! Es ist müßig, darüber zu diskutieren, ob wir mit unseren verletzten Spielern wie Jonas Kronbichler, David Lobendank oder Christoph Dinkelbach dem heutigen Spiel ein anderes Ergebnis erzielt hätten. Tatsache ist: Wir haben alles Mögliche versucht, alles hineingeworfen, was nur machbar war, aber es hat nicht gereicht. Ich bin wahnsinnig stolz auf diese Mannschaft.“
Luca Obirei (stv. Mannschaftskapitän SV Kirchanschöring): „Ich denke, wir alle wie wir hier sind, inkl. unserer Fans, die uns ganz langsam wieder ein Lächeln auf unsere traurigen Gesichter zaubern, können mächtig stolz auf das sein, was wir in den beiden zurückliegenden Relegationsspielen auf den Rasen gebracht haben. Natürlich ist es im ersten Moment schmerzhaft, wenn man sieht, dass man sich das ganze Jahr umsonst abgerackert hat, aber ich denke, so wie sich heute der SV Kirchanschöring präsentiert hat, da können wir alle so stolz und erhobenen Hauptes nach Hause fahren“.
Jonas Kronbichler, (verletzter Goalgetter SV Kirchanschöring): „Es tut weh, wenn man hier draußen steht und seinen Mannschaftskameraden nicht helfen kann wegen meines Kreuzbandrisses! Da stehst du auf zwei Krücken und bist machtlos. Ja, der Heilungsprozess wird noch einige Monate bis zum März 2027 andauern, und solange werde ich auch meiner Mannschaft nicht zur Verfügung stehen können. Das ist seelisch sehr schmerzhaft, aber da muss ich jetzt durch.“ (rm)
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