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Über 1200 Zuschauer in Ostermünchen

Aufstieg trotz „Hifinger-Fluch“: Ramerberg/Rott erlebt Relegations-Drama gegen Höhenrain

SG Ramerberg/Rott gegen SC Höhenrain
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Emotionen pur in der Relegation: Enttäuschung bei den Höhenrainern, großer Jubel bei der SG Ramerberg/Rott.

Vor mehr als 1200 Zuschauern in Ostermünchen hat sich die SG Ramerberg/Rott mit einem 2:0-Erfolg gegen den SC Höhenrain den Aufstieg in die Kreisklasse gesichert. Doch trotz Jubel und großer Erleichterung wurde der Abend von einer besonderen Geschichte geprägt, die sich rund um die Hifinger-Brüder entwickelte und dem Relegationsspiel eine zusätzliche dramatische Note verlieh.

Ostermünchen – Erst der bittere letzte Spieltag, dann der große Jubel in der Relegation: Die SG Ramerberg/Rott hat den Aufstieg in die Kreisklasse doch noch perfekt gemacht. Nach dem knapp verpassten direkten Sprung nach oben gewann die Mannschaft ihr Relegationsduell gegen den SC Höhenrain mit 2:0 – und durfte danach endlich feiern. Die Grundlage für den Sieg vor einer Traumkulisse von über 1200 Zuschauern legte Ramerberg/Rott bereits in der ersten Halbzeit. Die SG war von Beginn an griffiger, gewann viele Zweikämpfe und ließ Höhenrain kaum zur Entfaltung kommen. Bereits in der 10. Minute fiel das 1:0: Lorenz Hifinger traf nach einer einstudierten Eckballvariante zur frühen Führung.

Höhenrain fand in der ersten Halbzeit kaum Mittel, um gefährlich vor das Tor zu kommen. Die SG dagegen nutzte ihre Phasen konsequent. In der 32. Minute erhöhte Jonas Braunersreuther auf 2:0. Mit diesem Vorsprung ging es in die Pause – und Ramerberg/Rott hatte zu diesem Zeitpunkt vieles im Griff. Nach dem Seitenwechsel wurde es noch einmal brenzlig: Lorenz Hifinger sah Gelb-Rot. Ausgerechnet der Torschütze, ausgerechnet einer der Brüder, ausgerechnet in diesem Relegations-Kracher. „Da ist draußen die Puste gegangen“, sagte Hifinger über die Schlussphase. Doch die SG konnte sich auf ihre Defensive verlassen. „Unser Keeper, die drei hinten — überragend“, lobte der Ramerberger.

Ramerberg/Rott: „Hifinger-Fluch“ bringt Relegations-Drama gegen Höhenrain

Die Geschichte dieses Spiels schrieb vor allem eine Familie mit: Die Hifinger‑Brüder. Lorenz Hifinger erzielte früh das wichtige 1:0, sah später rot und musste in der entscheidenden Schlussphase von draußen zusehen. Ein Szenario, das bei den Brüdern fast schon nach einem kleinen Fluch klang, da Simon, Kapitän und großer Bruder von Lorenz, im Spiel gegen den SV Forsting-Pfaffing vor einigen Wochen selbst gelb-rot sah. Diesmal aber hielt die SG dem Druck stand – und machte aus dem vermeintlichen Hifinger-Fluch ein Aufstiegs-Märchen. „Wir haben es gestern genauso gemacht“, sagte Hifinger nach dem Spiel.

Gemeinsam mit seinem Bruder Simon sei die Variante zum 1:0 im Training noch einmal durchgespielt worden. Für den 22-Jährigen, eigentlich Sechser oder Achter und aktuell wegen verletzter Stürmer weiter vorne im Einsatz, war der Treffer ein besonderer Moment. „Ein unglaubliches Gefühl“, sagte Hifinger. „Mit der Kulisse - ich glaube, da war eigentlich nur Ramerberg da.“ SG-Trainer Christian Wittmann sprach nach dem Schlusspfiff von „brutalen“ Emotionen. Für ihn stand vor allem die Mannschaft im Mittelpunkt. „Die Jungs haben es sich verdient“, sagte der Coach.

Aufstieg nach Umweg: Ramerberg/Rott schlägt Höhenrain und darf feiern

SG Ramerberg/Rott gegen SC Höhenrain
SG Ramerberg/Rott gegen SC Höhenrain © rup
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Nach vielen Rückschlägen, Verletzungen und dem knapp verpassten direkten Aufstieg sei dieser Moment besonders wertvoll gewesen. „Ich wäre todtraurig gewesen, wenn die Jungs heute nicht aufgestiegen wären. Da geht es gar nicht um mich, da geht es um die Jungs.“ Auch Simon Hifinger sprach nach dem Spiel von einem echten Kraftakt. „Erschöpft, aber heilfroh, dass wir es über die Zeit gebracht haben“, sagte der 26-Jährige. In Unterzahl sei es schwierig geworden, doch die Mannschaft habe alles reingeworfen. „Das war dann vielleicht nicht mehr der schönste Fußball. Aber zu zehnt heißt es nur noch fighten und kämpfen bis zum Schluss.“

Aufstieg in die Kreisklasse – für Ramerbergs Brüder Duo Hifinger „ein Traum“

Höhenrains Trainer Tom Schwaiger haderte derweil mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Wir haben heute nicht annähernd die Leistung auf den Platz gebracht, wie wir über weite Strecken der Saison gespielt haben“, sagte er. Ramerberg/Rott habe sich gut auf die Einzelkönner des SC eingestellt. In der zweiten Halbzeit habe Höhenrain zwar versucht, mehr Präsenz nach vorne zu bringen, doch der Anschlusstreffer wollte nicht fallen. Während Höhenrain drückte, brachte die SG das 2:0 über die Zeit. Als der Schlusspfiff ertönte, gab es kein Halten mehr. Wittmann rannte als einer der Ersten auf den Platz, die Spieler lagen sich in den Armen. Nach einer Saison voller Nackenschläge war das Ziel doch noch erreicht.

Besonders für Lorenz und Simon Hifinger war der Aufstieg ein emotionaler Moment. Schon als Kinder hätten sie gemeinsam gekickt, nun gelinge ihnen zusammen der Sprung in die Kreisklasse. „Es ist einfach wirklich ein Traum“, sagte Lorenz Hifinger. Für Höhenrain endet die Spielzeit dagegen bitter. Schwaiger blickte dennoch nach vorne: „Wir werden wieder angreifen, definitiv.“ Für Ramerberg/Rott wartet nun die Kreisklasse. Dort will die SG erst einmal ankommen — mit dem Teamgeist aus diesem Relegationsspiel dürfte sie dafür ein starkes Fundament haben. Gefeiert wird jetzt ohnehin erst einmal ausgiebig. Oder wie Lorenz Hifinger sagte: „Die Party geht bis Sonntag.“ (sb)

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