Schockvorfall bei Jugend-Fußballspiel in Oberbayern
Morddrohung gegen Schiedsrichter (12): „Am Montag nach der Schule bist du tot...“
Zu einem unfassbaren Skandal kam es bereits am vergangenen Wochenende bei einem D-Junioren-Fußballspiel in Altenerding. Dort wurde ein Nachwuchs-Schiedsrichter (12) von einem etwa gleichaltrigen Spieler und einem Trainer massiv angefeindet und bedroht.
Erding/Altenerding – Das Ganze passierte am Samstagabend (25. Oktober) im Fußballkreis Donau/Isar (U13, Erding, Gruppe 1) bei der Partie zwischen der SpVgg Altenerding III und der SG FC Fraunberg. Die Schiedsrichtergruppe Erding machte die erschütternden Ereignisse im Nachgang selbst öffentlich – unter anderem mit einem Post auf Facebook: „Was als normales Punktspiel begann, endete mit massiven verbalen Angriffen und Drohungen gegen den erst zwölfjährigen Schiedsrichter. Bereits während der zweiten Halbzeit wurde die Partie zunehmend hitziger – nicht nur zwischen den Spielern, sondern auch an der Seitenlinie. Vor allem der Gästetrainer beeinflusste den jungen Schiedsrichter fortlaufend durch lautstarke Kommentare und Kritik an dessen Entscheidungen – bei Einwürfen, Freistößen oder Foulspielen.“
Das machte die Aufgabe für den jungen Referee, der erst das fünfte Spiel seiner Karriere leitete, immer schwieriger – ehe es nach dem Schlusspfiff vollkommen eskalierte. Dort stürmte der Trainer der Gastmannschaft auf den Buben zu, beschimpfte ihn lautstark und warf ihm vor, das Spiel „verpfiffen“ zu haben. „Nur durch das rasche Eingreifen seiner Mutter, eines Verantwortlichen der SpVgg Altenerding sowie eines neutralen Zuschauers, selbst Trainer beim SV Berglern, konnte Schlimmeres verhindert werden. Der Trainer zeigte dabei keinerlei Einsicht oder Reue“, schilderte die Schiedsrichtergruppe weiter.
„Am Montag nach der Schule bist du tot...“
Der junge Schiedsrichter war mit der Situation natürlich vollkommen überfordert und verließ unter Tränen das Spielfeld. Dann kam es sogar noch schlimmer, weil auch ein Spieler der SG FC Fraunberg völlig ausrastete. Wie mehrere (Augen-/Ohren-)Zeugen übereinstimmend im Nachgang schilderten, soll der etwa gleichaltrige Junge mit dem Finger auf den Referee gezeigt und dabei deutlich hörbar gerufen haben: „Ich gehe mit dir auf dieselbe Schule. Am Montag brauchst du dich gar nicht zu verstecken – nach der Schule bist du tot!“
Nach Bekanntwerden der Vorfälle reagierte die Schiedsrichtergruppe umgehend. Die Verantwortlichen nahmen sofort Kontakt zu dem Nachwuchsreferee auf, sammelten Zeugenberichte und informierten alle relevanten Stellen, darunter auch das zuständige Jugendsportgericht. „Wir stehen zu 100 Prozent hinter unseren jungen Schiedsrichtern und werden alle Hebel in Bewegung setzen, damit solche Vorfälle Konsequenzen haben“, hieß es dazu aus der Gruppenleitung. Der eigentliche Ausgang des Spiels (3:1 für Altenerding) war an diesem unschönen Abend letztlich nur eine kaum wahrgenommene Randnotiz. Immerhin: Der Trainer und der Spieler sollen sich inzwischen bei dem Zwölfjährigen persönlich entschuldigt haben. (mw)