Freud und Leid ganz eng zusammen
ESV-Déjà-vu: Wieder 2:2 in letzter Sekunde für Freilassing – trotz Portenkirchner-Doppelpack
Freud und Leid ganz eng zusammen, beim ESV Freilassing, im letzten Landesliga-Heimspiel dieses Jahres gegen den FC Schwabing 56. Sahen die „Eisenbahner“-Fußballer in Minute 94 wie der sichere Sieger aus, entglitt ihnen der Dreier am Ende noch. Dabei erlebten die Gastgeber ein echtes Déjà-vu, da sie schon im Hinspiel am 1. August in München bis in die Nachspielzeit führten, aber auch dort, in der gleichen Minute, den 2:2-Ausgleich hinnehmen mussten.
Freilassing – Das Heimfinale 2025 nahm der ESV bei Sonnenschein und noch angenehmen Temperaturen engagiert in Angriff. Kapitän Simon Schlosser & Co. waren deutlich bemüht, die Kugel in den eigenen Reihen zu halten. Bei Ballverlust blitzte jedoch sofort die Kontergefährlichkeit der Gäste von der Isar auf, höchste Vorsicht war dabei geboten. Vorn durchzukommen gestaltete sich von Anfang an schwierig, gefühlt hatten die Schwabinger in ihrer Abwehr zwei Mann mehr auf dem Feld. In der 11. Minute behauptete sich Dominik Krein dennoch am Mittelkreis, über Maik Gunawardhana kam das Leder zu Timo Portenkirchner. Der ESV-Top-Torschütze fand keine Anspielstation und zog deshalb aus 25 Metern einfach mal unvermittelt ab. Und der nicht unbedingt wuchtige, jedoch hauchzart neben den rechten Pfosten platzierte Schuss wurde für den Ex-Kirchanschöringer im Schwabinger Kasten, Julian Disterer, trotz seiner knapp zwei Meter Körpergröße zur unerreichbaren Angelegenheit – 1:0.
Die frühe Führung verlieh den Heimischen mehr Sicherheit, vor dem eigenen Tor ließen sie im Grunde nichts zu. ESV-Keeper Matej Markovic, der die undankbare Aufgabe hatte, exakt in die tiefstehende Sonne schauen zu müssen, pflückte etliche FC-Flankenbälle trotzdem sicher runter. Nachdem Freilassing dann zweimal vergeblich Strafstoß forderte – Dominik Krein und Timo Portenkirchner waren hart angegangen worden – fiel der Elferpfiff auf der anderen Seite: Marius Koller holte Gegenspieler Giacinto Sibilia, nachdem dieser bereits an Markovic gescheitert war, etwas zu ungestüm von den Beinen. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte souverän – 1:1 (34.). Die Pausenführung für den ESV lag schließlich mit dem besten Angriff der Partie noch in der Luft: Portenkirchner, der in dieser Partie reichlich einstecken musste, legte ab auf Markus Prechtl, der sich rechts durchsetzte und flach zur Mitte gab. Dort klärten die Münchner vor die Füße von Daniel Aschauer, der aus 16 Metern sofort brachial abzog und den Ball an die Latte drosch (45.).
Freilassing: ESV nur 2:2-Remis in der Landesliga gegen FC Schwabing 56
Der zweite Durchgang sparte sich die absoluten Top-Szenen bis zum Ende auf. Zuvor sorgten zwei Portenkirchner-Ecken für Aufregung: Einmal hätte Aschauer freistehend aus fünf Metern zumindest das Tor treffen müssen, sein Schuss rauschte weit drüber (59.). Zehn Minuten drauf die gleiche Situation: Diesmal will Gunawardhana am ersten Pfosten abstauben, haarscharf vorbei (68.). Schwabing blieb ungefährlich, bis auf eine Szene: Als Flint Kapusta plötzlich völlig frei vor Markovic auftauchte, rettete dieser stark. Den ebenfalls harten Nachschuss von Maurice Koller klärte Felix Bischoff auf der Linie (70.).
Die von Referee Julian Henning angezeigte Drei-Minuten-Nachspielzeit war gerade 120 Sekunden alt, als ESV-Goalie Markovic weit abschlug. Timo Portenkirchner schnappte sich die Kugel am Mittelkreis und spurtete los. Mit etlichen Haken um seine hartnäckigen FC-Verteidiger Noah Schad und Kapitän Konstantin Steinmaßl verschaffte er sich schließlich irgendwann den nötigen Raum, um aus zwölf Metern abzuziehen. Die Kugel schlug im kurzen Eck ein – 2:1 (90.+3), Portenkirchners 18. Saisontreffer. Der ausgelassene Jubel dauerte lange, Schiri Henning ließ weiter nachspielen. Im mittlerweile zum Kühlschrank avancierten Max-Aicher-Stadion wuchtete Yannick Schad eine letzte 30 Meter-Freistoßflanke in die Box. Die komplett versammelte ESV-Crew vermochte es im finalen Kuddelmuddel nicht, die Kugel zu klären, Noah Schad fiel diese vor die Füße, Drehschuss – 2:2 (90.+4), Schlusspfiff.
Freilassing erlebt im letzten Landesliga-Heimspiel des Kalenderjahres 2025 ein Déjà-vu




Das dritte Remis dieser Saison für die Elf von Coach Albert Deiter, immerhin gegen einen weiterhin neun Punkte besser postierten Gegner. Ob nun noch die letzte Partie des Jahres in Kirchheim am kommenden Samstag ab 14 Uhr in Kirchheim stattfinden kann, bleibt wettertechnisch freilich abzuwarten. (bit)