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TSV Fridolfing und TSV Bad Endorf liefern sich ein erbittertes Kellerduell in der Fußball-Kreisliga 2 – doch ein entscheidender „Genickbruch“ in der zweiten Halbzeit prägt die Partie nachhaltig.
von Rudi Mayer
Fridolfing – Am Samstagnachmittag (8. November) stand im Sportpark zu Fridolfing der 13. Spieltag der Kreisliga 2 an, mit der Begegnung TSV Fridolfing gegen den TSV Bad Endorf. Beide Mannschaften, man glaubt es kaum, vergossen ihren Schweiß noch in der letzten Saison in den Arenen der Bezirksliga, danach zusammen, mehr oder weniger spektakulär, abgestiegen und heuer nun neu formiert gemeinsam in der rauen Wirklichkeit der Kreisliga 2 angekommen! Die Ankunft in der neuen Liga war hart, sehr hart, denn der TSV Fridolfing wurde brutalst durchgereicht auf den letzten Tabellenplatz, während der TSV Bad Endorf auf den Abstiegs-Relegationsplätzen sein zwischenzeitliches Zuhause gefunden hat.
Schlimmer geht nimmer, oder doch? Viele der angereisten 120 Zuschauer stellten sich natürlich die Frage: Wer kann sich heute bei einer direkten Konfrontation mit einem „Dreier“ endlich einmal aus dem Tabellenkeller lösen? Der ganz in blau gekleidete TSV Bad Endorf gab schon nach nur neun Spielminuten einen ersten Hinweis darauf, wer heute in den Genuss von drei Punkten kommen könnte, als Moritz Knauer einen von Schiedsrichter Damian Gruber berechtigt zuerkannten Foulelfmeter gegen Fridolfings „Goalie“ Anthony Morrison zur 1:0 Führung verwandeln konnte.
Fridolfing mit Genickbruch im Kreisliga-Kellerduell gegen Bad Endorf
Erste Lächelversuche von Endorfs Coach Nenad Grizelj waren stilbegleitend für das starke Auftreten seines Teams, das in Kampf und Leidenschaft keine Wünsche offen ließ. Das dachte sich wohl auch sein Gegenüber Seppi Weiss, der erst zu Saisonbeginn vom TuS Prien kommend zu den Rupertiwinklern gewechselt war, als nur gerade einmal sechs Minuten später, für die ganz in Weiß spielende Heimmannschaft Max Menghin in der 15. Spielminute überraschend der Ausgleichstreffer zum 1:1 gelang. Halbzeitstand 1:1!
Mann des Tages war Endorfs Christian Heinl, der schon acht Minuten nach Wiederanpfiff in der 53. Spielminute den erneuten Führungstreffer für die Kurstädter zum 2:1 erzielen konnte und damit gleichzeitig ein Fiasko bei der Heimmannschaft in Gang setzte. Es war eine Art „Genickbruch“ im Spiel der Fridolfinger zu erkennen, der sich mit Abspielfehlern und Fehlpässen in den kommenden Minuten bemerkbar machte. Die endgültige Entscheidung fiel dementsprechend nur fünf Minuten später, als Alex Brandl in der 58. Spielminute den Endstand von 3:1 markieren und damit drei überlebensnotwendige Punkte für seinen TSV Bad Endorf aus dem Rupertiwinkel entführen konnte.
TSV Fridolfing gegen TSV Bad Endorf: Die Stimmen zum Spiel
Nenad Grizelj (Cheftrainer TSV Bad Endorf): „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir über die gesamte Dauer des Spiels als verdienter Sieger vom Platz gegangen sind. Wir haben heute endlich einmal wieder unsere Chancen genutzt, denn das verfolgt uns schon über die gesamte Vorrunde, dass wir unsere Chancen nicht verwerten. Die körperliche Präsenz und die Energie zum Ball hat heute bei jedem einzelnen gepasst, ich bin mit dem weiter sich forcierenden Formanstieg sehr zufrieden.“.
Seppi Weiss (Cheftrainer TSV Fridolfing): „Also ich sehe unsere Mannschaft in der ersten Halbzeit durchaus als ebenbürtig an, zum Teil sogar mit leichten Vorteilen für uns! In der zweiten Halbzeit war es sehr komisch, dass wir komplett den Faden verloren haben. Abspielfehler, schlechtes Umschaltspiel und schlechtes, für den Gegner zu einfaches Abwehrverhalten unsererseits. Dann kam das 1:2, gleich darauf das 1:3, was in dieser Situation des Spiels für uns völlig fehl am Platze war. Zum ungünstigsten Zeitpunkt machen wir zu viele individuelle Fehler, zum Teil auch durch falsche Zuordnungen im Spielsystem. Daran müssen wir uns orientieren, die Fehler soweit in der Winterpause abstellen und den Fokus auf die Rückrunde legen!“
Sieg im Absteiger-Duell: Bad Endorf stürzt den TSV Fridolfing noch tiefer in die Krise
Tobias Pappenberger (stv. Mannschaftskapitän und Torwart TSV Bad Endorf): „Wir sind eigentlich recht gut ins Spiel gestartet, haben den berechtigten Elfmeter für uns verwandeln können, nach dem Ausgleich haben wir es uns wieder selbst schwer gemacht, aber so, wie wir dann anschließend geschlossen ins Spiel zurückgefunden haben, war das meiner Meinung nach richtig gut, - der 3:1 Sieg ist voll verdient.“
Andreas Stadler (Abteilungsleiter TSV Fridolfing): „Schwierig! Früher Rückstand, danach Ausgleich, eigentlich sind wir gar nicht so schlecht im Spiel drin, aber dann kassierst du das 1:2, fünf Minuten später gar das 1:3, da hat dann von den ‚Basics‘ nichts mehr gepasst. Im Großen und Ganzen, mit dem Kader, den wir zur Verfügung haben, müssen wir zufrieden sein mit dem, was abgeliefert wurde. Natürlich haben wir uns für heute was anderes vorgestellt, nun gilt es für alle den unbedingten Fokus auf die Rückrunde zu legen.“
Dominik Kühnhauser (Mannschaftskapitän TSV Fridolfing): „Ja, wie soll ich das beschreiben, es passt im Moment zur aktuellen Situation, wir machen viel zu viel individuelle Fehler und wir lassen den dringend notwendigen ‚letzten Willen‘ vermissen. Die letzten Spiele sah ich mit wesentlich mehr Zusammenhalt, als das heute der Fall war. Warum wir heute in der zweiten Halbzeit regelrecht auseinander gefallen sind, mei, das ist gar nicht so einfach zu erklären. Tatsache ist jedenfalls, dass wir uns nun in der anstehenden Winterpause eklatant verbessern müssen – und das heißt wiederum Training, Training und nochmal Training.“ (rm)