„Tut uns in der Seele weh“
FC Hammerau trennt sich von Trainer Pessler: So geht es nun weiter beim Kreisklassisten
Paukenschlag beim heimischen Fußball-Kreisklassisten FC Hammerau: Vorstand Gernot Althammer zog mit seinem Team nach nur einem Punkt in drei Frühjahrs-Pflichtspielen die Reißleine und trennte sich nach dem 1:2 in Piding am Samstag von Chefcoach René Pessler (50).
Ainring - „Es tut uns in der Seele weh, weil damit eine fünfjährige, hervorragende Zusammenarbeit endete, die vor allem zwischenmenschlich großartig war“, so Althammer.
Pesslers Familie war im Verein involviert, seine Frau Kathi half an den Spieltagen im Kiosk mit. Aus sportlicher Sicht klappte es mit dem Salzburger inklusive UEFA-A-Lizenz zuletzt jedoch nicht mehr: Vor allem das erste 2026er-Spiel in Bad Reichenhall ernüchterte, frustrierte, ja schockierte alle, die es positiv mit dem Club halten. Denn eine mit Unterbrechung insgesamt 45-minütige Zwei-Mann-Überzahl führte nicht zum Erfolg, im Gegenteil: Hammerau verlor 1:3, woraufhin ein mageres 0:0 in Leobendorf und zuletzt eben jenes 1:2 beim stark abstiegsgefährdeten ASV Piding folgten.
FC Hammerau: Trennung von Trainer Pessler - So geht es weiter
„Von außen kam einfach nicht mehr der nötige Input“, so Althammer, „wir mussten jetzt leider reagieren“. Vor allem, da der FC Hammerau vor der Saison allerorten – nicht intern – als Meisterkandidat Nummer 1 gehandelt worden war, in der aktuellen Verfassung jedoch meilenweit davon entfernt ist. „Freilich geht nach oben immer noch was, die Liga ist eng zusammen“, weiß Althammer. Momentan muss der Kreisliga-Absteiger jedoch selbst in der Kreisklasse eher nach unten schauen – mit nur zwei Punkten vor dem ersten Relegationsplatz –, und schnellstmöglich versuchen, Zählbares gegen einen weiteren Absturz einzufahren.
„Wir dachten natürlich schon, mindestens zu den Top-Fünf zu gehören“, gibt der Vorstand zu. Die letzten Partien zeigten allerdings ein ganz anderes Bild, trotz namhafter Neuzugänge wie beispielsweise die höherklassig erfahrenen Julian Jung, Marcel Pistori und Luca Hasenöhrl (alle ESV Freilassing), Michael Oellerer (BSC Surheim/zumeist verletzt) oder Patrick Brunold (TSV Teisendorf). Das Kollektiv klappt bislang nicht wie erwartet und erhofft. Möglicherweise hemmt die Mannschaft mental die ihr zugedachte Rolle, das möchte Althammer nicht ausschließen. Das praktische Problem auf dem Platz: „Wir schießen keine Tore, haben keinen echten Vollstrecker vorne drin“. In Reichenhall verletzte sich bekanntlich zudem Mathias Wiesbacher, der nun sogar an der lädierten Schulter operiert werden muss, seit einiger Zeit ist Stürmer Maximilian Fenninger nicht mehr im Kader.
Geigl übernimmt Trainerposten
Althammer ist aber überzeugt: „Wir haben grundsätzlich ein tolles Team“. Und so hofft er mit frischem Wind von und an der Seitenlinie auf den nötigen Umschwung. „Wir haben noch zehn Spiele und wollten die Saison nicht irgendwie austrudeln lassen.“ Für die Wende soll erstmal der ehemalige FC-Kicker und seit drei Jahren als Co-Trainer tätige Rainer Geigl (38) sorgen. „Er hat jetzt als Chefcoach unser Vertrauen, die nötige Erfahrung und vor allem die volle Rückendeckung der Mannschaft“, so Althammer. Für die Schwarz-Weißen geht‘s am Sonntag, 14 Uhr, mit einem Heimspiel gegen die SG Schönau (5.) weiter. (bit)