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Für die DJK Otting sieht alles nach dem bitteren Abstieg in die A-Klasse aus. Nach dem Rücktritt von Trainer Michel Hernandez und der Niederlage im Kellerduell gegen den VfL Waldkraiburg steht der Verein vor einem Neuanfang.
von Rudi Mayer
Waging am See - Am Ende war es auch ein Sinnbild für die gesamte Saison der DJK Otting, das sich am Sonntagnachmittag abspielte. Nach einer starken ersten Hälfte knickten die Rot-Weißen im Kellerduell gegen den VfL Waldkraiburg komplett ein. Aus einer 2:0-Führung wurde eine 2:4-Niederlage. Der ohnehin schon kleine Hoffnungsschimmer erlosch fast gänzlich.
Bereits vor der Partie war es zum Paukenschlag gekommen. Der langjährige Trainer Michel Hernandez warf noch vor dem Ende der Spielzeit das Handtuch. Nun steht bei der DJK, die noch vor zwei Jahren um den Aufstieg in die Kreisliga mitgespielt hatte, der Neuanfang mit neuem Coach in der A-Klasse an. Auch im Team wird es Veränderungen geben.
Nach 0:2-Pausenrückstand: Waldkraiburg schießt Otting an den Rande des Abstiegs
DJK Otting: Abstieg fast fix - Neuanfang in der A-Klasse steht bevor
Peter, über den Absturz eurer Kreisklassenmannschaft muss man nicht lange diskutieren, aber worin siehst du die Ursachen hierfür?
Peter Frisch (Abteilungsleiter DJK Otting): „Über das gesamte Jahr haben wir mit zwölf verletzten Spielern zu kämpfen, die teilweise mit Sehnen- u. Kreuzbandrissen schon erheblich in das Mannschaftsgefüge eingegriffen haben! Ein weiterer Grund war eindeutig das Liegenlassen von sicher geglaubten Punkten durch eigene Fehler, ganz besonders am Anfang der Saison. Und wenn du erst mal da unten drinhängst, ist es verdammt schwer, wieder rauszukommen.“
Habt ihr euch bereits mit dem Abstieg abgefunden?
Frisch: „Mehr oder weniger ja.“ Es wird wohl auch schon rechnerisch nicht mehr ganz reichen, da brauchen wir uns eigentlich nicht noch großartig irgendwelchen Illusionen hinzugeben“.
Existiert bei euch nach der Stunde Null ein Neustart-Programm, womöglich mit einem neuen Trainer?
Frisch: „Eigentlich wollten wir ja mit Mitch Hernandez die Saison noch zu Ende bringen und dann das Trainergespann austauschen. Die Entwicklungen in den letzten Wochen haben uns allerdings zu einer anderen Entscheidung gezwungen. Der neue Trainer Markus Heinemann wird die Mannschaft übernehmen und das ist gleichbedeutend mit einem Neuanfang“.
Kapitän Christoph Seehuber über seine Zukunft und den Trainerwechsel
Christoph, wie haben bei euch die Zielvorgaben zu Saisonbeginn ausgesehen? Was war da eigentlich geplant?
Christoph Seehuber (Mannschaftskapitän DJK Otting): „Das Ziel war gänzlich ein anderes, nachdem wir in den vergangenen Jahren fast immer vorne mitgespielt haben! Durch die hohe Verletzungsquote tragender Spielerpersönlichkeiten hat sich das natürlich relativiert, und so mussten wir uns eingestehen, dass unser Augenmerk mehr und mehr auf den Klassenerhalt zu legen war.“
Mit welchen Augen siehst du momentan den wohl unvermeidbaren Absturz in die A-Klasse?
Seehuber: „Es gibt uns allen die Chance für einen Neubeginn! Wichtig für uns wird sein, dass wir wieder lernen, unsere mentale Seite soweit zu stärken, dass wir uns als Mannschaft für das belohnen, für was wir auf dem Rasen stehen“.
Eine ganz persönliche Frage an dich: Du hast mit einem Notendurchschnitt von 1,37 bei 425 Sparkassenfachwirtabsolventen einen hervorragenden dritten Platz belegt! Mit deiner Intelligenz, deinem Elan und Selbstvertrauen ausgestattet, darf man da berechtigte Hoffnungen haben, dass du mit gleicher Energie deine Mannschaft nächste Saison wieder zurückführst in die Kreisklasse?
Seehuber: „Zuerst einmal großes Kompliment an Dich – gut recherchiert! Zum Zweiten muss ich Dir leider sagen, dass ich nach Abschluss der Saison meine Fußballschuhe an den Nagel hängen werde! Es hat jetzt nichts mit der negativen Entwicklung der letzten Wochen zu tun, denn den Entschluss zum Aufhören hab ich schon zu Beginn der Saison gefasst. Ich möchte andere Sachen in den Fokus legen und vor allem auch meiner Familie mehr zur Verfügung stehen.“
Christoph – bitte abschließend deine Meinung zur Traineramtsaufgabe von Mitch Hernandez!
Seehuber: „Es war im Grunde genommen mit der Entwicklung in den letzten Wochen absehbar geworden, wenn ein Handwerksmeister ohne Werkzeug dasteht! Mehr möchte ich dazu nicht mehr sagen.“ (rm)
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