Trainingscamp mit dem Landkreis-Nachwuchs
„Die Mannschaft war schon ein geiler Haufen“: Weltmeister Erik Durm zu Gast in Piding
Einen ganz besonderen Besucher hatte am Mittwoch (27. Mai) der ASV Piding zu Gast. Weltmeister Erik Durm leitete ein Trainingscamp im Berchtesgadener Land.
Piding - Er spielte gegen Messi und Ronaldo, also die größten Fußballer seiner Zeit, wurde 2014 ohne Einsatz Weltmeister, gewann mit Frankfurt 2022 die Europa League und spielte sogar ein Jahr in England: Erik Durm, 34 Jahre (Karrieredaten siehe Kasten).
Am Frankfurter Waldstadion ist er auf einem überlebensgroßen Plakat als „Star-Spieler“ abgebildet. Der außergewöhnliche Gast kreuzte am Mittwoch nun in Piding auf, um im Rahmen eines eintägigen Camps zusammen mit weiteren ehemaligen Profis Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren Tipps zu geben und Tricks zu verraten. Erik Durm selbst spielte sich mit zahlreichen 20-Meter-Freistößen aus halbrechter Position bei angenehmen Temperaturen „warm“ – jeder einzelne Ball landete elegant im Kreuzeck. „Das ist halt ein Profi“, schwärmte ASV Piding-Vorstand Sebastian Reiter.
Piding: Weltmeister Erik Durm leitet Jugend-Trainingscamp
Die Schächter Sports GmbH, für die Durm unter anderem als Markenbotschafter auftritt, kam auf die Sparkasse Berchtesgadener Land zu und unterbreitete das Angebot eines Jugend-Trainingstages mit dem ehemaligen Profi. „Da uns die Förderung des Fußball-Nachwuchses in der Region ein wichtiges Anliegen ist, haben wir uns entschieden, ein solches Camp hier bei uns zu unterstützen“, so Simon Koch aus dem Marketing-Vorstandsstab des heimischen Finanzinstituts. Der Besuch passte natürlich perfekt zur anstehenden Weltmeisterschaft in exakt zwei Wochen sowie zum Engagement im Rahmen der Sparkassen-Pokal-Turniere.
Erik Durm im Portrait
Erik Durm kam am 12. Mai 1992 in Pirmasens zur Welt und wuchs im pfälzischen Rieschweiler-Mühlbach auf. Bei der dortigen Spielgemeinschaft begann seine Fußball-Karriere, mit 17 wurde er beim 1. FC Saarbrücken Torschützenkönig der Junioren-Regionalliga. Über den 1. FSV Mainz 05 ging es zu Borussia Dortmund. Sein Bundesliga-Debüt gab er am 10. August 2013 auswärts in Augsburg. Weitere Profi-Stationen waren Huddersfield Town (28 Spiele), Eintracht Frankfurt (Europa League-Sieg 2022) und der 1. FC Kaiserslautern (2. Bundesliga). Im deutschen Oberhaus kam der Außenverteidiger auf 101 Einsätze, dabei gelangen ihm drei Tore.
Für Deutschland spielte der 1,83 Meter große Fußballer mit einem starken rechten Fuß siebenmal und war Teil des Weltmeister-Kaders 2014. Vor zwei Jahren beendete Durm seine Kicker-Laufbahn offiziell, spielt aktuell noch für seinen Heimatverein SG Rieschweiler in der Landesliga. Er ist verheiratet, hat drei Kinder (drei, vier und sechs Jahre), die Familie lebt in der Südwestpfalz. Durm hat ein Semester Sportwissenschaft in Mainz studiert, ehe das Angebot von Borussia Dortmund kam, gerade Deutscher Meister und DFB-Pokal-Sieger: „Mein Profi-Einstieg und meine schönste Zeit als Fußballer. Nach einer Woche spielte ich Champions League und jeder kannte mich. Aber es war überall toll, auch in Frankfurt, der Premier League und am Ende in der Heimat, beim 1. FC Kaiserslautern.“
Erik Durm begleitete zwei je einstündige Trainingseinheiten: 60 Kinder und Jugendliche aus allen Fußballvereinen des Berchtesgadener Landes – da es mehr Anmeldungen gab, musste das KI-Los entscheiden – waren aufgeteilt in zwei Gruppen und an den verschiedenen Stationen mit Begeisterung, Eifer und Freude dabei. Einen kleinen Jungen im kompletten Harry-Kane-Bayern-Outfit, der sich im Kreis der vielen fremden Kinder nicht von Anfang an pudelwohl gefühlt hatte, nahm Erik Durm liebevoll an die Hand und kümmerte sich in seiner bescheidenen und unaufgeregten Art rührselig um ihn.
Rundherum sorgten weitere Attraktionen, eine Hüpfburg, eine Torwand, für Kurzweil. Die Gemeinde Piding stellte den Platz, der ASV Piding gern sein neues Vereinsheim zur Verfügung, um die Verpflegung kümmerte sich wie gewohnt die Familie Schinko. Zum Abschluss des Tages gab’s Autogramme auf Trikots, Hosen und Playmobil-Fußballfiguren sowie natürlich jede Menge Erinnerungsfotos mit Erik Durm.
beinschuss.de hatte die Gelegenheit, vorab mit dem beidfüßig starken Ex-Profi zu sprechen, der auch schon Nachwuchsfußballer in den Townships in Südafrika coachte.
