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Am Samstagnachmittag (26. Juli) um 15.00 stand im Rahmen des 2. Spieltages der Bayernliga Süd die Begegnung SV Kirchanschöring gegen den FC Pipinsried im heimischen Sportpark mit der aktuell neuen Bezeichnung „EM-Group-Arena“ an.
von Rudi Mayer
Kirchanschöring - „Vor Beginn des Spiels hätte ich das Unentschieden sofort unterschrieben, aber jetzt danach muss ich sagen, bin ich mit dem einen Punkt nicht ganz zufrieden, da war heute mehr drin gewesen“, so der Anfangskommentar von Kirchanschörings Chefcoach Thomas Leberfinger nach dem Schlusspfiff! Aber was stimmte ihn so um, was war da passiert?
SV Kirchanschöring: Bitteres Bayernliga-Remis gegen den FC Pipinsried
Betrachtet man sich einmal, von der Papierform her gesehen, den mit hochklassigen Spielern bestückten Kader des FC Pipinsried, versteht man nur zu gut den geäußerten Respekt gegenüber dieser als Aufstiegsaspiranten in die Regionalliga hoch gehandelten Mannschaft. Alleine schon der Name Fabian Benko, der sich nach seiner Ausbildung beim FC Bayern München mit Erfahrungen im europäischen Spitzenfußball über die Vereine Linzer ASK, SSV Ulm 1946, der deutschen U17- und der kroatischen U20-Nationalmannschaft einen hervorragenden Ruf erarbeiten konnte, läßt auch eine noch so coole „Trainersocke“ wie Thomas Leberfinger nicht kalt!
Entsprechend verhalten und strategisch exzellent überlegt, begannen die „Gelb-Schwarzen“ ihr erstes Heimspiel vor über 500 Zuschauern aufzuziehen. Kampf und Leidenschaft war die Devise des Kirchanschöringer Abwehrbollwerks in den ersten zwanzig Minuten, um nicht schon frühzeitig gegen die Gäste aus dem 573-Seelen Dorf Pipinsried aus dem oberbayrischen Landkreis Dachau in Rückstand zu geraten. Schnelle und giftig vorgetragene Angriffsspielzüge der ganz in schwarz gekleideten Mannschaft von Cheftrainer Josef Steinberger kamen dabei das ein und andere Mal verdächtig gefährlich vor den Kasten von Egon Weber. Ja – Egon, der „Greifer“, er sollte in der zweiten Halbzeit noch einen unvergesslichen Moment in der Fußball-Laufbahn eines Torwarts erleben, was ihm sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird! Halbzeitstand 0:0! Schiedsrichter Alexander Schuster pfiff zum Pausentee!
Schmitzberger bringt Kirchanschöring in Führung
Was wären wir von der Sportreportage doch so gerne einmal Mäuschen in der Kabine des SV Kirchanschöring gewesen, denn es kam eine „gelb-schwarze“ Machtdemonstration zur zweiten Halbzeit auf den Rasen, wie man sie selten erleben darf! Keine vier Minuten nach Wiederanpfiff in der 49. Spielminute, überwand „Wirbelwind“ Marco Schmitzberger, der als Neuverpflichtung vom Landesligisten ESV Freilassing an die EM-Group-Arena wechselte, mit einem sehenswerten Seitenfallrückzieher Gästetorhüter Dominik Bals zur verdienten 1:0 Führung. Jetzt wurde auch der letzte Fan wach! Jetzt ging die Post ab!
In einer bis dahin sehr ausgeglichenen Partie unternahm Gästetrainer Steinberger die letzten Möglichkeiten in Form von Einwechselungen frischer Spieler wahr. Gibt es heute für die Truppe um Coach Leberfinger den ersten Dreier? Noch zehn Minuten zu spielen, das müsste doch mit dem Teufel zugehen, fragten sich mittlerweile viele der angereisten Fans! Und genau da ist er wieder, der so innigst geliebte und doch auch gehasste Fußball in seiner schlimmsten Art!
Bitterer Ausgleich zehn Minuten vor dem Ende
80. Spielminute – ein undurchschaubares Gewirre im Strafraum der „Gelb-Schwarzen“, der Versuch eines Torschusses, abgeblockt und abgefälscht trudelt vorbei an „Goali“ Egon Weber, der haargenau und exakt in dieser Tausendstelsekunde wie angenagelt auf dem falschen Bein stand und hilflos mit anschauen musste, wie die Kugel ins Netz zum 1:1 Ausgleich „eierte“. Da sieht man als Torwart immer schlecht aus, obwohl jedem, der sich ein wenig im Fußball auskennt, klar sein muss – dieser Ball war unter dieser körperlichen Haltung absolut unhaltbar! Folglich Freispruch für den „Greifer“! Endstand ein leistungsgerechtes 1:1 Unentschieden!
Trainer Sepp Steinberger vom FC Pipinsried meinte nach dem Spiel: „Wir hatten es die ersten zwanzig Minuten mit zwei bis drei hochkarätigen Chancen selbst in der Hand, das Spiel zu unseren Gunsten vorentscheidend zu stellen. Das haben wir nicht getan! Wie wir dann aber aus der Kabine kamen, das muss ich nun in aller Deutlichkeit einmal sagen, so dürfen wir als Spitzenmannschaft dieser Liga auf keinen Fall auftreten. Gleich nach Wiederanpfiff haben wir das 0:1 kassiert und da verlange ich von meiner Mannschaft schon eine gewisse Trotzreaktion, wenn ich oben mitspielen möchte. Alles in allem bin ich aus der Tatsache heraus, dass wir nach dem Rückstand hier beim bekannt schwer zu spielenden SV Kirchanschöring durch den späten und glücklichen Ausgleich, mit dem einen Punkt zufrieden – das ist schon mal ein Punkt mehr als letztes Jahr“.
Nach spätem Ausgleich: Kirchanschöring gegen den FC Pipinsried mit nächstem Remis
Sein Kontrahent Cheftrainer Thomas Leberfinger hatte dazu folgende Meinung: „Wie gesagt, am Anfang hätte ich das Unentschieden sofort unterschrieben, jetzt nach Schlusspfiff muss ich schon sagen, dass mir das gegenüber unseren Spielanteilen, Torchancen und dem dummen Gegentor eigentlich fast zu wenig ist. Wir hatten Pipinsried, mal abgesehen von den ersten zwanzig Minuten, bis zum Ende im Griff, da ist der eine Punkt zu wenig, das ärgert mich schon. Alles in allem haben wir nach dem zweiten Spieltag bisher keine Niederlage einstecken müssen, auf unserem Konto sind zwei schwer erkämpfte Punkte gegen sehr starke Mannschaften und darauf werden wir für die Zukunft aufbauen“.
Neuzugang Sebastian Dengel im Interview
Natürlich wollten wir unsere Sportreportage nicht beenden ohne den „Youngster“, den erst 18-jährigen Neuzugang vom NLZ Wacker Burghausen, Sebastian Dengel, zu interviewen:
Sebastian, heute dein erster Einsatz in der harten Wirklichkeit Bayernliga! Was war das heute für eine Lehre, Erlebnis und Erfahrung für dich?
Sebastian Dengel: „Ich durfte ja ab der 71. Spielminute ran und ich muss schon sagen, das ist vom körperlichen Einsatz her um ein vielfaches anspruchsvoller als in der Jugend, hier geht es gewaltig zur Sache, aber das bekomme ich hin.“
Für mich hast du heute ein prima Spiel abgeliefert! Ich hab dich nach deiner Einwechslung genauestens beobachtet, du warst sehr laufstark, hast dich immer deinen Kameraden zum Anspiel angeboten und auch dein Defensivspiel hat mich sehr beeindruckt, also für einen 18-jährigen war das richtig gut!
Dengel: „Danke, das freut mich natürlich sehr. Ich selbst bin mit meiner Leistung noch nicht so zufrieden, in manchen Spielszenen hätte ich mehr daraus machen müssen, aber ich arbeite zusammen mit meinem Team und Trainer sehr hart daran.“
Was macht deine Knieverletzung, weshalb du ja bekanntlich im Pokalspiel gegen den SV Erlbach pausieren musstest?
Dengel: „Gott sei Dank scheint es auskuriert zu sein, zumindest im harten Einsatz wie heute hab ich keine Nachwehen feststellen müssen.“
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