18 Jahre hat es gedauert, nun hat die Kreisklasse den TSV Hohenthann-Beyharting wieder. Durch einen 9:0-Heimsieg gegen die SG Rott/Ramerberg sicherte man sich die Meisterschaft in der A-Klasse 1. beinschuss.de sprach nach der Partie mit Trainer Andreas Schunko.
Tuntenhausen - Der Fußball befindet sich stetig im Wandel. Vereine kommen und gehen. Doch eine Sache war in den letzten zehn Jahren immer gewiss. Der TSV Hohenthann-Beyharting spielt in der A-Klasse um den Aufstieg mit.
TSV Hohenthann-Beyharting: Erster Kreisklasse-Aufstieg seit 18 Jahren
Doch der ganz große Wurf blieb dem Team von Trainer Andreas Schunko, der seit 2020 an der Seitenlinie der Grün-Weißen steht, bislang immer verwehrt. Teilweise auf dramatische Weise scheiterte man in dieser Zeit an der Rückkehr in die Kreisklasse. In der Corona-Saison war es der Punktequotient, einige Jahre später war es ein Ausgleich in der Nachspielzeit gegen den SC Höhenrain, der die Feierlichkeiten verhinderte.
Doch in diesem Jahr war alles anders. Seit dem zweiten Spieltag führte man die Tabelle an. Auch eine kurze Schwächephase gegen Ende der Saison konnte dem TSV nichts mehr anhaben. Mit einem 9:0-Kantersieg gegen die SG Rott/Ramerberg konnte man sich die verdiente Meisterschaft sichern. Nach 18 Jahren und so vielen gescheiterten Anläufen tritt Hohenthann-Beyharting also in der nächsten Spielzeit in der Kreisklasse an.
Andreas Schunko im Interview: „Haben gezeigt, dass wir immer wieder aufstehen“
Andreas, herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft. Nimm uns einmal mit in deine Gefühlswelt.
Andreas Schunko: „Dankeschön. Es ist einfach sensationell, den Aufstieg zu feiern. Und das mit meinem Heimatverein, wo ich das Fußballspielen angefangen habe. Das alles miterleben zu dürfen, ist einfach genial. Die ganze Saison, muss man sagen, war wirklich stark. Mit den ganzen Rückschlägen, mit so vielen Verletzten, und trotzdem haben wir nie aufgegeben und immer gekämpft. Das macht mich am meisten stolz.“
Wie viel Last fällt jetzt von dir ab, nachdem es in den letzten Jahren oft nicht mit dem Aufstieg geklappt hat?
Schunko: „Da fällt einem schon ein Stein vom Herzen. Endspiele hatten wir in den vergangenen Spielzeiten genug (lacht). Das hat 2020 in der Corona-Saison gegen Kiefersfelden angefangen, dann das Spiel gegen Höhenrain, das wir in der 96. Minute noch verloren haben. Wahnsinn. Aber wir haben in dieser Saison bewiesen, dass wir immer wieder aufstehen, ganz egal, wie oft wir hinfallen.“
Wie macht man das als Trainer, dass man eine Mannschaft Jahr für Jahr immer wieder so konstant nach vorne bringt?
Schunko: „Wir haben immer gesagt, das Entscheidende für uns, wir sind ein Team. Eine erste oder zweite Mannschaft gibt es bei uns nicht. Das war eigentlich der Schlüssel. Wenn man auf unsere Startelf gegen Rott/Ramerberg schaut, waren jetzt mindestens drei Spieler in der Startelf, die vor zwei Jahren noch in der Jugend oder der Zweiten gespielt haben. Wir haben es geschafft, den Kader breiter aufzustellen. Da musst du als Trainer gar nicht mehr so viel machen.“
Zeichnet diese Gemeinschaft einen Dorfverein wie den TSV Hohenthann-Beyharting auch aus?
Schunko: „Auch hier, wenn man auf den Kader schaut, haben wir nur Spieler mit Wurzeln in Hohenthann. Also da gibt es jetzt keinen einzigen, der keine Verbindung zu Hohenthann hat. Die meisten haben hier das Fußballspielen gelernt, wie ich auch. Wobei die Jugend ein schwieriges Thema ist. Wir haben ja inzwischen eine Spielgemeinschaft, denn alleine hätten wir es vor allem in den höheren Jugendmannschaften nicht mehr geschafft.“
Was macht das jetzt mit einem Verein, wenn man nach 18 Jahren wieder in der Kreisklasse ist?
Schunko: „Ich bin gespannt. Das kann schon noch mal eine Euphoriewelle auslösen. Auf das baut man immer, wenn man aufsteigt. Mein Ziel ist, dass die Jungs maximalen Spaß haben. Auf dem Platz und im Training. Das ist für mich immer das Entscheidende. Und wenn das der Fall ist, schauen wir mal, wie es weitergeht. Aber natürlich freuen wir uns zum Beispiel auf die Derbys gegen Bad Aibling. Das werden sicher nochmal andere Spiele, als jetzt in der A-Klasse.“
Ein kurzer Blick in die Zukunft. Bleibt die Mannschaft so zusammen und bleibst du an der Seitenlinie?
Schunko: „Ja, ich bleibe Trainer. Es ist für mich und unseren Abteilungsleiter relativ einfach. Wir schauen uns in die Augen und sagen: ‚Machen wir noch ein Jahr?‘ Der Aufstieg gibt mir nochmal einen richtigen Energieschub, also war die Entscheidung einfach. Was die Jungs betrifft, gibt es auch keinen, der lieber woanders spielen will. Das ist wirklich ein eingeschworener Haufen. Und das glaube ich, das hat man heute auch gesehen und das werden wir jetzt dann noch bei den Feierlichkeiten auch sehen.“
Wie groß wird die Party heute?
Schunko: Die wird, glaube ich, schon groß. Wobei die Zweite morgen gegen Aßling ein ganz wichtiges Spiel hat. Da werden wir dann schon auch schauen, dass wir das maximal Beste wieder auf den Platz bringen. Aber ich glaube, es wird heute später werden (lacht). (tb)