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Finanzen

„Doppelt fatal“: IT-Probleme bei der Postbank verärgern Kunden - Hunderte Beschwerden

Gesperrte Konten und mangelnder Service: Immer mehr Postbank-Kunden beschweren sich bei der Verbraucherzentrale – und erhalten nützliche Hinweise.

Frankfurt – Eigentlich wollte die Deutsche Bank durch eine große Umstellung ihrer IT Prozesse, die Abläufe auch für die Tochterunternehmen Postbank und DSL-Bank vereinheitlichen. Im ersten Halbjahr 2023 sind deswegen die IT-Systeme der beiden Banken zum größeren Mutterkonzern Deutsche Bank umgezogen. Doch es gibt anhaltende Probleme bei der Umsetzung. Seit Anfang des Jahres sind laut Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) rund 1700 Beschwerden von Kunden eingegangen. Das seien fast dreimal so viele wie im gesamten Vorjahr.

IT-Probleme: Immer mehr Beschwerden über Postbank und DSL-Bank

Von den Problemen betroffen sind unter anderem Girokonten, die Abwicklung von Nachlässen, Immobilienfinanzierungen und Pfändungsschutzkonten. Schrittweise wurden seit dem vergangenen Jahr zwölf Millionen Kunden der Postbank mit sieben Millionen Deutsche-Bank-Kunden auf einer Plattform zusammengeführt.

Laut der Deutschen Presseagentur (dpa) meldete der Konzern zuletzt große Fortschritte bei der Behebung der Probleme. Die würden laut eines Konzernsprechers vor allem Pfändungsschutzkonten und die Auszahlung von Baufinanzierung bei der kleineren DSL-Bank betreffen. Die Verbraucherzentrale gibt an, allein im dritten Quartal mehr als 1100 Beschwerden über Postbank und DSL-Bank zu verzeichnen. Laut dpa ließ ein Sprecher am vergangenen Freitag versichern: „Wir nehmen jede Kundenbeschwerde sehr ernst, prüfen diese sorgfältig und erstatten selbstverständlich in berechtigten Fällen einen beim Kunden entstandenen Schaden.“ Eine aktuelle Anfrage von IPPEN.MEDIA an die Postbank blieb bisher unbeantwortet.

Madame Moneypenny gibt Tipps: Zehn Geldregeln von der Finanzexpertin

Familie beim Kuscheln auf dem Sofa.
Regel 1: Legen Sie sich einen Notgroschen für unvorhergesehene Kosten bzw. Ereignisse zurück. Die Höhe des gesparten Notfallgelds sollte laut Madame Moneypenny drei Monatsgehälter betragen. Damit Sie selbst und die Menschen, die von Ihnen finanziell abhängig sind – wie zum Beispiel Ihre Kinder – im Ernstfall gut versorgt sind.  © Joseffson/Imago
Frau am Strand beim Surfen.
Regel 2: Sparen Sie nicht am falschen Ende. Insbesondere Gesundheit, Sport und Ernährung sollten einen hohen Stellenwert haben. © ingimage/Imago
Gitarrenkoffer mit Geldspenden.
Regel 3: Wenn Sie Geld spenden möchten – egal ob dem Musiker in der Fußgängerzone oder Organisationen, die Ihnen am Herzen liegen – legen Sie dafür maximal 10 Prozent Ihres Gehalts fest. 30 Prozent sollten Sie Madame Moneypenny zufolge investieren, zum Beispiel in ETFs. (Symbolbild) © Vladimir Gerdo/Imago
Frau mit Laptop auf dem Sofa und Stift in der Hand.
Regel 4: Auch in Sachen Bildung bzw. Weiterbildung wird nicht gespart. Egal, ob Buch oder Online-Kurs: seinen Horizont zu erweitern lohnt sich immer. © Bonninstudio/Imago
Frau in Bekleidungsgeschäft hält Pullover, der auf einem Kleiderbügel hängt, in der Hand.
Regel 5: Qualität schlägt Quantität – das Beste gewinnt. Wenn Madame Moneypenny die Wahl zwischen zwei Dingen hat, setzt sie auf Qualität. Das ist auch nachhaltig, wenn man qualitativ hochwertige Produkte besonders lange nutzen kann. (Symbolbild) © ingimage/Imago
Zwei Menschen sitzen in einem Restaurant.
Regel 6: Seien Sie großzügig – zu anderen, aber auch zu sich selbst. Tun Sie sich selbst etwas Gutes und machen Sie anderen eine Freude, indem Sie sie beispielsweise zum Essen einladen. © ANTHONY PHOTOGRAPHY/Imago
Menschen im Büro.
Regel 7: Verdienen Sie so viel, dass Sie sich aussuchen können, mit welchen Menschen Sie zusammenarbeiten. Sehr viel Lebenszeit verbringen Sie vermutlich mit Arbeiten. Deshalb sind das Arbeitsumfeld und nette Kolleginnen und Kollegen sehr wichtig. © Angel Santana Garcia/Imago
Junge Frau liegt auf dem Sofa.
Regel 8: Sparen Sie nicht an Komfort und Bequemlichkeit, machen Sie sich Ihr Leben so einfach und schön wie möglich. Denn man hat nur eines, und das ist auch noch begrenzt.  © Xavier Lorenzo/Imago
Mann und Frau trinken Wein im Restaurant.
Regel 9: Achten Sie im Restaurant nicht auf den Preis, sondern genießen Sie das gute Essen. Bestellen Sie, wonach Ihnen der Sinn steht und verbringen Sie eine schöne Zeit. © Monkey Business 2/Imago
Wecker liegt auf Euroscheinen.
Regel 10: Apropos Zeit: Da diese wertvoller als Geld ist, sollten Sie Ihre Zeit nicht im Verhältnis 1:1 gegen Geld tauschen. © Berit Kessler/Zoonar.com/Imago

VZBV-Chefin Ramona Pop betonte, dass gesperrte Konten, nicht ausgeführte Mietüberweisungen oder verzögerte Anschlussfinanzierungen schwerwiegende Folgen haben könnten. Dazu kommt, dass Betroffene auch davon berichten, dass der Kundenservice kaum erreichbar gewesen sei. Das sei „doppelt fatal“, so Pop. So meldeten Verbraucher, dass sie im Kundendienst auf widersprüchliche Aussagen von Beschäftigten gestoßen seien. Diese sagten, sie seien entweder nicht zuständig oder könnten schlichtweg nichts machen, wie betroffenen Kunden berichteten.

Finanzübersicht Bafin bestellt Sonderbeauftragten wegen der Probleme bei der Postbank

Auch die Finanzaufsicht Bafin beschäftigt sich mittlerweile intensiv mit den Problemen bei der IT-Umstellung. Sie hat am 29. September 2023 einen Sonderbeauftragten für die Deutsche Bank bestellt, der überwachen soll, dass die Einschränkungen schnell behoben werden. Derweil hatte sich der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing Ende September für die Probleme bei Postbank und DSL entschuldigt und verkündet, er erwarte im Laufe des Oktobers einen Normalbetrieb bei Anliegen, wie Pfändungsschutzkonten. Bei Darlehenszahlungen brauche man aber das vierte Quartal, um alle Rückstände abzubauen.

Der Umzug der IT der Postbank zum Mutterkonzern der Deutschen Bank sollte Dinge vereinfachen. Jetzt bereitet der vor allem Probleme.

Die Verbraucherzentrale rät Kunden, bei Problemen hartnäckig zu bleiben und diese und jegliche Zusatzkosten, die dadurch entstehen, gründlich zu dokumentieren. „Aus den verschiedenen Pflichtverletzungen der Banken könnten Sie Anspruch auf Schadensersatz haben“, heißt es auf der Webseite der Verbraucherzentrale. Außerdem sei es ratsam, engen Kontakt zu den Vertragspartnern zu halten, denen man durch die Verzögerung Geld schuldet, also beispielsweise Vermietern oder Versicherungen. Und auch die Aufsichtsbehörde Bafin könne man über die Probleme informieren. Denn auch wenn die den einzelnen Kunden nicht zu ihrem individuellen Recht verhelfen könnten, sei es wichtig, Anbieterfehlverhalten dort zu melden, um „strukturelle Missstände aufzuzeigen“.

Bereits Anfang September rügte die Bafin die Deutsche Bank wegen der Vorkommnisse bei der Postbank. Während der Fokus dort und bei vielen anderen Landesbanken und Sparkassen auf dem Ausbau von Online-Banking und digitalen Strukturen liegt, dünnt sich gleichzeitig das Filialnetz in Deutschland stetig aus. (alm/dpa)

Rubriklistenbild: © Manfred Segerer/Imago

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