So einfach geht‘s
Stark steigende Beiträge: Krankenkassenwechsel kann sich 2025 besonders lohnen
Viele Krankenkassen haben die Beiträge bereits 2024 stark erhöht, das zeigt ein Vergleich der Stiftung Warentest. Viele weitere dürften folgen. Für Versicherte kann sich ein Kassenwechsel mehr denn je lohnen. Aber: Nicht nur der Preis zählt …
Laut Statistischem Bundesamt sind in Deutschland rund 88 Prozent der Erwerbstätigen in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Sie müssen 2025 wohl deutlich höhere Beiträge zahlen. Experten rechnen mit einer Erhöhung um durchschnittlich 0,8 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent. Ein Wechsel der Krankenkasse kann sich mehr denn je lohnen.
Stiftung Warentest: Große Unterschiede bei den Beiträgen
Das gab es lange nicht: 2024 haben 43 gesetzliche Krankenkassen aus dem Vergleich der Stiftung Warentest ihren Beitrag oft deutlich angehoben, einige Kassen mehrmals. Erstmals liegt eine bundesweite Kasse bei 18,5 Prozent Beitragssatz. „Bei der Kasse mit dem größten Beitragsanstieg zahlen Versicherte je nach Einkommen bis zu 776 Euro mehr im Jahr“, sagt Versicherungsexpertin Sabine Baierl-Johna, „es sei denn, sie wechseln zu einer günstigeren Krankenkasse.“
Finanztest zeigt in seiner Januar-Ausgabe die aktuellen Beitragssätze, ob und wie oft eine Kasse 2024 erhöht hat und wie hoch die Erhöhungen insgesamt ausgefallen sind. So mussten 19 Krankenkassen im laufenden Jahr ihren Beitrag bereits zweimal nach oben anpassen, vier sogar dreimal.
Und: Es ist so gut wie sicher, dass viele Kassen auch ab Januar 2025 ihre Beitragssätze erhöhen. Im Online-Vergleich unter www.test.de/krankenkassen aktualisiert die Stiftung Warentest laufend die Daten. „Es lohnt sich mehr denn je, Beitragssätze zu vergleichen. Die Unterschiede sind groß“, sagt Baierl-Johna. Weiterhin gebe es Kassen, die mit einem geringeren Beitrag auskommen.
Krankenkassenwechsel: Nicht nur auf den Preis achten
Allerdings raten die Verbraucherschützer davon ab, nur auf den Beitragssatz zu schauen. Neben finanziellen Ersparnissen sollten auch die angebotenen Leistungen der Krankenkasse bei einem Wechsel berücksichtigt werden. Denn die Kassen unterscheiden sich bei den freiwilligen Zusatzleistungen teilweise deutlich - etwa bei Zuschüssen für Osteopathie, professionelle Zahnreinigung oder Präventionskurse. Solche Zuschüsse und Bonuszahlungen können schnell einige Hundert Euro im Jahr ausmachen.
So geht Ihr bei einem Wechsel vor
Ein Kassenwechsel ist grundsätzlich nach 12 Monaten Mitgliedschaft möglich. Bei Beitragserhöhungen haben Versicherte jedoch ein Sonderkündigungsrecht. Die Stiftung Warentest empfiehlt folgendes Vorgehen:
- Zunächst das entsprechende Bundesland auswählen, da nicht alle Kassen überall verfügbar sind.
- Beitragssätze und relevante Extraleistungen vergleichen.
- Bei der Wunschkasse nachfragen, ob wichtige Zusatzleistungen weiterhin angeboten werden.
- Neue Mitgliedschaft beantragen - die alte Kasse kündigt sich dann von selbst.
- Bestätigung abwarten und den Arbeitgeber informieren.
Wie die Tagesschau berichtet, kann sich auch ein Vergleich zwischen bundesweiten und regionalen Kassen lohnen. Hilfreich sind dabei Vergleichsportale wie der Krankenkassenvergleich der Stiftung Warentest, der neben den Beiträgen auch die Zusatzleistungen transparent macht. (as/Stiftung Warentest)