Von dunkel bis weiß
Die gesündeste Schokolade – diese Sorte kann selbst Krankheits-Risiken senken
Ein Bissen Schokolade hebt die Stimmung. Doch nicht nur das. Laut Forschern kann die gesündeste Sorte sogar vor einer Krankheit schützen.
Schokolade gilt als Nervennahrung und Seelentröster – bereichert eine gesunde Ernährung jedoch nicht unbedingt. Dennoch: Ihr wird nachgesagt, sie setze Endorphine, auch bekannt als Glückshormone, im Gehirn frei und wir fühlten uns nach ihrem Verzehr automatisch besser. Perfekt also, um sie trotzdem als Teil einer ausgewogenen Ernährung regelmäßig zu uns zu nehmen. Von der ungesündesten Schokolade sollte man aber trotzdem die Finger lassen.
Welche Schokolade ist am gesündesten?
Aufgrund des hohen Kakaoanteils in Zartbitterschokolade gilt sie als gesund. Denn Schokoladen mit besonders hohem Kakaoanteil enthalten automatisch weniger Zucker. Gleichzeitig ist der Anteil an Kakao, der potenziell gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe enthält, höher. In der Regel enthält Bitterschokolade rund 70 Prozent Kakao, manche Sorten sogar 85 Prozent.
Im Verhältnis enthalten diese Sorten weniger Zucker und Milchbestandteile. Dadurch schmecken sie weniger süß und cremig, haben dafür aber ein intensives, leicht bitteres Kakaoaroma. Gerade für diese bittere Note sind einige der sekundären Pflanzenstoffe verantwortlich, die dunkle Schokolade gesund machen – vor allem sogenannte Polyphenole. Die gesündesten Schokoladen im HEIDELBERG24-Ranking:
- Platz 1: Zartbitterschokolade
- Platz 2: Bitterschokolade
- Platz 3: Vollmilchschokolade
- Platz 4: Weiße Schokolade
Ist weiße oder Milchschokolade ungesünder?
Im Kakao, der zur Herstellung von Schokolade genutzt wird, sind sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Diese sind eigentlich eine natürliche Abwehrreaktion der Pflanze vor Fressfeinden, doch für den Menschen sind sie eine gute Gesundheitsprophylaxe. Bei der Schokoladenverarbeitung werden Kakaobohnen geröstet, gemahlen und gepresst. Die daraus resultierende Masse besteht aus flüssiger Kakaobutter und festen Bestandteilen wie dem Kakaopulver.
Für weiße Schokolade werden die beiden Komponenten getrennt und nur die Kakaobutter – also das farblose Fett – verwendet. In der Regel besteht weiße Schokolade nur zu 20 Prozent aus Kakaobutter, den Rest bilden Milch und Zucker. Dabei sitzen die wertvollen und gesunden Stoffe nicht im Fett, sondern im Kakaopulver. Daher kann man immer davon ausgehen, dass dunklere Schokoladensorten gesünder sind als weiße. Weiße Schokolade ist damit die ungesündeste Schokoladensorte.
Studie bestätigt, Zartbitter ist die gesündeste Schokolade
Forschende der Harvard T.H. Chan School of Publix Health in Boston, Massachusetts, haben in ihrer Studie, die im British Medical Journal erschienen ist, gezeigt, wer regelmäßig Schokolade isst, kann damit Typ-2-Diabetes vorbeugen. Dabei ist jedoch die Wahl der richtigen Sorte entscheidend. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, haben Binkai Liu und ihr Team Daten aus den Nurses‘ Health Studies I und II, für die ab 1976 bzw. 1989 über je dreißig Jahre weibliches Pflegepersonal in US-amerikanischen Kliniken befragt und untersucht wurde, ausgewertet.
Darüber hinaus wurden diese Daten durch Daten aus der Health Professionals Follow-up Study, für die seit 1986 ausschließlich Männer befragt und untersucht wurden, ergänzt. Dabei waren zu Beginn der Studienzeiträume 192.000 Teilnehmende nicht an Diabetes erkrankt. In zweijährigen Abständen machten sie unter anderem Angaben zu ihrem Gewicht, ihrem aktuellen Diabetes-Status und ihren Ernährungsgewohnheiten. Fast 112.000 Personen wurden gezielt gefragt, ob, wieviel und welche Schokolade sie essen.
Am Ende des Studienzeitraums waren laut einigen Angaben fast 19.000 Teilnehmende in der Zwischenzeit an Diabetes erkrankt. In der Gruppe derer, von denen Informationen zum persönlichen Schokoladenkonsum vorlagen, waren rund 5.000 Personen Typ-2-Diabetiker. Die Analyse der Daten ergab, dass Personen, die sich pro Woche rund 140 Gramm Schokolade – egal welcher Art – gönnten, im Schnitt ein um 10 Prozent geringeres Diabetes-Risiko hatten als die, die selten Schokolade aßen oder sie komplett verschmähten.
Noch besser war das Ergebnis bei denen, die ausschließlich dunkle Schokoladensorten konsumierten. Ihr Diabetes-Risiko war um 21 Prozent geringer. Diese Ergebnisse überraschten die Studienautoren, „es scheint so zu sein, dass die reichhaltigen Polyphenole in Zartbitterschokolade die Auswirkungen von gesättigten Fettsäuren und Zucker auf Gewichtszunahme und Diabetes ausgleichen könnten“, sagt Studienautor Qi Sun, Ernährungswissenschaftler an der Harvard T.H. Chan School. Laut ihm ist das ein interessanter Unterschied der Schokoladensorten, der dringend näher erforscht werden sollte.
Welche Schokolade hat am wenigsten Zucker?
Wer Schokolade mit wenig Zucker essen möchte, sollte immer zu Bitterschokoladen greifen. Denn im Gegensatz zu weißer Schokolade kommt bei Milch- und Bitterschokolade die ungetrennte Kakaomasse zum Einsatz. Dort sitzen die gesunden Pflanzenstoffe. Bitterschokolade mit 50 bis 100 Prozent Kakaoanteil ist daher gesünder als Vollmilchschokolade. Zu bestimmten Zeiten des Jahres wird aber gerne mal verzichtet, auch auf Schokolade – es gibt verschiedene Arten zu fasten, die gesündeste stellen wir hier vor.
Zu Schokolade erklärt die Referentin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, Saskia Vetter: „Der Kakaogehalt einer Schokolade verrät viel über ihren Fett- und Zuckergehalt. In der Regel gilt: Je mehr Kakao, desto mehr Fett und desto weniger Zucker ist in der Schokolade enthalten.“ Wer dunkle Schokolade mit wenig Zucker bevorzugt, findet diese bei den Bitterschokoladen ab 90 Prozent Kakaoanteil. Wer eher auf einen niedrigen Fettgehalt achtet, wird bei den Halbbitterschokoladen mit 50 bis 60 Prozent Kakao fündig.
Welche Schokolade kann man bedenkenlos essen?
Am gesündesten ist also die Zartbitterschokolade. Obwohl die Bitterschokolade einen höheren Kakaoanteil und demnach weniger Zucker hat, hat sie einen großen Fettanteil und kommt bei 100 Gramm mit 598 Kalorien daher. Das schlägt aufs Gewicht. In Schokolade sind Antioxidantien oder Flavonoide enthalten, die wie Gefäßputzer funktionieren. Manchmal lohnt es sich aber durchaus auch, ganz auf Schokolade zu verzichten und stattdessen gesundes Obst zu sich zu nehmen.
Durch die kleine Sünde wird unser Herz-Kreislauf-System geschützt, der Cholesterinspiegel kann gesenkt werden. Trotzdem sollte davon abgesehen werden, jeden Tag Schokolade zu sich zu nehmen. Denn die aktuelle Studienlage zeigt, dass etliche gesunde Wirkungen von Schokolade nur mit viel zu großen Mengen erreichbar wären. Denn, egal wie dunkel die Schokolade ist, eine Tafel bringt dennoch 500 Kilokalorien mit sich und das deckt bereits ein Viertel unseres täglichen Kalorienbedarfs. (rah)
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